Mein Feeling zu Beginn der Woche:
Es ist wirklich soweit!
Ich kann es endlich wagen!!
Wagen, auch eine*r der ersten sein zu wollen,
die sich zutrauen,
den Schlussstrich ziehen zu können,
und zu wissen, wann, wie und warum
die Pandemie keine Pandemie mehr ist.
Dass ihr Ende näher als ihr Anfang liegt,
und die Dauerschleifen der Gegenwart
immer mehr zu Versatzstücken der Erinnerung werden.
Nicht mehr spätestens nach dem Frühstück
nach den aktuellen Zahlen schauen.
Keine Maske mehr dabei,
aber deswegen nichts vergessen haben.
Spontan zu einem Konzert fahren,
mitsingen, vom Tanzen schwitzen,
wie alle anderen,
oder mehr.
Nur noch drei Monate,
nur noch drei!
Dann, noch am Montagabend:
Deltakron.
Auf Zypern entdeckt!
Eine Meldung mit so viel Horrorpotenzial,
dass schon am Dienstag
nirgends mehr die Rede davon ist.
Lieber mal ganz schnell die Luft anhalten!
Bloß nicht hyperventilieren.
Den Sauerstoff erst mal
bis zum Gehirn kommen lassen.
Der Forscher hat sicher
nur einen Fehler gemacht.
Aber dann erinnert man sich,
wie es in Wuhan begonnen hat:
Der erste Forscher,
der Sars-Cov-2 entdeckte
und davor warnte,
wurde auch erst mal kaltgestellt,
bevor er dann selbst
an Covid-19 verstarb.
Da ist er wieder der Loop,
der Sprung zurück
an einen früheren Punkt der Pandemie,
als das Licht am Ende des Tunnels
nur im Rückblick zu sehen war.
An der nationalen Strategie,
diese Pandemie mit
so wenig Opfern wie möglich
auslaufen zu lassen,
ändert auch dieser Schockmoment
vorerst nichts.
Ein seltener Lichtblick
nämlich war die Bundespressekonferenz
am Ende der Woche.
Drei Professoren
sagen und machen Professorensachen,
und ich habe hinterher wirklich ein sicheres Gefühl
und den Eindruck,
dass auch Nicht-Akademiker
damit eigentlich einverstanden sein müssten.
Nur das ständige Gebettele,
sich doch bitte, bitte endlich impfen zu lassen,
war wenig professoral.
Dafür aber wahrscheinlich
um so verantwortungsbewusster.
Und kurz blitzt die Frage auf,
warum eigentlich Karl Lauterbach
nicht gleich Bundeskanzler hätte werden müssen.
Schlimm wird‘s bis zum Frühling aber trotzdem:
Die WHO prognostiziert,
innerhalb von acht Wochen
werden sich bei den derzeitigen Kontaktbeschränkungen
50% der Europäer infizieren.
Das sind viele hundert Millionen Menschen
(in Ziffern: xxx.000.000).
Das absolute Chaos.
Wir stehen also vor der Wahl:
Ein die Ordnung aufrechterhaltender Lockdown,
wenigstens aber die Verlängerung lebensrettender Maßnahmen,
oder
den Kampf aufgeben,
die Krankheit akzeptieren.
Impfstoffe, Medikamente, Masken, Hygiene.
Mehr geht eben einfach nicht.
Diesen Weg
gehen übrigens schon einige der kapitalistischen Länder
(USA, Spanien, Großbritannien, Frankreich,
gefühlt fast alle außer China);
natürlich unter Preisgabe
eines wenig geringen Teils
ihrer Humanität.
In Deutschland allerdings
herrschen eben noch
„die strengsten Maßnahmen der Welt“.
Warum?
Fragt man die einen,
schreien sie Diktatur,
fragt man die anderen,
nicken die und sagen:
Kluger Kompromiss.
Aber, und das nervt sogar die letzteren,
viel wichtiger, weil noch viel deutscher:
Wir haben nicht nur die strangsten,
sondern auch auch die meisten
und verschiedensten Regeln!
Warum einfach,
wenn es auch kompliziert geht?
