Bild: Bis die Hölle wieder auftaut.
So,
dann also doch schon wieder
Sonntag.
Um kurz vor Drei am Nachmittag
liegen die steileren
Spitzdachhälften im Weltkulturerbe
trocken in der weißen Januarsonne.
Alles andere liegt
unter einer schweren,
weißen
und kalten Decke;
die kommende Nacht verspricht
– 15°C.
Meine Vermieterin hat mich
heute Vormittag extra noch einmal daran erinnert,
ja alle Räume zu heizen,
auf gefrorene Wasserleitungen
habe aber auch ich keine Lust,
und außerdem war die letzte Woche insgesamt
wieder mal mehr als kalt genug,
um darauf auch schon
von selbst gekommen zu sein.
Und damit ist natürlich,
wie immer,
nicht nur das lokale Wetter gemeint.
Winterwonderland ist also dementsprechend auch
gerade in Thale.
Und man kann
gegen das „Mythenressort Heimdal“
eine Menge haben,
aber die Aussicht
von der Bar-Terrasse im dritten Stock,
über die Dächer der Oberstadt
bis hinauf zu den Lichtern der Berghotels,
die ist schon schön.
Also wird es auch schön,
sich dort mit Freunden zu treffen,
die nur alle Jubeljahre noch nach Hause kommen,
egal wie hässlich die Hotelbar im dritten Stock
des auch ansonsten potthässlichen Hotels
auch immer sein mag
(und die Bar ist wirklich oberhässlich).
Dann können eben die Gäste
nur umso schöner sein…
Sehr unschönes aber
wird sich auch bei solchen Treffen berichtet,
zum Beispiel,
dass sich die Thalenser Ortsgruppe der AfD
inzwischen regelmäßig
in der viel weiter unten in der Stadt liegenden
Traditionsgaststätte „Zur Forelle“ trifft,
zum Hassstammtisch am Kreisverkehr.
Aber nein,
über Faschos
werde ich im gerade erst begonnenen Jahr
immer noch genug schreiben müssen,
mit denen fange ich heute also weder an,
noch kriegen sie sonst auch nur eine Zeile.
Leider kann ich das aber nur
über deutsche Faschos behaupten,
aber dazu später noch viel zu viel.
Bleiben wir zu Beginn
aber gerne wieder noch etwas in der Provinz,
denn so schön wie das hier
auch immer alles ist,
auch das Hinterland
entkommt
dem Winter
nun mal nicht:
Beim Suppekochen
laufen bereits die ersten Abgesänge
auf die UNO
im Küchenradio,
während sich auf Jahresbeginnversammlungen
bei Kerzenschein in der Dämmerung
mit hoffnungsfrohen Wünschen
überschüttet wird;
vielleicht hilft viel ja wenigstens ein bisschen.
Die letzten paar Wochen vor den Winterferien
können das aber auch gebrauchen.
Wenn alles gutgeht,
dann können danach
aber auch die Kolleg*innen
an den vielen anderen Schulen im Umkreis
erleichtert aufatmen.
Denn das Land Sachsen-Anhalt
kündigt an,
eine Leitlinie
zur privaten Handynutzung an Schulen herauszugeben;
what took you so long?
Am Ende dieser ersten halben Schulwoche des Jahres
ist dann aber schon wieder nur noch Notbetrieb:
Gerade so die Hälfte der Schüler*innenschaft
schafft es gerade noch so in die wenigen geöffneten Schulen,
und die Ursache heißt „Elli“.
Denn wie im gesamten Nordwesten des Landes auch
hat es gute 36 Stunden durchgeschneit;
nicht nur für normale Schulwege im Harzvorland
wird sowas schnell zum ernsthaften Problem.
Die groß angekündigte Blizzard-Katastrophe
ist dann aber doch noch mal ausgeblieben.
