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Hip, Hip – Hurrra! (S12:Ep6)

von | 2025 | 23. März | Die Serie, Staffel 12 - Dancing With Wolves

Bild: Ecke Hölle. Quedlinburg. Frühling 2025.

 

 

„I am so blissfully unaware of everything.
Kids in Gaza are bombed
and I’m just out of it.
The tensions of the world are rising higher,
we’re probably due another war with all this ire.
I’m not smart enough to change a thing,
I have no answers,
only questions,
don’t you ask a thing.

All the silver tongued suits and cartoons that rule my world
are saying it’s a high time for hypersonic missiles.
When the bombs drop, darlin‘,
can you say that you’ve lived your life?
Oh, this is a high time for hypersonic missiles.“

(Sam Fender. 2019)

 

 

So.
Alles Leichte und Schöne
zum ersten offiziellen Frühlingssonntag des Jahres
schiebe ich ans Ende der Episode.
Denn meine Hände wiegen
immer noch schwerer als bisher
auf der Tastatur:
Der Kalte Weltkrieg hat also begonnen,
da ist der Ukrainekrieg
noch immer ganz schön heiß.
Bereits am letzten Sonntag,
nur wenige Stunden nach Redaktionsschluss,
sozusagen als Gute Nacht-Geschichte,
bringt die Tagesschau auf der Startseite
(nicht zum ersten Mal)
diese Art von nachdenklich machen sollender
Unwohlfühltstory:
„Daniel Gay
verweigerte den Dienst an der Waffe,
wurde ausgemustert
und war froh darüber.
Knapp 20 Jahre später
macht er freiwillig
eine Grundausbildung für Ungediente.
Was treibt ihn an?“
Gute Frage.
Vielleicht ja irgendwas hiervon;
Willkommen
in der deutschen
Kriegswirtschaft,
es war wohl wieder mal an der Zeit:

Die OECD halbiert(!)
die Wirtschaftsprognose für Deutschland,
aber das noch vor den historischen „Sondersitzungen“.
Audi streicht 7.500 Stellen bis zum Ende des Jahrzehnts.
Die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst sind gescheitert,
selbst die taz kritisiert jetzt schon die Gewerkschaften,
dafür wäre ja nun mal gerade gar keine Zeit;
aber zum Verhalten meines geliebten Linksliberalismus
gleich noch etwas mehr.
Auch Siemens streicht weltweit 6.000 Stellen.
Ergo:
Der Industriestandort Deutschland hat eingesehen,
dass es so nicht weiter gehen kann,
und die einzige Möglichkeit,
die der westliche Kapitalismus
noch zu dessen Rettung sieht,
heißt konsequenterweise
Aufrüstung.
Und zwar
in seit 80 Jahren
ungekannten Größenordnungen.

Am Montag
wird noch eine letzte Feigenblatt-Krisensitzung abgehalten,
angeblich wackelt Merz wohl noch ein letztes Mal,
denn kurz wird klar,
dass mit den geplanten Kriegskrediten
auch allerschwerste Austeritätspolitik einhergehen wird,
und das diesmal nicht nur im großeuropäischen Ausland.
Der Kanzler in spe lässt aber selbstsicher wissen:
„Die Zeiten des Paradieses sind vorbei.“
Also für die meisten.
Die Grünen
machen es auch nicht weiter spannend:
Die 100.000.000.000 für den Klimaschutz,
die insgesamt ein Zehntel dessen ausmachen,
was wir alle seit dieser Woche an Schulden haben,
werden zwar mit Sicherheit
durch die Folgen der anderen 900.000.000.000
locker zunichte gemacht,
aber das scheint in der Logik
von verängstigten Linksliberalen
irgendwie keine Rolle zu spielen.
Denn viel wichtiger ist es,
die Tatsache kleinzureden,
dass die ehemalige Friedenspartei
einer Grundgesetzänderung zustimmt,
die es ermöglicht,
unendlich viele weitere Schulden aufzunehmen,
solange die der Kriegstüchtigkeit entgegenkommen,
und das auch noch als Teil eines abgewählten Bundestages.
Laut einigen Grünen
(selbst hier, oder gerade hier in der Provinz)
sei Kritik daran
aber
irgendwie
doch ziemlich
„demokratietheoretisch“.