Wer Zeit zum Luftholen hat,
denkt zu viel nach.
Dynamisch also wie noch nie,
sieht das grobe Bild
gerade so aus:
Schleswig-Holstein stellt
die epidemische Lage wieder fest
(und straft #DieDoppeltenZwanziger
damit im Nachhinein Lügen),
Berlin wartet noch,
den Bund geht das ja sowieso nichts mehr an.
In Sachsen-Anhalt existieren bereits Notfallpläne
zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur.
Die Krankenhäuser überall
beginnen langsam
mit Omikronpatienten vollzulaufen.
Hobbyprofessoren Streeck und Kekulé
geben auf allen Kanälen schon mal eloquent auf.
Und Jan Fleischhauer lässt sich sein Leben
auch nicht mehr von „Corona“ bestimmen,
sagt er auf seinem Privatsender.
Spaziergänger spazieren
und lassen sich immer noch tolerieren.
Der große Rest macht schon wieder
vorsichtig Pläne für danach.
In den Ländern,
die schon etwas weiter in der Wand sind,
ist es schon nicht mehr so gemütlich.
In Frankreich etwa gehen die Lehrer,
so wie letztes Jahr schon ihre Schüler
in den Streik,
wegen zu lascher Maßnahmen.
Und wer denkt,
dass die Impfpflicht für alle in Österreich
nur ein Versuchsballon sein sollte,
wird in zwei Wochen eines besseren belehrt.
Noch rigoroser
und effektiver
ist da nur noch das kanadische Quebec:
Da sind neue Steuern eingeführt,
für Ungeimpfte.
Und noch wirkungsvoller:
Bier und Gras gibt es nur noch
für Geimpfte.
Ergebnis:
Die Impfzahlen haben sich
kurzfristig vervierfacht.
Kriegt eigentlich
angesichts der allgegenwärtigen Corona-Diskussionen
irgendjemand mit,
dass der Russe uns offenbar
nach WK I und WK II
zum dritten Mal überfallen will?“
(Martin Sonneborns Facebook. 12. Januar 2022)
Tja, was sich lange angedeutet hatte,
ist inzwischen schon wieder
eine nebensächliche Tatsache,
für die aber niemand
so wirklich ein Ohr hat im Moment;
kennt man ja noch,
wird sich auch schon wieder geben.
Das Skript ist ausgelutscht,
da kommt keine Spannung mehr auf.
Säbelrasseln war auch schon mal gruseliger.
Der „Neue Kalte Krieg“
ist also endlich ausgebrochen.
Die USA können wieder so geile Phrasen raushauen,
wie „The Drumbeat of War is sounding loud.“
Russland wird die Planung
von false flag Aktionen unterstellt,
und die Nato stellt die Wecker
schon mal auf 5.45 Uhr.
In einer Welt,
in dem ein Kriegszustand schon in Illustrierten
(zum Beispiel der Super-Illu)
erklärt wird,
und auch der Kika
(alles Gute zum 25. Geburtstag!)
nicht mehr drumherum kommen wird,
fällt es sichtbar schwer,
zwischen Ernst und Kitsch zu unterscheiden,
aber so viel ist sicher:
Die Luft wird immer noch dünner.
Deswegen, werte Peergroup,
wird‘s jetzt noch mal ganz kurz
richtig crazy,
bevor wir den Puls wieder
runterdrücken können:
Mitte der Woche
postet der gleiche Martin Sonneborn (Die PARTEI)
eine echt abgefahrene Meldung,
zunächst ohne konkrete Quellenangabe.
Irgendwelche Forscher
haben im Labor (also wissenschaftlich) nachgewiesen,
dass sich bestimmte Bestandteile
von Cannabis (CBGA und CBDA)
allen Ernstes
wie Sars-Cov-2-Antikörper verhalten,
also den Weg von Virus zu Körperzelle blockieren
(genau, am Spikeprotein),
ergo vor einer Infektion schützen können.
Erschienen ist diese
sofort einleuchtende Erkenntnis
aber nicht etwa im Lancet,
sondern im US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin
Bloomberg,
dessen Chef übrigens
der ehemalige Präsidentschaftskandidat
und milliardenschwere Medientycoon
Mike Bloomberg ist.