Zwar stellt die Bahn den Fernverkehr ein,
Hamburg steht ganz knapp vor dem Katastrophenfall,
aber in Berlin gibt es schon nach wenigen Stunden Entwarnung,
das nicht eingetretene Chaos
zieht nach Süden weiter.
Das kann das Chaos auch gerne so machen,
denn sowas kriegt Berlin
auch immer noch ganz gut
ohne Naturgewalten hin:
Ein und zwei halbe Hauptstadtteile
liegen nämlich knapp vier Tage lang
absolut im Dunkel.
Die Villenviertel rund um die Seen im Südwesten Berlins
(Wannsee, Schlachtensee, Nikolasee, Zehlendorf),
rund 45.000 Haushalte,
haben von jetzt auf gleich
gar keinen Strom mehr,
Holzofen: 1 – Wärmepumpen: 0.
Und das bei durchgängig Minusgraden.
Ihr könnt Euch das Gejammer vorstellen,
Zustände wie in Kiew!!1!
Verantwortlich für diesen Blackout
soll die „Vulkangruppe“ sein,
die äußerst gezielt und professionell
eine zentrale Verteilstation hochgejagt haben soll.
Warum, das verrät ein Bekennerschreiben,
das erst zwei Tage nach dem Anschlag auftaucht:
Alles für den Klimaschutz.
Mitte der Woche
ist der Strom
einen Tag eher als erwartet wieder da,
und die Vulkangruppe distanziert sich
von der „Vulkangruppe“,
das Bekennerschreiben sei ja wohl eindeutig
eine Übersetzung aus dem Russischen;
Putins Peitschenriemen ist lang.
Doch auch damit
kriegt man eben keine drei bis vier Newscycle mehr voll.
Deswegen leistet sich auch Oberbürgermeister Wegener
noch einen kleinen Skandal,
als er mitten in der Krise an den Seen
einfach mal eine Stunde Tennis spielt,
„um den Kopf frei zu bekommen“.
Geholfen hat das anscheinend aber eher so mittel,
zumal er auf dem Höhepunkt der Vulkankrise
noch was ganz anderes behauptet.
Also übernimmt der Bundesinnenminister persönlich
und kündigt an,
demnächst irgendwann
„zurück zu schlagen.“
Und zu allem Überfluss
hat auch noch der Bürgermeister von Hiddensee
den entlarvendsten Beitrag zur explodierten Diskussion:
Thomas Gens hält
die geleistete Notstromversorgung der Ukraine
im Zusammenhang
mit der Unterversorgung der landeseigenen Villenbesitzer*innen
für nichts anders
als „Landesverrat“.
Zum Glück aber bleibt die digitale Brise,
die ihm auf seinen Kanälen entgegenschlägt,
erfreulich stabil.
Aber ja,
allein schon diese Jahresanfangswinterstory
liest sich schon genauso crazy
wie alle noch folgenden Stories.
Der Unterschied ist wie immer nur,
dass es hierzulande immer noch
nur eher so lowkey crazy ist,
im Vergleich mit den Stories
aus dem Rest der Welt.
Und eben noch nicht ganz
so kalt.
Im Gazastreifen erfrieren
in diesen kalten Tagen
weiterhin ungezählte Kinder.
Und nicht nur hält sich niemand
an irgendeine Waffenruhe,
noch kommen auch nur annähernd ausreichend
Hilfslieferungen in das humanitäre Katastrophengebiet,
nein, nicht einmal der Rest der Welt
hat dafür gerade noch Kapazitäten;
wie oft kann ein Krieg noch „vergessen“ werden?
Das mag aber sicher auch daran liegen,
dass bei all den Kriegen,
und den Noch-Nicht-Kriegen,
und den Doch-Wieder-Kriegen,
und bei all den großen und kleinen
Noch-Nicht-Wieder-Bürgerkriegen,
ein „Vergessen“
nicht nur mentalhealthmäßig,
sondern auch schlicht aus Übersichtsgründen
mehr als verständlich ist;
wer damit beschäftigt ist,
alle Kriege auseinanderzuhalten,
muss nicht darüber nachdenken,
wie alle Kriege zusammengehören.
