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Smoke & Mirrors (S14:Ep1) (Teil 1)

von | 2026 | 2. April | Die Serie, Staffel 14 - Flipping The Script

Bild: Weltkriegsdisco.

 

 

Teil 1 – Return from the Moon

 

Im selben Moment,
in dem ich mich
nach guten sechs Wochen
wieder an den Schreibtisch setze,
um dem Zeitgeist
das neueste Doppel-Ei ins Osternest zu legen,
swingt die Artemis 2-Besatzung
gerade die letzten tausend Kilometer
um den Mond.
Die erste bemenschte Mondmission der NASA
seit 1972,
mit freundlicher Unterstützung von SpaceX.
Humanity is back!
Denn es gibt wohl kaum etwas absurderes,
bedenkt man das aktuelle Jahr,
als vier People in Space,
wegen denen die ganze Welt
den Atem anhalten soll.
Hätte „Project Hail Mary“ nicht gereicht?

Anyways,
wo war ich doch gleich,
während dieser Horror von Frühling
seinen Anfang nahm?
Blöde Frage,
in Camazotz natürlich,
wo denn bitte sonst?
Sechs Wochen lang an den Abenden
mal deutlich weniger
über den Dritten Weltkrieg nachdenken,
dafür mehr über mich
und dich
und alle anderen.
Und währenddessen Karten zeichnen.
Karten von Orten,
die es nie gegeben hat,
nie geben wird,
und die nur einen Abend lang
wirklich werden sollen –
kurzum:
Mein Urlaub im Multiversum
bleibt bis heute
das erwartete Realeskapismus-Abenteuer
und soll (über)morgen
schon seinen zweiten One-Shot feiern,
bei dem ich sogar selber spielen darf,
denn gute DMs kommen selten allein.
Alleine die Charaktererstellungen
waren ein grenzdiabolischer Psychofuck,
und schon bei der Nullten Sitzung war klar:
Gruppentherapie,
Deckname:
ADHD&D.
Das Pilotabenteuer meiner ersten Kampagne
steht derzeit bei ca. 55%,
aber davon schreibe ich erst,
wenn die ersten Reviews da sind.
Jedenfalls hat sich im Zuge
dieser Partialmetamorphose
auch mein Schreibtisch verändert:
Vor und neben mir stehen jetzt
Buntstifte, Lineale, Fineliner, Bleistifte, Pinsel, Fixativ;
die Schulsachen sind ins Wohnzimmer ausgewandert;
die Tonkartons auf der neuen Kommode
warten darauf,
auf den Spieltisch gelegt zu werden,
und die Karteikarten
mit NPCs,
Monstern,
Storylines
und Lootverzeichnissen
liegen lesbar verteilt überall dazwischen.
Genauso übersichtlich sah es dann auch
für einige Tage im Rest meiner Wohnung aus:
Dass die Anschaffung eines neuen Bettes
in einer 500 Jahre alten Fachwerkwohnung
einem kleinen Umzug gleichkommt,
hatte ich so auch nicht erwartet,
aber dafür habe ich in der ersten Nacht
in meinem altersgerechten Boxspringbett
erfreulich sehr gut geschlafen;
nur was ich geträumt habe,
habe ich vergessen,
immerhin weiß ich aber noch
von wem.
Und last but not least,
bevor ich mich zum 14. Mal
diesem immer noch schlimmer werdenden Jahrzehnt zuwende,
teasere ich mal ganz behutsam
meine (Wieder-)Bekanntschaft
mit einem schwer begabten Storyteller an,
der gerade dabei ist,
seine Sterne erneut zu ordnen,
und zwar in genau dem Tempo,
das sich für einen Storyteller gehört:
Seinem eigenen.

Und damit bleiben wir
zu Beginn der Wiederaufnahme der #Fiebertexte
auch gleich im Weltkulturerbe.
Denn während sich die Altstadttourist*innen
in der Ostersonne aalen,
reißen die Gerüchte nicht ab.
Und nein, ich meine keinen Fourtysomething-Gossip,
sondern richtig schlimme Gerüchte,
ich zitiere aus einem anonymen Schreiben,
das innerhalb der letzten Wochen
in den meisten Briefkästen der Stadt zu finden war:

„Stattdessen wird der sich erfolgreich in Quedlinburg entwickelnde Tourismus schwer beschädigt werden, denn welcher Urlauber möchte schon die über dreißig Meter hohen Halle der Todesproduktion vor Augen haben. Auch die Unesco wird spätestens nach der Errichtung dieser Produktionsstätten erkennen müssen, dass der Welterbestatus für Quedlinburg nicht mehr zu vertreten ist. (…) Aber auch jeder einzelne Bürger wird Einschränkungen hinnehmen müssen und sollte sich bewusst sein. Dass im Falle von Krisen und Auseinandersetzungen Quedlinburg ein Angriffsziel auch für Nuklearwaffen sein wird!“

