„There is a theory which states that if ever anyone discovers exactly what the Universe is for and why it is here, it will instantly disappear and be replaced by something even more bizarre and inexplicable. There is another theory which states that this has already happened.“
(Douglas Adams: Hitchhiker’s Guide to the Galaxy. 1979)
So.
Und wenn das jetzt
nicht der Dritte Weltkrieg ist,
was denn dann noch?
In diesem Unsinne also erst mal,
noch nachträglich:
Happy Birthday to me.
Die eventuelle Frage
nach meinem aktualisierten Lebensalter
wurde eingangs bereits beantwortet,
und beschenkt wurde ich
in diesem Jahr
ja auch schon mehr als genug.
Stimmt doch,
oder, Montana?
Aber um die rhetorische Eingangsfrage
nur noch schnell zu beantworten:
Die entscheidende Schlacht,
die die Antwort darauf sein wird,
kann jetzt nur noch die um Taiwan werden.
Und bis dahin
wird es vermutlich sogar
schon die UN selbst zerlegt haben.
Denn die steckt gerade in einer Krise,
wie ich sie noch nicht bewusst erlebt habe.
Zäumen wir das Pferd doch mal vom Schwanze auf
(wegen eines vermeintlichen Sinnes des Ganzen
braucht sich ja schon lange niemand mehr
den Kopf zerbrechen).
Also:
Heute hat das erste europäische Land
offen den Austritt aus dem Völkerbund gefordert.
Nein, noch nicht Österreich
oder Ungarn.
Aber Tschechien,
beziehungsweise deren Außenministerin,
und zwar mit diesen Worten,
veröffentlicht,
wo sonst,
auf X:
„Vor genau drei Wochen hat die Hamas
mehr als 1.400 Israelis ermordet,
was gemessen an dessen Bevölkerungszahl
mehr Opfer bedeutet
als die militante islamistische Organisation Al-Kaida
am 11. 9. 2001 in den USA ermordete.
Und nur 14 Länder
einschließlich unserem
haben sich klar und unmissverständlich
gegen diesen beispiellosen terroristischen Angriff gestellt!
Ich schäme mich für die UNO.
Nach meiner Meinung hat die Tschechische Republik
in einer Organisation von Terroristen-Fans,
die das Grundrecht auf Selbstverteidigung nicht respektiert,
nichts verloren.
Treten wir aus.“
Genau, sie hat 140+ Länder der Welt
öffentlich als „Terroristen-Fans“ bezeichnet.
Ich übersetze weiter:
Sich „klar und unmissverständlich
gegen diesen beispiellosen terroristischen Angriff“ zu stellen,
bedeutet:
Keine „Humanitäre Feuerpause“
(mein absoluter Top-Favorit auf das globale Unwort des Jahres)
zuzulassen,
womit die ca. 1,95 Millionen Zivilisten
mal kurz nicht noch weiter
im Elend versinken würden.
Denn um nicht mehr
ging es in dieser historischen Resolution,
die aber wenigstens angenommen werden konnte
(sinnvoller/loserweise hat Deutschland sich enthalten).
Ansonsten wäre Guiterrez
wahrscheinlich auch sofort zurückgetreten,
zu Recht.
Ungeachtet all dessen aber
(auch die EU hat am Mittwoch eine Feuerpause gefordert)
hat die „Bodenoffensive“ gestern begonnen:
Für gute 24 Stunden ist der gesamte Gaza-Streifen offline,
und die israelische Armee marschiert in Nord-Gaza ein.
Gleichzeitig fliegt die US-Luftwaffe
Angriffe auf Ziele in Syrien,
im Westjordanland
schlagen israelische Granaten ein,
und Benjamin Netanyahu
stimmt die Weltpresse
auf einen langen und schwierigen Krieg ein.
Der Fleischwolf dieses
heißt nur dieses Mal
nicht Stellungskrieg,
sondern Häuser-, Straßen- und Tunnelkrieg.
Wäre ich Militarist,
ich hätte sicher schon ganz feuchte Augen.
(… Und ich hatte mir mal vorgenommen,
nicht so viel über Krieg schreiben zu wollen …)
Südlich von Gaza-Stadt
befindet sich also spätestens jetzt
das mit Abstand größte
geschlossene Flüchtlingslager der Welt,
direkt an der Grenze zu Ägypten.