Der „Nahe Osten“ bleibt dafür
nur das brennendste Beispiel:
Britische und französische Kampfjets
fliegen Luftangriffe
auf den IS in Syrien,
die dortigen Regierungstruppen
liefern sich Gefechte
mit Kurden in Aleppo,
und auch die USA bomben wieder fleißig mit
gegen den Terrorismus.
Gerade heute haben die USA ebenfalls angekündigt,
ihre Überlegenheit
auch im Iran
erneut zum Guten zu nutzen.
Denn da läuft seit vier Tagen
die nächste Revolution,
die keinen eigenen Namen mehr bekommen wird:
Das Regime stellt kurzerhand des komplette Internet ab
als in Teheran
zum ersten Mal
wieder Barrikaden brennen.
Der weiter wachsende Hunger
steht den Demonstranten ins Gesicht geschrieben,
auch Krankheiten
haben durch die akute Unterversorgung mit Medikamenten
leichtes Spiel,
in Mashad geht die erste Polizeistation in Flammen auf,
und die Regierungstruppen eröffnen das Feuer,
da meldet sich der Sohn des Schah
aus dem nicht persischen Ausland (den USA)
und kündigt seine baldige Wiederkehr an,
wobei ihm der Frisurensohn helfen werde,
und die Krankenhäuser des Landes sind überlastet,
mehr als 100 Tote sind bereits zu beklagen,
und das sind nur die,
die es durch die Nachrichtensperre geschafft haben.
Unterdessen wird auf der iranischen Botschaft in London
schon mal die vorrevolutionäre Flagge des Landes gehisst,
ein Löwe unter einer Sonne,
im Schatten eines Halbmondes.
Apropos Regime Change,
da war ja noch was:
Ausgerechnet Friedrich Merz
behält mal wieder den Durchblick,
die Sache mit Maduro
sei doch wohl ziemlich „komplex“.
No Shit.
Und außerdem hätten wir den Diktator
ja sowieso nie wirklich anerkannt.
No Shit?
Daraufhin kann sich Medwedew
sogar „eine Entführung von Merz vorstellen“.
LOL,
denn so lustig ist das natürlich alles nicht,
auch wenn die ganze Aktion
eigentlich schon ziemlich geil wäre,
wäre sie die Story in einem Bond Movie,
was sie aber eben nicht ist.
Trump jedenfalls findet es geil,
dass dabei auch das komplette Security Team von Maduro
„gekillt“ wurde.
Da rudert sogar Außenminister Marco Rubio
maximal zurück,
macht aber trotzdem Druck,
wegen irgendwelcher „Verhandlungen“.
Trump droht daraufhin der Interimspräsidentin,
ihr könnte es sonst
noch schlimmer ergehen
als Maduro.
Im selben Air Force One Interview,
gleich neben der Bordtoilette,
teasert er auch gleich noch mal die Annexion von Grönland an,
und poltert einfach mit der Wahrheit
über die Staatsoberhauptsentführung raus:
„We have the oil.“
Brasilien,
Chile,
Kolumbien,
Mexico,
Spanien
und Uruguay
verurteilen die Aktion
jedoch als erstes als das was sie ist:
einwandfrei völkerrechtswidrig.
Egal:
Delcy Rodriguez (die ohne Friedensnobelpreis)
kann sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen,
Trump droht aber als nächstes noch schnell
Kolumbien und Kuba.
Die UN-Dringlichkeitssitzung
bringt selbstverständliches:
Russland und China verurteilen die Aktion scharf,
Maduro solle wieder frei gelassen werden.
Der plädiert derweil vor einem Gericht
in New York City
auf unschuldig.
Auch egal:
Die „Donroe-Doktrin“ wird geboren;
ein Name der fast noch dümmer ist
als seine Erfinder.