Das Problem am „Zukunftsprojekt Morgenrot“
sind jetzt also nicht mehr nur
die Sichtachsen verhöhnenden Windmühlen,
sondern eine angebliche Ansiedlung von Rüstungsindustrie,
die vor allem dem Tourismus schaden würde,
weil jetzt auch noch die Produktionshallen
die Aussicht verstellen.
Typisch provinzielle Weltkriegsprobleme.
Aber aus den fast noch ekligeren Hinterlandnews
gibt es erst am Ende der Episode
noch einen mittelschweren Kleinstadtpolitikskandal,
denn vorher muss ich,
oh Wunder,
noch eine Riesenmenge zu den USA schreiben,
denn der Trumpismus steht derzeit in seiner höchsten Blüte,
und niemand bleibt mehr verschont,
fragt mal euren Tank.

 

Shattering the Smoke Screens

Das Spiegelkabinett des Schreckens
ist momentan auf dem nächsten
endgültigen Fixpunkt angekommen:
Full Blown War with Iran!
Seit fast fünf Wochen,
fast durchgängig Bombardierungen;
dass da überhaupt noch was geht,
muss Allah zu verdanken sein.
Endlich,
denken sich die Falken im Pentagon,
endlich kommen wir doch noch
zu unserem liebsten Krieg,
dem Heiligen.
Für Trump ist der Überfall
auf das 90Millionen-Land im Herzen des Nahen Ostens
wahrscheinlich aber nur
eine der vielen Nebelkerzen,
mit denen er seine Dämonen abschütteln will.
Das nächste Staffelfinale von Trump 2.0
sind dann die Midterms.
Und die sind noch ganze sieben Monate hin.
Bis dahin könnte noch Kuba fallen,
die Nato sich auflösen
oder die ein oder andere Atombombe explodieren;
und nichts davon ist nicht mehr vorstellbar.

Spulen wir also gute sechs Wochen zurück.
Und da sitzt noch freudestrahlend
die nächste große Hoffnung der weißen Demokraten
bei Stephen Colbert,
aber only You Tube!
(Die FFC hatte die Interviewübertragung
im Kabelfernsehen gecancelt.)
James Talarico (runs for senate)
hat, als Christ,
gegen die Zehn Gebote in Schulen gestimmt.
Nicht weil er ihnen nicht unbedingt zustimmen würde,
sondern weil er nicht will,
dass seine Religion
seinen Nachbarn reingetrichtert wird,
denn das wäre das Gegenteil von Liebe
(Warmer Applaus).
Er will jedenfalls Texas flippen(!),
gerne auch im Namen des Herrn, Jesus Christus,
aber nicht im Namen eines „Christentums“,
das sich tief im Arsch von Trump (frei übersetzt) befindet.
Und dann redet er auch noch
ganz selbstverständlich über die „Culture Wars“
und benennt sie als das was sie nun mal sind:
Just Smoke Screens.
Zwei Wochen später gewinnt er
die Primaries
und kann sich Hoffnungen auf ein kleines Wunder machen:
If Texas is turning blue,
the Revolution is due.

Vor gut sechs Wochen
sah es also mal wieder so aus,
als ob das baldige Ende für den Frisurensohn
nicht mehr aufzuhalten ist:
Sogar die UN schaltet sich in den „Epstein-Skandal“ ein:
Das riecht streng nach
Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
In New Mexico beginnen die Ausgrabungsarbeiten
auf der „Zorro Ranch“.
In London wird Prinz Andrew erneut festgenommen,
King Charles hatte grünes Licht gegeben,
das Foto der Festnahme
hängt eine Woche später für 15 Minuten im Louvre,
zu recht.
Aber selbst der ganze tiefe Griff in die Nebelschwaden
zündet nicht:
Trump will die „UFO-Akten“ freigeben
und setzt dem Iran eine Frist von 10-15 Tagen.
(Wie wir heute wissen,
waren die Aliens also der Smoke Screen
für den aktuellen Krieg.)
Aber erst kam noch das hier:
MAJOR BREAKING:
The Supreme Court has ruled
that Trump does NOT have the authority
under the International Emergency Economic Powers Act (IEEPA)
to impose tariffs
(without congress).
Was macht Trump
nach diesem eindeutigen Urteil?
Er verhängt 10% Zölle,
gegen alle.
Und attackiert den Supreme Court frontal
und in aller Öffentlichkeit.
Fun Fact: Handelsminister Lutnick hatte die Zölle gebaut,
seine Söhne hatten schon früh dagegen gewettet
und dann fett abkassiert.