Und das, zum Beispiel,
finden die Vereinten Nationen
irgendwie nicht so cool,
und bitten Israel
daher um eine kleine Pause
seines Rachekrieges
(den man gefälligst Verteidigungskrieg zu nennen hat).
Israels Antwort:
„In was für einer Welt leben sie eigentlich?“
Hm.
In einer Welt der Vereinten Nationen
offenbar schon mal nicht.
Aber auch die Heimatfronten
brennen inzwischen lichterloh,
und kriegslogischerweiser
geht es auch hier maximal dreckig zu.
Keine Unterstellung ist da noch zu billig:
Ein gewisser Frederic Schwilden (Die Welt)
stellt „Promis“ an den Pranger,
weil sie wohltuender und weiser Weise nach
einfach mal die Fresse halten.
Greta Thunberg
wird öffentlich „disqualifiziert“,
was wohl die reaktionäre Version
von „gecancelt“ sein soll.
Wie immer hat sich auch
die Linke völlig verkracht:
Blitzgescheite Geister
befürworten den Rachekrieg
(Bernhard Torsch)
oder trauen sich,
Israel weiterhin als Kolonialstaat zu bezeichnen
(Fabian Lehr).
An Schulen und in Behörden
gehen massenweise Bombendrohungen
mit „Nahost-Hintergrund“ ein.
In Neukölln wird das neue Gaza ausgerufen.
Wenn irgendwas davon
für irgendjemanden noch Sinn ergeben sollte,
bitte meldet Euch!
Apropos Sinnlosigkeit.
In Maine,
dem sichersten
aller US-Bundeststaaten
gab es das nächste größere Massaker
eines Rechtsterroristen.
Der 40jährige Army Reservist,
der für seine labile Psyche wohlbekannt war,
hat in der Innenstadt von Lewiston
mehr als zwei Dutzend Menschen
mit einem Sturmgewehr erschossen.
Über die Verschärfung
der US-Waffenrechte wird im Anschluss
aber nur noch auf X debattiert.
Denn die USA haben ihren Sinn für’s Ganze
anscheinend auch endgültig aufgegeben.
Trump pöbelt auch nach der zweiten Geldstrafe weiter,
Mike Pence zieht jetzt schon seine Bewerbung zurück,
und die Late Night Shows
sind endlich wieder
zum klassischen Wohlfühlkabarett zurückgekehrt.
Und damit sind wir auch schon beim neuesten Schrei
in Sachen Deutsche Politunterhaltung angelangt;
lechts und rinks
sind inzwischen wahrscheinlich
auch ein und das gleiche.
Sahra Wagenknecht jedenfalls
zieht es trotzdem wirklich durch.
Mit ihr verlassen zum nächsten Jahr
auch zehn weitere Abgeordnete
die Bundestagsfraktion von Die Linke,
aka Uralt-Partei.
Und in der rechten Ecke
hätten wir dann noch
Kommissar Aiwanger,
der jetzt doch wirklich
gegen seinen ehemaligen Lehrer ermitteln lässt,
im Grunde ja wegen Hochverrats.
Meine Mutter jedenfalls
wird Sahra wählen,
egal ob die zukünftige Partei
dann genau so auch genannt werden wird.
Sie hat ihre guten Gründe,
und der wichtigste ist mit Sicherheit
Sahra Wagenknechts Haltung hierzu:
Kriegsprotokoll. Schreibtisch. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe. Woche 85.