„This is our Hemisphere“
donnern alle,
die was zu donnern haben:
Trump, Vance, Rubio
und die ganze Arschlochfamilie
krallen sich den „globalen Westen“,
bevor’s der Osten macht.
Dänemark prophezeit bereits das Ende der Nato,
sollte Grönland angegriffen werden.
Die EU gibt ein gemeinsames Statement ab:
Grönland den Grönländern,
Punkt.
Und das alles
ist nur am Montag passiert;
ist Euch auch schon wieder viel zu kalt?
Am nächsten Tag
spricht der Imperator
vor seiner Partei,
ein absoluter Albtraum von Demenzrede,
immerhin sagt er sein eigenes (drittes) Impeachment voraus,
falls die Reps im November verlieren;
wie erwähnt,
der Imperator hat nicht mehr viel Zeit.
Die geschmähte Machado
will Trump ihren Nobelpreis dann jetzt
aber wirklich endlich mal geben,
egal was das Nobelkomitee dazu sagt.
Stephen Miller,
immer noch Trumps hässlichste Schlangenzunge,
stellt zwischendrin klar:
„Die echte Welt
wird durch Kraft,
Stärke
und Macht regiert,“
heißt:
Menschenrechte his ass!
Die andere Schlange im Goldenen Haus,
Karoline Leavitt,
darf unterdessen
einen Militäreinsatz gegen Grönland
nicht mehr ausschließen.
Marco Rubio allerdings schlägt vor,
die Arktisinsel einfach zu kaufen,
100.000 Dollar pro Einwohner,
ein absoluter Schnapper.
Am Mittwoch dann die nächste Eskalationstufe,
die Woche ist nicht mehr lang:
Die USA setzen einen venezuelanischen Öltanker
im Nordatlantik fest,
der unter russischer Flagge fährt.
Hegseth und Rubio sind sofort
in full war mode:
„Not one
but two!
And that will
continue!“
Das ist natürlich nichts anderes
als weltöffentliche Erpressung:
Venezuela kriegt das Öl nur,
wenn die USA daran verdienen.
Da kriegen sogar die FOX-Zuschauer mit,
dass da wohl jemand lügt.
Kurz flackert erneut Hoffnung auf:
Entgleitet den Arschlöchern
etwa doch endlich das Narrativ?
Können Schafe wirklich aufwachen?
Erleben wir etwa doch noch
die Morgendämmerung
der Zweiten Aufklärung?
Sogar Deutschland
ist sich,
nach Überlegungen,
jetzt nicht mehr
nicht sicher,
ob die USA
vielleicht doch nicht
völkerrechtskonform handeln.
Insider kassieren aber bei Ölwetten
auf Ölwettportalen ab,
der DAX knackt zum ersten Mal ever
die 25.000 Punkte.
Da will Rubio schon wieder
über Grönland reden,
aber mit Dänemark,
und zwar nächste Woche,
man erwarte einen royalen Empfang.
Die letzten Speichellecker seiner Partei
haben sich derweil völlig im Schwurbelsturm verloren:
„There is no such thing as international law“,
Stephen Miller sucht schon wieder seine Taschentücher.
Am nächsten Tag berets haben
doch noch ein paar mehr Republikaner mitbekommen,
dass der Typ (Stephen Miller)
völlig irre ist,
da fallen in Minneapolis
willkommene Ablenkungsschüsse
(siehe weiter unten).
Der Senat jedoch bringt wenigstens
eine Resolution auf den Weg,
nach der Trump ohne Zustimmung des Kongresses
nicht gegen Venezuela vorgehen kann
(zumindest nicht militärisch).
Na gut, sagt sich Trump
und kündigt bei Hannity an:
Dann ist eben Mexiko next,
da kommt man auch besser
mit den Boots auf den Ground.
Der deutsche Präsident bleibt unterdessen ehrlich,
Steinmeyer bennent das offensichtliche:
Die USA zerstören die Weltordnung.
No Shit, Uhu.