Irgendwie doch ziemlich
demokratiepraktisch
wird es dann also am Dienstag.
Bayern hat bereits gestern schon
grünes Licht für die folgende Bundesratsstimmung
am Freitag gegeben,
nachdem der braune Hubert A.
noch ein bissl stänkern durfte.
Also,
wird es wenigstens einen Liebknecht geben?
Es sieht nicht so aus:
Weitere Eilanträge zur Verhinderung der Sitzung
werden trocken abgelehnt.
Die AfD verlangt
die vorgezogene Konstituierung des neuen Bundestages,
um die Sondersitzungen zu verhindern,
bräuchte dafür aber eine 1/3-Mehrheit,
die Die Linke,
obwohl sie könnte,
verweigert;
selbst Fabian Lehr ist (his kind of) sprachlos.
Die Abstimmung verläuft dann wie erwartet,
Hände werden geschüttelt,
Bellizisten und deren Sofafreunde lachen in Kameras,
das BSW hält kurz Schilder hoch,
die an 1914 erinnern,
von Liebknecht aber keine Spur.

Die Versuche der FDP und der AfD,
bis zum Freitag noch irgendwas zu verhindern,
scheitern ebenso sang- wie klanglos.
Im Bundesrat enthalten sich dann lediglich vier Länder:
Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Thüringen
und Sachsen-Anhalt.
Alle anderen sind die Zweidrittelmehrheit.
Besonders bitter:
Die Linke aus Bremen und Mecklenburg-Vorpommern
stimmt sogar für die Kriegskredite;
die junge welt titelt also am Samstag:
„Bye-bye, Friedenspartei“.
Einer der ersten Gratulanten
ist dann auch schon der Nato-Generalsekretär.
Hoch soll sie also leben,
die mächtigste deutsche Kriegswirtschaft
seit dem Dritten Reich.
Und wahrscheinlich nicht zur Belohnung
wird die scheidende, grüne Außenministerin
als Präsidentin der UN-Vollversammlung vorgeschlagen;
Die ACAB-Graffitis in New York
brauchen nicht übersprüht zu werden.

Und ebenfalls am Samstag,
nun ja,
gibt es weitere Hinweise darauf,
welche Art von Frühling wir in diesen Tagen erleben:
Die Polizei Berlin
attackiert Antifas
am Ende einer bis dahin gut verlaufenen Demo,
immerhin konnten die blockierten Nazis
keinen einzigen Fußbreit marschieren.
Nachdem der BGH
die fünf Jahre und drei Monate Haft für Lina E. bestätigt hat,
und sich Emilie D. in Thüringen den Behörden gestellt hat,
weil sie in Ungarn Nazis geboxt hat,
wird weiter klar gemacht,
wer die wirklichen innerdeutschen Feinde sind.

Und apropos Ungarn,
wir sind mit der Aufrüstungsorgie
ja noch nicht fertig:
Denn auch die EU
stimmt für Ursels Kriegskredite,
spätestens 2030 ist es dann endlich soweit,
Putin hat nur zwei Jahre Vorsprung.
Nur Ungarn,
das will das irgendwie nicht.
Autokratenloyalität
oder einfach nur keinen Bock
auf Panzer in Budapest?

Und außerhalb der EU,
im UK,
wird dann auch schon mal vorgemacht,
wer als erstes die Folgen der Kriegsmaschinerie zu spüren bekommt,
nämlich die, die dafür „nutzlos“ sind:
Die Unterstützungen für Menschen
mit Behinderungen
werden um 5.000.000.000 Pfund gekürzt.
Ganz im Sinne des Großen Bruders.

