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Running With A‘ Pack (S12:Ep9)

von | 2025 | 25. Mai | Die Serie, Staffel 12 - Dancing With Wolves

 

„It is sad
the wolf exists
to manage the spread of man
and men exist
to manage the spread of the wolf.“

(Chief Rainwater.
In: Yellowstone. S4:Ep9. 2023)

 

 

So,
kaum sitze ich wieder,
in fünf Stunden mit der Deadline verabredet,
kaffeetrinkend am Schreibtisch
und versuche die letzte Woche zu verarbeiten,
da steht das Wegrennen
auch schon wieder
mit geschnürten Stiefeln
auf der Türschwelle.
Und ich kann es kaum erwarten;
der Wald ruft
immer noch
am schönsten.
Momentan macht mir nur das Wetter Sorgen.
Vorgestern Nacht
fegten frostige Winde
über die Brockenkuppe,
und der Regenbogen,
den das Großrudel
auf den Berg getragen hatte,
zitterte in den nebligen Böen.
Für die nächsten Tage
ist wenig Sonnenschein angesagt,
und mit etwas Glück
auch nur wenige, hoffentlich kurze Schauer.
Zur Erklärung:
Meine Klasse (und ihre Parallelklasse)
wandert von morgen frühs an
für mehr als 50 Stunden am Stück
durch den Wald.
Nach der Nacht auf dem Brocken
und der Party gestern Abend
wird das die erste Herausforderung
für die jetzt Jugendlichen;
Ihr könnt Euch vorstellen,
wie da gerade
schon zum sechsten oder siebenten Mal
der Rucksack umgepackt wird;
aber über diese Wanderung
verrate ich sonst natürlich nichts;
this is not for your entertainment;
sorry,
not sorry.

Was ich aber verrate,
das ist die Lage der provinziellen Lehrer*innenschaft,
die sich bei so Jugend(weihe)feiern
traditionell über die Zukunft
der Jugendlichen austauscht.
Und ja, Ihr ratet richtig:
Es sieht genauso düster aus,
wie Ihr Euch das leider vorstellt.
Zwischen Krustenbraten, Bier und Wackelpudding
lauert die Angst
gleich hinter der Ratlosigkeit.
Kurz bin ich fast froh,
als ich höre,
dass meine alte Schule
(EOS Juri Gagarin/Europagymnasium Richard von Weizsäcker)
schon im nächsten Jahr abgerissen werden könnte,
nachdem jetzt auch die letzten drei Klassen
nach Blankenburg ans Thie wechseln,
wo dann 1.500 Schüler
in drei Gebäuden
parallel
von zu wenigen Lehrer*innen
betreut werden,
denn somit muss ich nicht mehr miterleben,
wie vor dem zum Verfall freigegebenen Gebäude
neue Fahnenmasten errichtet werden,
wie überall sonst im Harzkreis.
Am beängstigendsten allerdings
ist die schiere Masse
an radikalisierten Elternteilen.
Ich meine,
wenn in einem Gespräch
über eine Klassenexkursion
in den Magdeburger Landtag
mit Empörung reagiert wird,
und zwar darüber,
dass hier Kinder gezwungen würden,
in die „Lügenburg“ zu fahren,
dann sagt das doch mehr
als jede Umfrage zum AfD-Verbot.
Und auch immer wieder erschreckend:
Diese Elternteile
sind nicht mehr älter als ich.
Zu der Jugend,
die von solchen Elternteilen
gerade „erzogen“ wird,
kommen wir aber erst später
nochmal kurz zurück.
Also,
die Kraxe ist gepackt
(ich habe bereits präventive Kreuzschmerzen),
die Stiefel sind schon lange gewichst,
und Angst vor Wölfen
verlernt man
nur im Wald.

 