Am Freitag wird dann
in der Karibik
der nächste Tanker aufgebracht.
The Economist nennt das ganze nur noch
„The Donroe Delusion“.
Immerhin folgen die Öl-Chefs
der Einladung des Frisurensohns ins Goldene Haus,
haben auf Krieg aber
anscheinend doch noch nicht so richtig Bock.
Also dann wohl doch Grönland
und „auf die harte Tour“.
Für diese irre Woche
endet diese Story
aber gar nicht mal so hoffnungslos.
Denn:
Gestern wird zwar noch großzügig dazu aufgefordert,
sollte man US-Amerikaner sein,
doch bitte baldigst Venezuela zu verlassen,
der Kollaps des Landes hätte bereits begonnen,
aber Trump scheint sich entschieden zu haben:
Das US-Militär
soll ihm einen „Invasionsplan für Grönland“ vorlegen,
ASAP.
Und jetzt kommt die gute Nachricht:
Dieses Militär weigert sich
das zu tun.
(Stand Sonntag, 11. Januar, 17.30 Uhr)
Kriegsprotokoll. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe.
Woche 196.
Weiterhin kein Ende in Sicht, dafür aber der fünfte Kriegsfrühling, Hurrrrah! Sonntag: Das Theater in Mariupol wird wieder eröffnet. Montag: Trump zweifelt den Angriff auf Putins Residenz an. In Kiew sterben zwei Menschen bei Luftangriffen. Der urkrainische Geheimdienstchef darf zurücktreten. Dienstag: Merz verspricht Selenskyj in die Hand, dass Deutschland eine eventuelle Waffenruhe mit absichern wird. Mittwoch: Tschechien stoppt die Waffenlieferungen an die Ukraine. Die „Koalition der Willigen“ trifft sich in Paris. Donnerstag: Russland bezeichnet eventuelle ausländische Truppen in der Ukraine als „legitime Kampfziele“. Dnipropetrowsk und Saporischija sind nach Raketenangriffen vom Stromnetz getrennt. Freitag: Raketen schlagen in Lwiw (Oreschnik, ohne Sprengköpfe, großer Gasspeicher) und Kiew ein, dort sterben drei Menschen. Samstag: Klingbeil und Wadepfuhl müssen nächste Woche nach D.C. Sonntag: Nichts Neues.
Aber das nur nebenbei.
Denn die Mittwinter Story der Woche
kommt ebenfalls aus den USA.
Am Montag beginnt noch alles fast zivilisiert,
als die Hilton-Hotels ankündigen,
keine ICE-Agents mehr aufzunehmen.
Genau, die US-Variante der SA
logiert in Hotels,
wenn sie von Ort zu Ort zieht,
um den Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen.
Und ob genau das
nicht vielleicht wirklich schon geklappt hat,
das zweifelt nicht mal mehr David Pakman an,
die Frage ist nur noch,
wo als erstes State Agents gegen Federal Agents kämpfen.
Beste Chancen dabei
hat seit Montag Minnesota.
Nachdem einer der ICE-Schergen
in Minneapolis,
in einer ziemlich guten Nachbarschaft,
eine Zivilistin in ihrem Auto erschossen hat,
wird das Todesschwadron mit Schneebällen aus der Stadt geworfen,
und zum ersten Mal seit langem
wird eine US-Flagge auf US Soil verbrannt
so dass es die ganze Welt sehen kann.
Kristi Noem versucht als erste,
den Mord irgendwie zu spinnen:
“The ICE officer,
fearing for his life and the other officers around him,
and the safety of the public,
fired defensive shots.
He used his training
to save his own life and that of his colleagues.“
Aha, ICE Agents werden also darauf trainiert,
unbewaffnete Frauen zu erschießen,
nachdem sie sich vor deren Autos geschmissen haben.
Aber weiter das US-Heimatschutzministerium:
“I encourage the American people,
at this point in time,
to pray for him,
but also pray for the deceased’s family and her loved ones.”