 

Downward Spiral
oder: Constitution Missing in Action

Trump lässt zum Wochenanfang
200 Venezolaner (Gangmenbers!)
ohne Anklage und Verfahren
nach El Salvador deportieren,
obwohl ein Bundesrichter das untersagt hat,
u.a. weil das entsprechende Gesetz
nur für Kriegszeiten gilt.
In Chicago kommt es
zur ersten größeren Massendemo gegen Trump.

RFK Jr. macht derweil Werbung für Fast Food,
als Gesundheitsminister.

Das Weiße Haus brüstet sich
auf Social Media
mit der Deportation einer Libanesin,
die auf Nasrallahs Beisetzung war.
Trump besucht das Justizministerium
und diktiert den Staatsanwälten:
Medien, die ihm widersprechen
sind „illegal und korrupt“.

Elon Musk versucht
die Supreme Court-Wahl in Wisconsin
zu manipulieren (auch mit Geld).

Trump erwägt,
die Begnadigungen durch seinen Vorgänger
zu annullieren,
die wären alle mit einem „Autopen“ unterzeichnet.

Die US-Tourismusverbände schlagen Alarm:
Die Gäste aus Übersee brechen weg,
und mit bzw. ohne die
brechen die Aktien der der Fluggesellschaften ein.

Der Kongressabgeordnete Brandon Gill (TX)
gibt den Plan bekannt,
gegen den (von Obama bestellten) Bundesrichter
(siehe oben)
ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten.

Elon Musk bestätigt,
das Risiko,
von Killer-AI-Robotern ausgelöscht zu werden,
liegt in den nächsten 10 Jahren bei 20%.
Den Anteil,
den seine eigenen Bots daran haben werden,
scheint er nicht eingerechnet zu haben.
Immerhin ist SpaceX noch zu etwas nützlich:
Zwei Nasa-Astronauten,
die, statt einer Woche,
ganze zehn Monate im All waren,
konnten sicher im Meer abgesetzt werden.

Da anscheinend kurz Langeweile aufkommt,
werden die kompletten Kennedy Files freigegeben.
Ergebnis:
Absolut nichts neues.

Derweil nehmen die Anschläge
auf alles, das mit Tesla zu tun hat
neue Ausmaße an.
Kein Tag vergeht,
an dem nicht dutzende Swasticars in Flammen aufgehen.
Trump nennt das „domestic terrorism“,
der außerdem von den radikalen Linken bezahlt werde,
letztendlich also auch bloß wieder von George Soros.

Mitte der Woche heißt es dann bei Fox:
„Class Dismissed“.
Per Präsidialdekret löst Trump
das Bildungsministerium auf.
Zum Einen, um die Bildung
„wieder in die Familien zurückzugeben“,
zum Anderen,
um Geld einzusparen,
diese verdammte Integration
kostet einfach zu viel,
wie im UK leiden die Wehrlosen zuerst.

Tesla muss alle Cybertrucks zurückrufen.
Auf den Highways sammeln
sich einfach abgefallene Karosserieteile,
der Kleber scheint ein Verfallsdatum zu haben.
Boah, Elon,
lass ma lieber E-Trabis bauen in Grüneheide,
die halten zehn mal länger.

Barron Trump (keine neuen Follower)
postet eine gefaketes Time Magazine Cover
mit ihm selbst auf dem Titel,
im Untertitel steht:
„The future commander in chief“.

Trump Sr. beschwert sich dann beim Supreme Court
wegen des „lunatic“ Bundesrichters,
Chief Justice Roberts
hält weiter dagegen.