Ich habe gerade
soooo viele Fragen!
Kifft Mike Bloomberg?
Lohnt es sich überhaupt,
die gleiche Frage
zu Martin Sonneborn zu stellen?
Wenn ja, bezahlen die dafür?
Wenn nein, warum nicht?
Gibt es etwa eine transatlantische Cannabis-Lobby?
Wenn ja, wird da mit Gras oder Haschisch geschmiert?
Wenn nein, warum nicht?
Liegen schon Studien
zu Infektionszahlen
bei Kiffer*innen vor?
Was sagt Karl Lauterbach dazu?
Hat Martin Sonneborn Cannabis Stocks?
Wenn ja, zahlt er dafür Steuern?
Wenn nein, warum nicht?
Nach so vielen Fragen
muss ich erst mal Luft holen
und das Fenster ganz weit aufmachen,
denn leider, leider, leider
müssen wir nun noch
zum leider, leider unvermeidlichen
Fall Djokovic kommen.
(das angebrachte Genitiv-s
hat die tagesschau im Abschlussbericht
über diesen Hyperskandal
irgendwie vergessen, cui bono?).
Aber wer es fast ganze zwei Wochen schafft,
die internationalen Schlagzeilen zu dominieren,
hat sich zumindest einen längeren Auftritt
in dieser Chronik verdient.
Ich versuche mich trotzdem
kurz zu halten:
Bei der Einreise
des Titelverteidigers der Australian Open
gab es einige (sehr gut dokumentierte) Unstimmigkeiten:
Djokovics Team dachte anscheinend,
dass sie mit allen australischen Behörden
alles geklärt hätten.
Die für das Visum derzeitig notwendigen Unterlagen
waren alle eingereicht,
inklusive eines de facto „Genesenennachweises“.
Laut dieses Datenpaketes,
war beim Tennisspieler
am 16. Dezember 2021
eine Infektion nachgewiesen worden,
alles von den serbischen Behörden bestätigt.
Der Grenzbeamte allerdings,
konnte damit nicht einverstanden sein,
da dem Visum
die Zustimmung der australischen Bundesregierung
fehlte.
Djokovic hatte also nur eine lokale Einreiseerlaubnis
als Teilnehmer eines Sportwettbewerbs.
Zu diesem Zeitpunkt
haben aber erst mal alle alles richtig gemacht.
Und Bürokratie geht nun mal nicht
von heute auf morgen,
Djokovic wird in einem Hotel festgesetzt.
Seine Anwälte reichen allerdings sofort Klage
gegen die vorzeitige Einreiseverweigerung ein,
der Fall landet innerhalb von kaum drei Tagen
vor einem Richter.
Unterdessen mischen sich alle in die Debatte ein,
die irgendwie Zugang zum Internet haben.
Die PR-Abteilung des Superstars
kann die Füße hochlegen,
die Kontroverse wird zu
dem Dauerthema schlechthin.
Nächster Plottwist:
Es tauchen Bilder von Djokovic auf,
die ihn einen Tag nach
seinem vermeintlich positiven Testergebnis
ohne Maske und händeschüttelnd
in der Öffentlichkeit zeigen.
Der Genesenennachweis gilt zwar immer noch,
aber entweder ist das Ding gezinkt,
um die Einreiseauflagen zu erfüllen,
ohne geimpft zu sein,
oder Djokovic ist einfach nur
ein selbstsüchtiger,
verantwortungsloser,
asozialer
und auch vorher schon unsympathischer
Kotzbrocken.
Der Spiegel
setzt dann noch einen drauf
und will herausgefunden haben,
dass mit dem Infektionsnachweis
tatsächlich etwas nicht stimmt(e):
Sofort nach Erscheinen der Dokumente
haben die Redakteure recherchiert
und herausgefunden,
dass zwar das Datum des Testes stimmt,
dieser allerdings negativ war.
Als sie diese Information
kurz der Veröffentlichung erneut prüfen,
ist das Ergebnis allerdings positiv.
Da zieht auch Karla Kolumna
die Augenbrauen hoch.