How kind.
Natürlich übernimmt auch Trump dieses Narrativ
(Ablenkungen sind immer herzlich willkommen).
Landesweit kommt es zu Prostesten auf eiskalten Straßen.
Da lässt sich sogar J.D. Vance mal wieder blicken
und hat folgendes zu sagen:
„What that headline leaves out
is the fact
that that very ICE officer
nearly had his life ended,
dragged by a car six months ago,
33 stitches in his leg.
So you think maybe he’s a little bit sensitive
about somebody ramming him
with an automobile?
What that headline leaves out
is that that woman was there
to interfere with a legitimate law enforcement operation
in the United States of America.
What that headline leaves out
is that that woman is part
of a broader left wing network
to attack, to dox, to assault,
and to make it impossible
for our Ice officers to do their job.
If the media wants to tell the truth,
they ought to tell the truth.
There’s a part of me
that feels very, very sad for this woman,
not just because she lost her life,
but because I think
she is a victim
of left-wing ideology.“
Da habt Ihrs:
Die Linken sind Schuld.
Vance fordert außerdem
„absolute Immunität für ICE-Agenten“;
Mordprozesse halten nur den Prozess auf.
Zur Sicherheit aber übernimmt das FBI den Fall,
und zwar wegen „Domestic Terrorism“.
Und daraufhin
ist es dann Gouverneur Tim Waltz,
der den nächstgrößeren Stein in die Hand nimmt:
Er kündigt an,
die Nationalgarde gegen ICE einzusetzen.
Was dann eben ein Bürgerkrieg wäre.
Aber noch sind die USA nicht bereit.
Es gibt zwar einen Tag später
erneut zwei Tote bei Protesten in Portland,
aber an der Ostküste
geht die sozialistisch-demokratische Sonne auf.
Zorhan Mamdani macht seinen ersten größeren Move:
„Zunächst einmal möchte ich klarstellen:
Die Nachrichten aus Minneapolis sind schrecklich.
Dies ist nur ein Vorfall in einem ganzen Jahr,
das von Grausamkeiten geprägt war.
Und wir wissen,
dass wenn ICE-Beamte Einwanderer angreifen,
sie jeden von uns im ganzen Land angreifen.
Diese Stadt ist und bleibt eine Stadt,
die Einwanderer verteidigt,
in allen fünf Bezirken.
Ich habe allen in meiner Stadtverwaltung
– und das gilt auch für die NYPD –
klar gemacht,
dass wir unsere Politik als Zufluchtsstadt
verteidigen werden.
Wir werden sie einhalten.
Aus diesem Grund
hat eine der elf Durchführungsverordnungen,
die wir unterzeichnet haben,
die Maßnahme der vorherigen Verwaltung aufgehoben,
die eine Zusammenarbeit mit der ICE
auf Rikers Island ermöglichte.
Wir sind nicht hier,
um die ICE-Beamten bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Wir sind hier,
um die Gesetze der Stadt New York einzuhalten.“
Und mit diesem vermeintlichen Lichtblick
verlassen wir diese Story für’s erste.
Gut,
zurück vor die Haustür,
und wenn auch vor die allegorische.
Denn ja,
gegen diesen historischen Wahnsinn
wirkt die deutsche Innenpolitik
nahezu verniedlicht harmlos.
Das hier sind die „Entwicklungen“ der Woche:
Die Koalition aus SPD und BSW in Brandeburg
ist Geschichte,
gerade so ein Jahr hat die Zweckheirat gehalten
als nach dem Parteiaustritt von 2 BSW-Mitgliedern des Landtags
auch die Mehrheit weg ist.
Genauso vorhersehbar,
aber dann noch schon noch etwas kälter,
verschiebt unterdessen ein Kotzbrocken aus Bayern
den nächsten Torpfosten
und fordert nichts geringeres als
eine „Generalüberholung des Sozialstaats“.
Du lieber Gott, Markus.