Fox macht inzwischen 24/7
kostenlos Werbung für Tesla.
Die Talfahrt der Aktie hält das nicht auf.
Für Musk kommt es aber noch schlimmer:
Anonymus erklärt Musk und Trump
den Info-Krieg
auf Tik-Tok.
Das Hackerkollektiv hat angeblich
sogar Beweise
für eine enorme Wahlmanipulation.
Elon hockt derweil im Pentagon
und wird über die Möglichkeiten
eines Kriegs mit China gebrieft.
Die Putzkräfte sollen Überstunden geschoben haben,
die Spiegel auf der Herrentoilette…

Das Auswärtige Amt warnt inzwischen schon
vor Abschiebungen von unbedarften Touristen;
bis zum Herbst vergehen nicht mehr sieben Monate…

Elons Tochter
gibt keinen Fick auf ihren Vater
in der Teen Vogue,
und der antwortet stumpf:
Trans Menschen sind gewalttätig
und haben sein Auto angezündet.

On a Friday Night
sitzt die ganze Verbrecherbande gemeinsam
beim Wrestling in der ersten Reihe.

Zu Beginn des Wochenendes
wird eine Karte veröffentlicht,
die alle Tesla-Fillialen, Ladesäulen
und die Adressen aller DOGE-Mitarbeiter zeigt,
inklusive Markierung der Punkte,
an denen bereits Molotowcocktails geflogen sind.
Soll wohl Guerilla-Bürgerkrieg sein.

Tesla ist in Deutschland inzwischen praktisch wertlos,
und über 90% würden sich (laut Umfrage)
niemals so eine Karre kaufen.
Elon bettelt daheim Shareholders an.

Der französische Abgeordnete Glucksman
will öffentlich die Freiheitsstatue wieder haben,
wegen Gründen.
Press Secretary Leavitt soll antworten:
„Seien sie dankbar,
dass sie nicht Deutsch sprechen.“
Hallo?

Elon braucht das Ketamin momentan mehr
als dass er danach süchtig ist:
Sogar Italien nimmt wieder Abstand.
Nicht nur zu Tesla,
sondern zu Starlink.
Jeff Bezos schwimmt wieder seelenruhig
in seinem x-ten Infinty Pool.

Der Preis für die zweitgrößte Ekelhaftigkeit der Woche
(nach der Auflösung des Bildungsministeriums)
geht raus dafür,
dass Greenpeace
300.000.000 Schadensersatz
an einen Pipelinebetreiber zahlen soll.

Ihren Weg von unten nach oben
setzt entgegen all dieses Irrsinns
derweil Alexandria Ocasio-Cortez fort:
Sie begleitet Bernie Sanders
auf seiner Fight Oligarchy Tour
(Nevada, Colorado (36.000!), Arizona)
und gilt einigen bereits
als letzte große Hoffnung.
Why the hell not?

 

Gut.
Weiter mit Krieg,
solange er noch nicht bei uns angekommen ist.
Variante Bürgerkrieg
herrscht seit einigen Tagen
auch in der Türkei mal wieder.
Istanbuls Oberbürgermeister Imamoglu,
einer der letzten verbliebenen Gegner Erdogans,
wird festgenommen
und sitzt zur Stunde in Untersuchungshaft.
Die Ausschreitungen nehmen täglich zu.
Die Türkische Lira stürzt noch weiter ab.
Und X sperrt sämtliche Oppositionsaccounts,
just like that.

Bevor wir zu den beiden momentan größten Varianten kommen,
nur schnell noch
eine weitere beunruhigende Nachricht,
wenn auch aus Afrika (weit weg):
Ruanda
weist alle europäischen Diplomaten aus.
Und das ist nie ein friedliches Zeichen.

Der Gazakrieg ist also wieder voll ausgebrochen,
40 Tage ohne Bomben sind vorbei,
der Ramadan ist es noch nicht,
da fliegen die IDF wieder schwere Luftangriffe,
mehr als 500 Menschen sterben im Süden des Streifens.
Selbst die USA haben kein Problem mehr damit,
das war so abgesprochen.
Netanyahu verspricht:
„Das ist nur der Anfang!“
und nennt das Manöver
„Verhandlungen unter Feuer“.
Mitte der Woche marschieren auch
die Bodentruppen wieder nach Gaza ein.
In Tel-Aviv und Jerusalem demonstrieren
sofort wieder zehntausende Menschen dagegen.
Der britische Außenminister
vermutet gar
einen Verstoß gegen das Völkerrecht.
Und die USA sind inzwischen sogar fein mit der Hamas,
solange die ihre Waffen abgeben (Witkoff).