Am 21./22. Februar
wurden dann die „Kriegsgerüchte“ schon ziemlich laut:
Da wird in Mar-a-Lago ein Einbrecher erschossen!
Ein Trump Supporter,
der die Epstein-Class nicht mehr aushalten wollte,
und nicht wie umgehend behauptet,
eine false flag Aktion der der US-Antifa.
Entsprechend wird die nächste No Kings Demo
für den 28. März angekündigt.
Und im UK wird ex-EU-Handelskommissar Mandelson verhaftet,
die Epstein-Class bleibt alt und weiß und männlich.
Zwei Tage später:
State of the Union.
Trump spricht zum Kongress,
während Vance und Johnson
hinter ihm Stehaufmännchen machen.
AOC hat am lautesten abgesagt
und sich damit fast zwei Stunden „Rede“
(Golden Age!!) erspart.
Auch Ilhan Omar setzt ein Zeichen
und ruft ihm rein,
der Rest der Demokraten
hüllt sich in „Silent Defiance“.
Nur Stunden später kommt raus: Das FBI hat Akten
zu Kindesmissbrauchsvorwürfen gegen Trump
zurückgehalten;
Kash Patels Side Eye
kann sich für keine Seite entscheiden.
Als nächstes tritt der Chef des Weltwirtschaftsforums zurück,
und es kommt zu Ermittlungen in Lettland (Bodyscouts).
Und dann wollen auch noch die Clintons aussagen,
jedoch nicht öffentlich.
Hillary hat Epstein nie persönlich getroffen,
Bill war nur kurz bekannt mit ihm
und hatte ebenfalls keine Ahnung,
was so abging:
„I saw nothing,
and I did nothing wrong.“

In diesem Moment begann dann *Epic Fury*,
weswegen die folgenden Meldungen
nur noch der rauchende Rest
eines vorerst wieder mal
gelöschten Scheiterhaufens sind;
und hier auch nur der Vollständigkeit halber:
Rep. Thomas Massie has claimed that key members of his team were offered prestigious jobs in the Trump administration in an effort to stall legislation that would have forced the Department of Justice to release the Epstein files – Pam Bondi wird erneut vom Senat vorgeladen – Noem wird abberufen, „rechte Rothaut“ Mullen folgt, Noem aber bald „Sondergesandte beim „Shield of the Americas“ (neue Sicherheitsinitiative der westlichen Hemisphäre)“ – CNN (Warner) geht doch an Paramount – DOJ veröffentlicht schwere Anschuldigungen gegen Trump unzensiert (Vergewaltigung Minderjähriger) – Größtes Verbrechen dieser Regierung: Slashing USAID (Last Week Tonight in Überlänge und das erste mal offiziell komplett auf Youtube) – Untersuchungen auf der Zorro Ranch beginnen (9. März) – Pam Bondi vor dem Kongress: Less than an hour into the briefing, Democrats walked out in protest of the arrangement. Speaking outside the hearing room, Florida congressman Maxwell Alejandro Frost said: “We asked her multiple times, are you going to come and speak with us under oath? She would not say yes. Filibuster, filibuster, filibuster, would not say yes.” – Trump feiert Robert Muellers Tod (21.3.) – Rep. Thomas Massie tells the press that Attorney General Pam Bondi could face prosecution if she fails to follow the law on releasing the Epstein files. Massie says Congress has already “literally passed a law” requiring disclosure, and warned that a future attorney general could pursue charges if Bondi doesn’t comply. He also pushed back on DOJ claims the releases are finished, saying “they’re not really done.”

Und seitdem:
Nichts weiter.
Nur immer noch weitere Smoke Screens:
Trump erscheint persönlich im Supreme Court,
als erster amtierender Präsident überhaupt,
tut so als würde er zuhören
als es um „Birthright Citizenship“ geht,
und dampft dann wütend ab,
weil die Richter*innen herausgefunden haben,
dass das ganz genau so
in der US-Verfassung steht.
Tja, dann eben Artemis 2.
Und „Project Hail Mary“ in den Kinos.
Und das soll alles nur Ablenkung sein?
Wovon?