Kriegsprotokoll. Schreibtisch. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe. Woche 166.
Zum Schicksal von Feuerpausen, Teil x. Montag: Der Kreml verbietet Amnesty International. Marjine (Sumy) und Nowooleniwka (Donezk) sind „befreit“. Trump und Putin telefonieren. Hinterher kommt erst raus, dass Trump und Selenskyj schon vorher gesprochen haben. Putin lässt wissen, Russland sei grundsätzlich bereit, gemeinsam mit der Ukraine an einem Memorandum zu arbeiten, das einen Waffenstillstand zum Ziel habe. Moskau wolle die Kampfhandlungen beenden, es müsse aber der effektivste Weg zum Frieden gefunden werden. Dafür müssten Kiew und Moskau Kompromisse eingehen, die allen Seiten gerecht werden. Selenskyj lässt wissen, die Ukraine sei zu Gesprächen bereit (auch im Vatikan), einen Truppenabzug aus den von Russland annektierten Gebieten lehnt er ab. Dienstag: Sumy wird vollständig evakuiert. Die EU diskutiert weitere Sanktionen gegen Russland. Mittwoch: Putin besucht Kursk. In Sumy wird ein Übungsplatz bombardiert, sechs Soldaten sterben. Die EU beschließt einen Aufrüstungsfond, im „Safe“ liegen 150.000.000.000. In Madrid wird der ukrainische Jurist und Politiker Andrij Portnow auf offener Straße erschossen. Moskau wird mit mehr als 200 Drohnen angegriffen, die Luftabwehr holt alle vom Himmel, in Orjol wird eine Halbleiterfabrik attackiert. Merz ist „einigermaßen besorgt“. Der Kampf um Prokowsk hält immer noch an. Donnerstag: In der Nacht werden fast 400 Drohnen über russischem Staatsgebiet abgeschossen, die Antwort: eine Iskander-M sowie 128 Drohnen und Drohnenattrappen. Putin kündigt eine Pufferzone an der Front in Kursk und Belgorod an. Freitag: Lgow (Kursk) wird mit ukrainischen Raketen angegriffen, in Jelez (400km vor Moskau) wird eine Batteriefabrik getroffen. Radkiwka (Charkiw) wird eingenommen. Der große Gefangenenaustausch hat begonnen. Odessa wird von Raketen getroffen, zwei Zivilisten sterben. Samstag: In der Nacht wird Kiew mit Drohnen und Raketen angegriffen, 15 Menschen werden verletzt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius: „Und wenn der Zeitpunkt kommen sollte, an dem wir mehr Kapazitäten zur Verfügung haben als freiwillige Meldungen, dann wird gegebenenfalls entschieden werden, dass wir verpflichtend einziehen.“Stupotschki und Otradne (Donezk) und Loknia (Sumy) sind „befreit“. Sonntag: Kiew und die gesamte Westukraine werden in der Nacht mit dem bisher schwersten Drohnen- und Raketenangriff seit Kriegsbeginn überzogen (298 Drohnen und 69 Raketen), in der Hauptstadt, Schytomyr und Chmelnyzkyj sterben ein Dutzend Zivilisten. Romaniwka (Donezk) wird „befreit“. Kretschmer (Sachsen) will wieder mit Russland über Nord-Stream 1 verhandeln.

 

Und als ob es keine Binsenweisheit wäre,
bleibt der Krieg auch andernorts
immer weiter gleich:
Die Hilfslieferungen nach Gaza
laufen zwar endlich wieder an,
aber zeitgleich fallen auch wieder die Bomben,
und rollen auch wieder die Panzer.
Da will sogar die EU auf einmal
ihr Partnerschaftsabkommen mit Israel überprüfen,
und der ESC-Gewinner (JJ, Österreich)
stellt sich gegen die Teilnahme Israels.
In Washington, D.C.
werden zwei israelische Botschafter
(der deutsche Staatsbürger Yaron Lischinsky und seine Freundin)
auf offener Straße
vor dem Jüdischen Museum erschossen;
der Mörder ruft noch bei seiner Festnahme:
„Free Palestine!“
Am nächsten Tag
kündigt Benjamin Netanyahu
eine „sterile Zone“ in Süd-Gaza an
und korrigiert sich noch einen Tag später,
er meint selbstverständlich
„humanitäre Zone“.
Die Lösung der Palästinenserfrage
erscheint einigen bereits als alternativlos.

Dass es noch eine Alternative zum Faschismus gibt
beweist ausgerechnet Rumänien,
dass die meisten schon an die Manosphere verloren glaubten.
Das Mathe-Ass Nicosur Dan
gewinnt die Stichwahl um das Präsidentenamt
knapp vor dem ex-Hooligan und Andrew Tate-Bro George Simion.
Aber auch in Portugal steht die Brandmauer noch,
die Konservativen lehnen sich heftig dagegen.
Und in Polen muss es dann auch wieder eine Stichwahl richten.
Es lebe die Demokratie,
solange sie noch kann.