Ach ja,
im Jemen wird auch
weiter bombardiert.

 

Kriegsprotokoll. Schreibtisch. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe.
Woche 158.
Vielleicht mal 30 Tage Waffenruhe, außer an der Front. Montag: Die Woche beginnt mit gegenseitigen Drohnenangriffen. Stepove (Saporischija) wird eingenommen. Für morgen wird ein Telefonat zwischen Putin und Trump bestätigt. Airbus fordert, dass Rüstungseinkäufe nur noch in Europa stattfinden sollen. Dienstag: Polen und die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland wollen wegen der militärischen Bedrohung durch Russland aus dem Ottawa-Abkommen zum Verbot von Antipersonenminen aussteigen. Trump erwägt die Anerkennung der Krim als russisches Territorium. Frankreich will verstärkt in seine Luftwaffe und seine nukleare Abschreckungsfähigkeit investieren. Der Bundestag billigt die Kriegskredite, Ausgaben für Verteidigung, Zivilschutz und Nachrichtendienste sowie zur Unterstützung der Ukraine sollen weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen werden. Trump und Putin einigen sich darauf, eine begrenzte Waffenruhe für Energie- und Infrastrukturziele im russischen Angriffskrieg anzustreben (beim Telefonat hat Putin Trump eine Stunde lang warten lassen, vor Publikum). Luftalarm in Kiew, Explosionen im Stadtgebiet. Die deutsche Ukrainehilfe wird um weitere 3.000.000.000 aufgestockt. Mittwoch: Die Drohnenangriffe halten unvermidert an. Pistorius nennt das Telefonat von gestern eine „Nullnummer“. Putin besteht weiterhin auf alle vier besetzten Oblaste. Die USA wollen die ukrainischen Energieanlagen übernehmen, um sie besser schützen zu können. Kupjansk wird mit Gleitbomben angegriffen. Donnerstag: In Krasnodar brennt die zweite Nacht ein Öldepot nach einem ukrainischen Angriff. Saratow und speziell Engels werden mit dem bislang größten ukrainischen Drohnenangriff überzogen. Medwedew: „Merz lügt schon wie Goebbels.“ Freitag: Die „Koalition der Willigen“ ist bereit in „operative Phase“ einzutreten (Starmer). Odessa und Saporischija werden mit Drohnen attackiert. In Kursk geht eine Pipeline in Flammen auf. Russland hält sich noch an die Waffenruhe bezüglich der Infrastruktur. Schoigu trifft Kim Jong-Un in Pjönjang. Der „Plan zur Wiederaufrüstung Europas“ wird nach Beschwerden von Italien und Spanien umbenannt: Readiness 2030“. Samstag: China interessiert sich für die „Koalition der Willigen“. Selenskyj besucht die Soldaten bei Prokowsk. Sonntag: Kiew wird in der Nacht mit Drohnen angegriffen, Saporischija mit Gleitbomben, drei Menschen sterben. Der Rest wartet auf die nächste Verhandlungsrunde, ab morgen in Saudi Arabien.

 

Reicht dann wieder erstmal hin, oder?
Bis 2030
ist auch morgen noch genug Zeit,
und der Kalte Weltkrieg
bleibt auch ohne meine Fingerspitzen
bis dahin bestimmt noch warm genug.