Deutlich interessanter hingegen
ist es etwas näher vor der Haustür,
auch wenn noch nicht wirklich was passiert ist.
Sachsen-Anhalt aber
darf frühzeitig Abschied nehmen
von seinem Landesvater.
Rainer Haseloff schmeißt
wohl schon Ende des Monats hin.
Ich kann’s ihm nicht verdenken.
Wahrscheinlich ist er auch schon auf der Suche
nach einem neuen Heimatbundesland.
Sein Interimsnachfolger
soll dann auch schon der Schulze sein,
der also früher als gedacht
üben muss,
wie das mit Brandmauer funktioniert.
Viel Zeit hat er dafür also nicht,
aber wer hat die schon?
Denn das Gefühl,
dass es wirklich schon
zu spät ist,
dass wir wirklich nur noch
staunend zuschauen können,
während sich die Zeit
sprunghaft
selbst um hundert Jahre zurückversetzt,
dass der Winter dieses Mal
wirklich nicht mehr zu Ende geht,
das illuminiert nichts besser
als der neue Neonlichtschriftzug am Alexanderplatz,
denn heißt wohl ab jetzt
Allesandersplatz.
Und darunter prangt ein riesiges Plakat
zum Neuen Jahr:
Frei. Will. Ich.
(Bundeswehr)
Deswegen zum Ende
noch etwas Eskapismus,
denn im Gegensatz zu den Temperaturen draußen
war auch das noch halbwegs freie Internet
mal wieder kurz vorm Durchglühen.
Ihr ahnt richtig,
das hatte natürlich immer noch
was mit „Stranger Things“ zu tun,
dessen „Fans“ den Titel der Serie
anscheinend immer noch nicht verstanden haben.
„Conformity Gate“ nennt sich die Verschwörungstheorie,
die eine letzte, geheime Episode verlangt.
So verständlich wie blöd.
Alle gezeigten Enden wären nur
eine einzige riesen Inszenierung von Vecna gewesen.
Sogar von „Dungeon&Dragons Realerfahrungen“
wird da phantasiert.
So haben sich das nicht mal
die Duffer Brothers ausdenken können.
Natürlich erschien die geheimnisvolle Episode
nicht am herbeifabulierten Datum,
was die Nerds aber nicht daran gehindert hat,
die Netflix Server zum vierten Mal in einem Monat
zum Zusammenbruch zu bringen.
Das Phänomen beherrscht
aber inzwischen auch den Rest des Mainstreams
David Bowie und Prince
stürmen erneut die Charts
und Joe Keerys Song „End of Beginning“
topt sogar noch Taylor Swift,
seit über einer Woche.
Da passt es nur ins Bild,
dass Warner Brothers
ganz selbstbewusst zum Deal mit Netflix steht.
Und schön ist übrigens auch,
dass es neben diesem ganzen digitalen Hype
auch noch das noch gibt,
woraus diese Serie mal entstanden war:
Nerdgespräche beim Feierabendkaffee,
bei denen sich ganz eigene Theorien ausgedacht werden,
und wo die Welt noch nicht untergegangen ist.
Ein letzter Nerdfact am Rande:
Welche Temperatur bevorzugt Vecna?
Richtig,
am liebsten eiskalt.
In diesem Sinne
begebe ich mich wohl jetzt auch gleich
in die warme Wanne;
mein Rücken hat noch fünf Wochen zum Ausheilen,
denn die Futique-Tour hat gestern in Belfast begonnen,
und Mitte Februar
kommen Biffy Clyro
endlich wieder zurück nach Berlin.
Und ganz zum Schluss dann noch
eine eiskalte „Frage der Woche“,
wie sie wahrscheinlich auch nur
die Mitteldeutsche Zeitung stellen kann:
„Stirbt der Schokoweihnachtsmann aus?“
Tja,
im nächsten Winter spätestens
werden wir das erfahren,
aber nur
wenn dieser Winter hier
nicht für immer bleibt.

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