Denn völlig ausgeknockt
liegt diese immer noch auf dem Boden
der Vereinigten Staaten von Amerika.
Nein, wie versprochen,
folgt jetzt keine neue Episode von Trump 2.0,
obwohl sich das natürlich wieder
mehr als nur aufgedrängt hat.
Beginnen wir mit den harmlosen News:
Joe Biden wird noch älter
und hat jetzt auch noch Prostatakrebs (aggressiv).
Warum das harmlos sein soll?
Weil das auch nur eine weitere pietätlose Cover-Up Story ist,
um von einem weiteren pietätlosen Enthüllungsbuch abzulenken,
in dem Jake Tapper, CNNs finest,
enthüllt, was für alle offen zu sehen war.
Denn viel weniger harmlos ist auch,
dass solche Stories auch nur
von den richtig schlimmen ablenken:
Das Heimatschutzministerium plant allen Ernstes
eine Art „Squid Game“ für Migranten,
also eine Fersehshow,
in der den Gewinner*innen
ein Visum für die USA winkt;
in Köln laufen derweil die Dreharbeiten
für den fünften Teil der „Hunger Games“,
die nächste Welle von Faschismusexperten
verlässt das Land Richtung Europa.
Und als ob es noch nicht genug Gründe
für das 18. Amtsenthebungsverfahren gibt,
belehrt der Frisurensohn
den Präsidenten von Südafrika
im Weißen Haus
über den „Weißen Genozid“ in dessen Land,
mitsamt Videoeinspielern,
ausgedruckten Onlineartikeln
und Wutausbrüchen,
die schlimmste Geschichtsrevisionismus-Stunde des Jahres,
auch weil sie schon so asbachuralt ist.
Aber wahrscheinlich war auch diese Nummer wieder nur eine Nebelkerze,
denn die weltweiten Newscycle hatten somit noch weniger Kapazitäten
für den eigentlichen Hammer der Woche:
Während Trump im republikanischen Vorfeld
so langsam zum „Daddy“ hochstilisiert wird,
erfindet er
neben immer neuen Straftatbeständen
auch den absolut zynischsten Namen
für eines der zynischsten Gesetze
des modernen Neoliberalismus:
„The Big, Beautiful Bill Act“
wird Mitte der Woche durch den Kongress gepeitscht,
mehr als 1.000 Seiten
pure Austerität und Kleptokratie:
massive Steuersenkungen für alle,
die eh schon zu wenig zahlen,
Aufstockung der eh schon astronomischen Militärausgaben,
massenhafte Abschiebungen von zahlungsunkräftigen Migranten,
massive Kürzungen bei der Krankenversorgung
und den Lebensmittelmarken.
Dafür aber: Keine Steuern mehr auf Überstunden
und auf Trinkgeld,
in Deutschland heißt sowas Schwarzarbeit.
Der sich somit ergebende neue Schuldenstand der USA
beläuft sich auf: 4.000.000.000.000.000 Dollar.
Kein Wunder also,
dass die konkret
Trumps Handelskriege
als Kapitalismus-Kapitulation einordnet,
denen steht das Wasser in den Nasenlöchern.
Deswegen werden auch die nächsten Zölle angekündigt,
der nächste Gegner sind wir.
50% auf alles aus Europa!
Ab nächster Woche!
Und weil auch das wieder nirgends so gut ankommt,
folgt der nächste Verfassungsbruch:
In Harvard dürfen ab sofort
keine Ausländer mehr studieren.
Dafür dürfen aber die Beamten in Massachusetts
wieder arbeiten,
das Bezirksgericht Boston
macht die Auflösung des Bildungsministeriums rückgängig,
was mehr als drei Monate gedauert hat.
Die Schulbezirke Somerville und Easthampton,
der US-amerikanische Lehrerverband
und andere Bildungsgruppen
nehmen es jetzt auch mit dem Weißen Haus auf.
Und wer sich auch immer gerne anlegt,
vor allem wenn es drauf an kommt:
The Leader of the Squad,
Alexandria Ocasio-Cortez
knurrt auf dem Housefloor im Capitol:
„When this country
wakes up in the morning
there will be consequences
to pay for this.“
Harvard hat sich übrigens gedacht:
Als ob.
Und klagt.
Zum Ende dieser Nichtepisode
dann noch diese Meldung,
denn Elons Nase
scheint inzwischen blutig genug zu sein,
da hilft das beste Puder nichts:
Starbase, Texas,
Heimat seiner bis heute größten Fabrik,
ist jetzt eine richtige Stadt.