Also, hoch die Malzkaffeetasse!,
es gibt auch noch andere Sachen.
Und dabei dann sogar gute.
Und ihr könnt Euch auch denken,
wo:
Denn während sich über dem UK
atmosphärische Flüsse entladen,
und in Süd-Korea
die Hollywoodbrände nachgestellt werden,
hat es hier im Weltkulturerbe
seit inzwischen vier Wochen nicht geregnet.
Trotzdem liegt Saharastaub auf den Autos
und die Pollen tollen durch die Luft.
Seit gestern sollte es eigentlich
schütten wie aus Eimern,
aber bis zur Stunde (Abendbrot)
wieder nur Wolken,
die nicht nach Regen aussehen.
Noch ist das sehr schön.

Quedlinburg hat aber sowieso ganz andere Sorgen.
Die Wochenendausgabe des HarzBoten
macht mit einem Skandal auf:
„Es brodelt bei den Stadtwerken“,
nein, keine unterirdischen Aktivitäten,
und auch mit den Abwasserleitungen ist soweit alles ok,
es geht, was sonst, ums Arschlochsein.
Im Verdacht steht dabei
der Geschäftsführer unseres Versorgungsunternehmens,
ein Brillenträger namens Eiko Fliege
ziert samt Zitat
den Bericht über seine angeblichen Machenschaften.
90% der Belegschaft haben einen offenen Brief geschrieben,
der es in sich hat:
Verzögerung wichtiger Entscheidungen,
nicht eingetriebene Forderungen,
falsche Priorisierungen beim Klietz und dem Lehof-Campingplatz,
„beide neuen Attraktionen
werden von der Freizeit und Service Quedlinburg GmbH betrieben –
die Muttergesellschaft der Stadtwerke leitet Fliege ebenfalls“;
oha!
Magelndes Compliance Management
und nicht ausreichend transparente Vergaberichtlinien.
Aber dabei bleibt es nicht,
es gibt „ernstzunehmende Berichte“ über Mobbing,
hochqualifizierte Kolleg*innen hätten deswegen
das Unternehmen verlassen,
das verbliebene Team ist überlastet.
Der Chef möchte sich momentan nicht äußern
und belässt es also bei einem Zitat,
über dem sein Lächeln abgedruckt ist:
„Meine wichtigste Aufgabe ist es,
Schaden vom Unternehmen abzuwenden.“
Klingt das etwa nach Rücktritt?

Anyways,
die Wolken werden langsam dunkler,
und das nicht,
weil die Sonne schon untergegangen wäre.
Im HarzBoten
steht übrigens genau fast nichts
über den beginnenden Frühling,
sogar für den Bücherfrühling
bleiben nur zwei Zeilen Veranstaltungsankündigung
für die Reichenstraße.
Aber, was soll ich sagen,
die Stadt ist trotzdem voll,
und irgendwie
hat sich für den Moment
das Publikum geändert.
Irgendwie weniger Volk,
irgendwie mehr Café Franz;
Frühblüher sind besonders hübsch,
wenn sie vergehen.

Und hier in der Hölle
wurden heute die ersten Erdbeeren verschenkt.
Meine Nachbarin hatte welche zu viel,
ob ich denn meine aus dem letzten Jahr noch hätte.
Meine Lüge (ja) hat sie einfach überhört,
und jetzt muss ich mir überlegen,
wie ich die auf dem kleinen Balkon noch unterkriege.
Aber das mache ich morgen,
um mich dann
von dem flauen Gefühl abzulenken,
dass Buchmessebesuche mit Schüler*innengruppen
auch schon mal stressfreier waren.
Bis dahin feier ich noch das Wochenende:
Der Papst hat seine beidseitige Lungenentzündung überlebt!
March Madness is on!
(Duke rasiert Mount St. Mary’s
und Cooper is back in action)
Fast alle Spiele der Indiana Fever
werden ab bald national übertragen,
Caitlin Clark ist noch nicht mal
im Trainingscamp angekommen; Spring is coming…

 

„Und überall
wo man hinguckt:
Liebe
und
Frieden
und so.“

(Die Ärzte. 1995)

 

 

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