Anyway, der Richter jedenfalls
gibt darauf erst mal Djokovic recht,
warum auch immer,
er kann aus der Isolation,
ins richtige Hotel,
auf den Trainingsplatz
und sogar sein Erstrundenspiel wird ausgelost.
Über seine Teilnahme am Turnier
ist aber immer noch nicht entschieden,
und einen Tag später passiert es dann doch:
Die australische Bundesregierung
entzieht Djokovic das Visum.
Er muss/müsste ausreisen.
Sonntagmorgen dann die endgültige Entscheidung:
Djokovic muss.
Ein neuer Märtyrer für die Impfgegner.
Ganz toll.
Aber egal,
welchen öffentlichen Tennisplatz
Novak Djokovic als nächstes betritt,
solange dort Zuschauer anwesend sein dürfen,
kann er sich schon mal
auf ein ziemlich lautes Buuu-Konzert freuen.
Da kann sein Vater auf instagram
noch so viele Jesusvergleiche ziehen,
diese Geschichte vom „Joker“
ist höchstens
ein lächerlicher Jokus,
ein Djokovitz.
Ja, und genau so wie dieser verunglückte Gag:
Einfach nur ziemlich schlecht.
Wer darüber noch lachen kann,
verschwendet nicht nur seine eigene Luft.
Weiter zur nächsten
Witzfigur,
obwohl,
für noch einen Clown
hab ich eigentlich nicht so viel Zeit,
aber sei‘s drum:
Boris Johnson nämlich
tun die Lockdown-Parties gaaaaanz,
ganz, ganz dolle leid.
Und ein bisschen schuldig gucken,
während man vor der Queen niederkniet
und (nur symbolisch)
nach hoher Luft ringt,
hat in Großbritannien schon immer gereicht.
Dass er damit ein Vorbild sein will
und seine Gefolgschaft gleich mal mit entschuldigt,
um irgendwas gegen die immer weiter
fortschreitende Spaltung zu tun,
das glaub ich allerdings weniger.
Der Typ hat schon viel krassere Nummern abgezogen,
da kommt er mit so was doch locker durch.
Zumal seinen Job ja eh niemand anderes
machen will.
Ich könnte jetzt auch noch was
zum Skandal um Prinz Andrew schreiben,
aber dann bräuchte ich mich
auch nicht groß zu wundern,
wenn London
gar nicht mehr anruft.
Kein Witz,
dafür aber mit einem Bart,
der das politische Atmen inzwischen
mehr als nur behindert,
ist die Impfpflichtdebatte.
Es liegen im Grunde alle Vorschläge immer noch auf dem Tisch,
wäre ja auch sonst keine Debatte mehr,
was ja schade wäre,
könnten ja auf einmal viel weniger Wichtigtuer
die Luft wegatmen.
Was wohl auch der Grund ist,
weswegen sich der Gesundheitsminister raushält.
Seine Haltung kennen eh alle.
Jede Aussage seinerseits wäre nur
Perlen vor die Säue,
die eh nichts begreifen wollen.
Meine derzeitige Prognose:
Es wird letztendlich
auf eine zeitlich begrenzte Impfpflicht hinauslaufen,
und zwar vor allem für Risikogruppen und den sozialen Sektor.
Das schlägt auch die WHO so vor.
Man muss ja keine Ressourcen verschwenden,
wenn man mit ähnlichen Stoffen
inzwischen sogar Krebs vorbeugen kann.
Die traditionsbewusste AfD allerdings
möchte natürlich noch weiter debattieren,
als Opposition hat man ja auch wenig andere Möglichkeiten.
Und das machen die mit Herzblut
und unsäglicher Kreativität:
Beim Redebeitrag von diesem Bundeskanzler (Schultz? Scholl?)
halten sie selbstausgedruckte Zettel hoch:
„Freiheit statt Spaltung“
auf blau-weiß-rot,
was mehr als für sich selbst spricht.
Die Buddies der Neuen Rechten
planen derweil schon mal für den Tag X
(sagt sogar der Verfassungsschutz);
also dann, wenn alles zusammenbricht,
dann soll losgeschlagen werden.