Da kann der Elon
sich dann endlich niederlassen,
auch anarchokapitalistische Wölfe
müssen irgendwann ausruhen.
Vorbei sind die Zeiten übrigens auch
für Puff Diddy,
der Prozess beginnt,
gegen einen der ekelhaftesten Zuhälter,
den die Kulturindustrie bis heute gesehen hat.

Und wie am Fließband
geht es damit weiter
mit deutscher Leitkultur.
Die Faschos machen hierzulande weiter Welle,
weil viel was anderes
können die immer noch nicht,
und das ist immerhin besser
als das Gegenteil davon.
Auch den letzten Messerangriff eines Syrers
in Bielefeld (ne?)
können die Blauen
kaum noch politisieren,
selbst die Fans im Mittelstand
haben erkannt,
wie ausgelutscht
das Suhlen im Opferblut geworden ist.
Auch im Bundestag
kommt die blaue Welle nicht vorwärts,
die AfD leitet nicht einen der neuen Ausschüsse.
Schockierendes nur noch in der Jugendabteilung:
Die „Letzte Verteidigungswelle“
wird in Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern
und Hessen festgenommen,
und zwar früh morgens in ihren Kinderzimmern,
die Mitglieder der rechtsextremen Terrorzelle
(Brandschläge) sind alle jugendlich
(zwischen 14 und 18).
Das ist so schockierend,
dass am Sonntag sogar der Presse Club dazu tagt,
während sich hier im Wordgarten
allabendlich wie selbstverständlich
mit „Sieg Heil“ begrüßt wird.
Flankiert wird diese Enthüllung
mit den neuesten Zahlen des Innenministeriums:
Rechtsmotivierte Straftaten
verzeichneten mit einem Anstieg von 47,8 % stärksten Zuwachs:
insgesamt 42.788 Fälle in 2024.
Hauptgrund dafür sei die große Zahl
an gemeldeten „Propagandadelikten“
(verbotene Symbole, Kennzeichen, Inhalte).
Doch auch rechtsmotivierte Gewalttaten
nahmen deutlich zu:
17,2 % Anstieg im Vergleich zu 2023.
Auch die Hasskriminalität stieg weiter an,
wobei antisemitische Straftaten erneut zunahmen (+20,8 %),
neuer Höchststand,
the kids are sick again.
Das weiß sogar Politico
und unterlässt es auch nicht,
neues Öl für’s Feuer ranzuschaffen:
„Germany’s AfD
wants to copy Hegseth’s ‘warrior culture’
in the Bundeswehr“.
Da hilft auch das zweite Messeranttentat
innerhalb einer Woche nichts,
im Hamburger Bahnhof
werden 18 Menschen verletzt,
aber die Täterin
ist deutsche Staatsbürgerin.
Das auf rechts zu framen
traut sich nicht mal André Poggenburg.

Auf der anderen Seite der Brandmauerruine,
im Kanzleramt,
wird unterdessen mächtig geschuftet.
Die neuesten Feinde im Inneren:
Faule Arbeitende!
Friedrich schafft es mit seinen über 70 doch auch noch,
10+ Stunden am Tag für Deutschland zu malochen.
Eine Woche lang
wird auch noch im besten Podcast
die „Arbeitszeit“ debattiert.
„Dabei arbeiten wir so viel wie noch nie!
55 Milliarden Arbeitsstunden leisteten
die Beschäftigten in Deutschland im vorletzten Jahr
– ein Rekordwert seit der Wiedervereinigung!
Was Merz verschweigt:
1,19 Milliarden Überstunden im letzten Jahr
– und jede zweite davon unbezahlt!“ (Die Linke)

Tja, Arbeit hält vom Angsthaben ab.
Wie so ein Arbeitsergebnis auch aussehen kann,
das könnte wissen,
wer sich den brandneuen Pandemieplan durchlesen würde,
aber ganz ehrlich,
wer hat dafür gerade Zeit?

Und damit nur ganz kurz
eine Art Rückblick
auf die viel bezitterten mündlichen Abiturprüfungen,
die in dieser Woche aufgehört haben,
an meiner Zeit und meinem Gewissen zu nagen.
Ohne ein reinigendes Gewitter konnte
das natürlich nicht enden,
aber da die am ehesten
zum Scheitern
verurteilte Textform
der subtile „Rachebrief“ ist,
an dieser Stelle
viel lieber das hier:

 

Standard!