Herbstpatt. Montag: Ein Drohnenangriff auf Odessa wird abgewehrt. China und Russland bauen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter massiv aus. Dienstag: Die „Krim-Plattform“ tagt in Prag, um die Aufmerksamkeit weiter auf den Krieg zu lenken. Awdijiwka bleibt noch umkämpft. In Cherson werden Kinder zwangsevakuiert. Deutschland spannt einen „Winterschutzschirm“ auf (1,4 Milliarden). Am Abend wird Awdijiwka endgültig evakuiert. Mittwoch und Donnerstag: Russland fängt ATACMS-Raketen ab. In Cherson schlagen russische Granaten ein, ein Teenager stirbt. Die Slowakei stoppt die Ukraine-Militärhilfe. Russland erhöht den Militärhaushalt auf ein Drittel des Gesamthaushaltes. In der Gegend um Kupjansk werden alle Kinder evakuiert. Die USA kündigen weitere 150.000.000 Dollar Militärhilfe an. Selenskyj warnt vor einer „zweiten Front“ im Nahen Osten. Ein chinesisches Frachtschiff soll die Pipeline vor Finnland zerstört haben. Freitag: Der neue Speaker of the House (Mike Johnson) fragt nach den US-Zielen in der Ukraine. In Charkiw wird eine Feuerwache zerstört. In Cherson treffen russische Raketen das Stadtzentrum. Samstag: Auf Malta präsentiert die Ukraine einen 10-Punkte-Friedensplan, den Russland ablehnt. Drohnen verhindern die Flucht ukrainischer Soldaten bei Odessa. Sonntag: Lukaschenko sieht eine Pattsituation und fordert Verhandlungen. In Krasnador brennt eine Ölraffinerie. Auf Malta sprechen sich 62 Delegationen für den ukrainischen Friedensvorschlag aus. Die Schlachtfelder versinken im Herbstregen.
Ja, auch mir ist aufgefallen,
dass der Umfang des Kriegsprotokolls
in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen ist.
Ob und welchen Sinn
das jetzt aber schon wieder machen soll,
darüber jetzt auch noch zu schreiben,
das erspare ich uns jetzt mal allen.
Denn immerhin
muss ich bis Jahresende
sowieso noch mindestens fünf mal
eine Deadline einhalten,
bei der ich dann auch wieder bloß
Meldungen wie diese hier
um nur ein paar Stunden „verpassen“ würde:
Zur Stunde
bricht die die zivile Ordnung in Gaza zusammen.
Es werden die UN-Warenlager geplündert.
Der Hunger mischt sich früh in diesen Krieg ein.
Also bleibt die eingebildete Sinnsuche
wohl mal wieder nur der Subjektivität vorbehalten,
will sie denn überhaupt noch etwas finden.
42 also.
Als Ende 30
gehe ich also nicht mehr durch.
Erste Erkenntnisse:
Ich kriege inzwischen gehäuft Dinge geschenkt,
die ich bereits besitze,
nur eben zu den passenden Gelegenheiten
von den richtigen Menschen.
Auch die erst nachträglichen Glückwünsche werden mehr,
schön, wenn das Alter mal für ein paar Jahre
(also bis Ende 40)
mal nicht mehr ganz so wichtig erscheint.
Mein siebentes Lebensjahrsiebt
beginne ich
also noch immer
in einer zu kalten Wohnung
im Weltkulturerbe;
die Lieferschwierigkeiten haben sich bis auf den
Sanitärbereich des Elfenbeinturms ausgeweitet,
die Krise ist auch hier langsam spürbar.
Ich arrangiere mich damit,
indem ich Winterpreiselbeeren aus Thale
in den Balkonkasten pflanze
und mir warme Gedanken
für die Zeit bis Weihnachten mache:
Endlich wieder einsame Abende genießen.
Endlich wieder Glühwein(-kotze)duft
direkt vor der Haustür!
Endlich wieder richtig was los
auf dem Schreibtisch!
Bis Weihnachten
werde ich viel sinnvolles lesen (wollen/müssen),
also weniger Nachrichten!
Und ja,
verdammt noch eins,
meinen Morgenkaffee
werde ich endlich wieder
mit neuen Basketballstatistiken verbringen.
Hier nur mal ein Vorgeschmack:
Luca Doncic,
wer sonst,
do-mi-niert
die ersten Spieltage.
Der Mann ist anscheinend immer
für locker 40 Punkte gut.
Und für Daggerthrees,
die sich nicht mal Stephen Curry
wagen würde.
Gut.
Und auch weil wir ausnahmsweise
grade mal bei warmen Gedanken sind,
nutze ich den Moment,
um die Episode ausklingen zu lassen.
Und zwar mit einer Neuigkeit,
die bitte sofort Schule zu machen hat:
Grönland
behält die Sommerzeit.
Hat also jetzt
ca. 175 Stunden Abendlicht
mehr
pro Jahr.
Endlich also doch noch was,
das direkt
Sinn ergibt.

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