Die Galgen sind schon gezimmert,
der Prozessort in Nürnberg fest gebucht.
Klar, wann sonst?
Dann, wenn der „Feind“ keine Luft mehr holen kann,
dann schlägt man zu.
Wie man das als ordentlicher deutscher Nazi
eben so zu machen hat.
Unter Medizinern
kursiert derweil die Erkenntnis:
„Die Impfung hat es schwer.“
Gemeint ist damit vor allem,
dass zu wenige ihre Wirkung einsehen,
als auch, dass sie (im besten Falle)
bald weniger notwendig sein wird.
In den USA jedenfalls
hat der Supreme Court
in dieser Woche einen Weg gefunden,
die geplante Impfpflicht vorläufig zu stoppen;
auch dort sind die Bundestaaten auf sich allein gestellt.
Und in Polen
hat gerade fast der gesamte „Corona-Rat“
(hier: „Expertenrat“)
hingeschmissen;
die Regierung dort hört lieber nur noch
den Schreihälsen zu.
Um schnell noch auf andere Art zu illustrieren,
auf welcher Seite des menschlichen Moralempfindens
wir uns gerade befinden,
hier in aller Kürze
das neueste vom ehemaligen (?)
Baby-Hitler.
Nix mit Festungshaft.
Der Ex-Kanzler Österreichs
ist jetzt auch noch Mitglied einer NGO
(dem European Council on Tolerance and Reconciliation)
mit Schwerpunkt,
achtung, wichtig,
Antisemitismus.
Nein, niemand hat hier
irgendjemanden des Whitewashings bezichtigt!
Ebenfalls dabei in diesem Club der Vorzeigemoralisten
sind Tony Blair (Ex-Präsident UK)
und José María Aznar (Ex-Präsident Spanien),
beide seinerzeit mitverantwortlich für den Einmarsch im Irak.
Also beide genauso far right und „israelfreundlich“
wie, zum Beispiel ein anderer Ex-Präsident,
genau, der Frisurensohn.
Sebastian Kurz dürfte sich also pudelwohl fühlen.
Die Lufttemperatur in Kalifornien
fällt außerdem nur selten unter 10 Grad,
schon mal gut für die Haare.
Und apropos „keine Glatzen“:
Was läuft gerade so bei den „Spaziergängern“?
Im Groben das Normalprogramm,
die Teilnehmerzahlen steigen nicht weiter,
die Sprüche sind die gleichen,
der Erfolg bleibt sowieso aus.
Allerdings zeigt sich auch
der Radikalisierungstrend immer deutlicher.
Am Montag gab es tagsüber
eine Bombendrohung
im Landtag in Magdeburg.
In Dresden werden Medizinstudenten
wegen Uniformierung
und Verstoßes gegen das Versammlungsrecht angezeigt,
weil sie sich von Impfgegnern
vor der eigenen Klinik
haben anspucken lassen.
Und an den Schulen
trudeln zunehmend
ernstzunehmende Drohschreiben ein.
Auch an meiner,
und wenn es sich nur
um „Aufklärungsmaterial“ gehandelt hat,
dem ausgedruckten Blogeintrag
irgendeines Quacksalbers aus der Schweiz.
Immerhin sauber zusammengetackert
und ohne Absender
in mit Namen beschrifteten Umschlägen.
Die Mühe macht sich niemand,
der nicht eigentlich noch ganz andere Sachen
machen wollen würde.
Aber:
Es scheint sich auch zunehmend
wieder Gegenprotest zu formieren.
Die Antifa quält sich vorzeitig aus dem Winterschlaf,
und auf dem Marktplatz in Magdeburg
ist nicht nur Geschwurbel zu hören,
sondern auch:
„Alles Antifa dahinten,
alles schwarzer Block“;
jetzt schon ein Klassiker
der antifaschistischen Videoschnipselgeschichte.
Es wird gemeinsame Sache gemacht
mit der Polizei!
#AQAB!
#wirsindmehr
oder weniger auch irgendwie
an Demokratie interessiert.
Deutschland im Winter.
Hier geht niemandem
so schnell die Puste aus.