Ein Abitursonett 2025

Da haben wir nun ach studiert
und unsere Erfahrungen gesammelt,
haben uns wohlig im Lehrplan verrammelt
und das Gute zu oft paraphrasiert.

Wir halten was auf das Niveau
auf das wir uns begeben.
Zum Glück ist es uns vorgegeben,
Standard beginnt – doch irgendwo!

Vielleicht in Zeile drei, im fünften Wort,
da, genau über dem Beamtenschimmel,
da scheint mir der beste Ort

für Rechtssicherheit und Angst vor dem Rapport.
Für alles
außer Eurem Himmel.

 

Gut,
die Marktglocken schlagen 18 Uhr,
der Wind frischt nochmal auf,
seit Stunden regnet es nicht mehr,
aber jede Minute kann es wieder losgehen,
so dunkelgrau und tief
wie die Wolken
hier über den Dächern hängen.

Nicht so wie in St. Tropez
(Badeparadies am Mittelmeer),
wo gerade (Ende Mai)
verheerende Sturzfluten
drei Todesopfer gefordert haben.
Nebenan, in Spanien,
baut sich gerade die erste Megahitzewelle auf,
der Sommer in Europa
beginnt erst in drei Wochen.
In Ost-Australien,
wo der Winter noch nicht begonnen hat,
sind momentan nach Sturzfluten
50.000 Menschen ohne Obdach.
Und weil nichts mit nichts zu tun hat,
dazu nur ein weiteres,
gar nicht mal so kleines Detail:
Vergangenes Jahr
hat die Zerstörung von tropischem Regenwald
den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht.
Wie eine Studie des World Resources Institute (WRI)
und der Universität Maryland zeigt,
wurden 6,7 Millionen Hektar tropischer Urwald
gerodet oder abgefackelt.
Das entspricht fast der Fläche von Bayern.
Hier am nördlichen Harzrand
scheint die große Dürre
aber tatsächlich vorerst ihr Ende gefunden zu haben;
und wie weich kann ein Waldboden werden,
bevor er zu weich ist?
Ihr seht,
als Waldfan
ist mir kein Umweg
auf dem Weg zum Ziel
zu schade.

Deswegen zum Ende für heute
noch die letzten Schreie
aus meinen zwei Lieblingsfanecken,
auch weil ich ab morgen für mehr als 50 Stunden
keinen Zugang dazu haben werde.
Basketball goes first:
Indiana is on its way!
Nicht nur haben die Pacers
ihre beiden ersten Halbfinalspiele
in New York gewonnen,
sie haben das auch noch
auf unnachahmliche Weise getan,
vor allem im letzten Viertel des ersten Spiels:
In den letzten dreißig Jahren
wurden nur 4 von 1.702 Spielen noch gewonnen,
in denen der Abstand in der letzten Minute
7 oder mehr Punkte betragen hat (three possession game),
und 3 mal davon von den Pacers,
und zwar in den letzten drei Wochen.
Das letzte Mal ging dabei so:
Aron Nesmith
knallt drei Dreier hintereinander rein,
zusätzlich zu den anderen drei Dreiern,
die er in den wenigen Minuten
vor der letzten Minute reingeknallt hat,
und dann gleicht Tyrese Haliburton
mit einem aber so was von glücklich/unglücklichen Zweier
(Fußspitze auf der Linie,
bounce six feet above the rim)
zur Overtime aus,
die dann natürlich gewonnen wird.
Vor dem Stadion zu Hause in Indianapolis
soll derweil eine erste Bronzestatue
von Caitlin Clark warten,
aber das ist nur Fake.
Ganz offiziell ist hingegen
der neue Slogan ihres Teams:
„Now You Know!“
Nicola Jokic
ist übrigens seines vierten MVP-Awards beraubt worden.
Aber in den ersten Mid-Western Finals der Ligageschichte
können die Pacers
den Dieb (Shai Gilgeous-Alexander)
ja vielleicht noch stellen.

Jetzt noch die Fanboynachricht der Woche,
und dann heißt es fast drei Tage lang:
Nichts hören
und nichts sehen
außer Menschen
und Wald.
Biffy Clyro jedenfalls
sind zurück aus Berlin
und spielen neue Musik
auf einem geheimem Gig
zu Hause in Glasgow,
in weniger als zwei Wochen
erscheint die neue Single.
Was kann da schon
noch schwer sein?
Rucksäcke vielleicht.

 

„With a little love,
if you’re honest,
we can defeat them all.“

(Biffy Clyro. 2025)

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