Aus und vorbei immerhin
ist es aber schon wieder in Kazachstan.
Schutzpatron Putin
vermutet internationalen Terrorismus
(aka False Flag der Nato),
Kazachstans Präsident Tokajew
gibt natürlich den Muslimen die Schuld,
die Opferzahlen
werden noch mal nach oben verbessert,
und dann ist die Luft auch erst mal wieder raus,
mal schauen wie lange.
Jetzt ist die Normallänge einer Episode
schon so weit überschritten,
dass sogar noch Luft für den Sport bleibt,
also für Basketball.
In der NBA feiert nach vollen zwei Jahren
der dreimalige Champion Klay Thompson sein Comeback,
und wie!
Die letzten zwei Jahre verpasst,
wie schön das klingt.
Aber auch die NBA hat ihren ganz eigenen Novak Djokovic:
Kyrie Irving kann sich wahrscheinlich
allen Ernstes bald wieder voll einkaufen.
Der Staat New York ist bereit,
gegen Zahlung eines gewissen Bußgeldes
beide Augen zuzudrücken.
Fast so was wie Emissionshandel,
nur mit Viruslast.
Das beste also,
wie immer zum Schluss:
Die fortschreitende Klimakatastrophe
schreitet fort
und ihre Auswirkungen
wirken sich immer weiter aus.
In Wismar, zum Beispiel,
geht gerade das Licht aus.
Und das ist ausnahmsweise mal etwas gutes,
eigentlich.
Eines der nächsten größten Kreuzfahrtschiffe der Welt,
das ironischerweise auf
den Namen „Global Dream“
getauft werden soll,
wird erst mal nicht zu Ende gebaut.
Die Werft ist endgültig pleite.
Und auch in Brandenburg
macht das Klima
seiner eigenen Katastrophe einen Strich durch die Rechnung:
Teslas Gigafabrik für Energieverbrauchsobjekte
wird wohl nicht genug Wasser kriegen.
Jedenfalls nicht,
ohne die umliegende Versorgung
(zum Beispiel: Berlin) anzuzapfen.
Jetzt wird sich also bald zeigen,
wie böse Elon Musk wirklich ist,
oder ob er sein Prestigeprojekt
(„Automobilherstellerland Deutschland zerficken“)
trotzdem durchzieht.
Sollen die Märker
doch zusehen, womit sie sich
und ihre Wäsche waschen,
ihre Tiere versorgen
oder worauf sie mit ihren Booten rumfahren.
Zum Schluss nur noch
ein ziemlich geiles Bild aus der tagesschau,
das die ganze Misere ganz gut
in den goldenen Schnitt stellt.
Bei der Verteidigungsrede des Bundeskanzlers (Schultze?)
für den Ausstieg aus der Atomkraft,
sitzt Klimaminister Habeck
mit Maske dicht daneben
und unterbricht auch nicht,
als jener sich nicht gegen Gas ausspricht.
Windräder, Schwindräder!
Die verschwenden doch auch
nur Ressourcen, nicht wahr?
Auch die Luft müssen wir uns
schon noch vernünftig einteilen.
Gut,
Zeit zum Durchlüften,
eine Nacht lang flach atmen,
und weiter geht die wilde Fahrt.
Ich hab mir jetzt sogar so schicke
M3-Masken bestellt.
Kann man die eigentlich von der Steuer absetzen,
wenn man sie beruflich braucht?
Dazu müsste man allerdings
eine Steuererklärung …
Nein, bitte erst mal nicht noch mehr Kopfschmerzen.
Schluss für heute!
Einatmen, ausatmen.
Und noch mal:
Einatmen, austamen.
Meine Augen werden schwer,
meine Beine auch,
einatmen, ausatmen.
Und dann mal wieder durchschlafen.
Fast schon wie früher.
„Unser Kopf ist aus Stahl.
Wir sind hart,
bis wir uns abends
in den Schlaf legen.
Nachbeben.
Bloß ein Schock,
doch noch Jahre danach
sind unsre Herzen
Porzellanläden.
Nachbeben.
Pass auf
deine Seele auf!
Nachbeben.“
(Alligatoah: Nachbeben. 2022)

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