Unter anderem auch
von der Länge der Liste dessen,
was früher mal Kriegsverbrechen gewesen wären:
Am 28. Februar beginnt also
Operation *Epic Fury*,
oder: Der Dritte Golfkrieg,
oder: Der zweite Beginn des Dritten Weltkriegs,
oder: der Letzte Kreuzzug.
Israel und die USA
greifen gemeinsam den Iran an
und flankieren die Bombardements
sofort mit offenen Regime Change Forderungen.
Chamenei sr. ist „untergetaucht“.
Merz, Macron und Starmer
verurteilen die Reaktion
des Irans,
die erwartbar heftig ist.
Der Regierungssitz in Teheran ist komplett eingeäschert.
Trump kündigt bereits erste US-Opfer an.
Am 1. März wird der Tod Chameneis sr. bestätigt,
die Revolutionsgarden schwören ewige Rache,
aber auch andere top Mullahs sind da schon tot.
Der Sohn vom Schah
würde gerne interimsmäßig übernehmen,
aber da ist die Straße von Hormuz schon blockiert,
und es kommt zu massiven Gegenangriffen
gegen US-Basen im gesamten arabischen Raum,
weswegen dort sämtlichste Lufträume gesperrt werden,
100.000e sitzen fest,
und besonders laut ist das Wehklagen in Dubai.
China und Russland
stellen sich an die Seite Irans,
Putin verurteilt den „zynischen Mord“ an Chamenei sr..
Ein erstes Angebot einer Waffenruhe durch Trump
wird vom Iran abgelehnt,
auch wenn der gesellschaftliche Riss im Land
überdeutlich wird:
Auf den einen Straßen tanzen
die Menschen mit offenen Haaren,
auf den anderen skandieren
andere „Tod den USA!“
Da wird schnell klar,
dass der Regime Change genauso ernst gemeint ist
wie in Venezuela.
Unterdessen wird die US-Botschaft in Kuwait getroffen
und US-Jets werden versehentlich abgeschossen.
Trump denkt derweil im Goldenen Haus darüber nach,
ob er lieber Kuba oder Panama als nächstes angreifen sollte
als im Ghandi-Krankenhaus in Teheran Bomben einschlagen.
Macron will lieber wieder atomar aufrüsten.
Deutschland will Deutsche aus dem Nahen Osten rausholen.
Weil: Trump kann sich auch Bodentruppen vorstellen,
was Hegseth nicht davon abhält zu sagen,
das würde schon kein endloser Krieg werden.
Nach einer knappen Woche
kommt es auch zu offenen Gefechten
zwischen Israel und dem Libanon,
wo deswegen eine Massenflucht einsetzt,
nicht zuletzt vor den Luftangriffen auf Beirut.
Iranische Angriffe hagelt es jetzt
auf Gasförderstätten
in Katar, und auf Zypern schlagen die ersten Drohnen ein.
Für die Nato alles noch kein Grund,
Rutte hält das Bündnis erstmal raus.

Bundeskanzler Friedrich Merz
hofft dann beim Treffen
mit US-Präsident Donald Trump im Oval Office
auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs.
Dieser solle „so bald wie möglich“ enden.
Der Krieg schade auch der deutschen Wirtschaft.
Er verwies auf die gestiegenen Öl- und Gaspreise.
Am nächsten Morgen legt die Washington Post
den nächsten full circle-Orwell vor:
„Trump is not starting a forever war in Iran;
he’s ending one.“
Im Pentagon trudeln da schon die ersten Beschwerden ein:
Mehrere US-Soldaten sollen sich darüber empört haben,
dass ihre Vorgesetzten einen möglichen Krieg gegen den Iran
mit religiösen und endzeitlichen Aussagen erklärt hätten.
Demnach habe ein Kommandeur erklärt,
der Angriff im Iran
sei Teil von Gottes Plan
und Trump sei von Jesus «gesalbt» worden,
um Armageddon einzuleiten.
The Rapture, once more with feeling…
Ebenfalls noch in der ersten Woche
wird auch klar:
Drohnenkrieg 2.0 –
in der Ukraine ausreichend getestete Shahed
färben die arabischen Himmel dunkel,
erst kommt die Flugabwehrüberlastung,
dann kommt die Rakete.
Nach einer knappen Woche ist auch klar:
Die Mädchenschule,
die am ersten Tag des Krieges getroffen wurde (150+ Tote)
geht auf das Konto der US-Airforce.
Und als ob das nicht Menschheitsverbrechen genug wäre,
wird auch noch berichtet,
dass das ein Double Tap Angriff war:
Nach der ersten Bombe wird gewartet,
bis Helfer eintreffen,
dann fällt die zweite.

US-Medien berichten als nächstes,
dass Trump einen Tag nach Beginn
der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran
auch mit dem irakischen Kurdenführer
Masud Barsani gesprochen habe.
Trump soll demnach erwägen,
die irakischen Kurden
bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen.
Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer
an der Grenze zum benachbarten Iran stationiert
und auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran.
Dazu denkt Bernhard Torsch:
„Ob die Türkei der Entstehung eines kurdischen Staates
oder auch nur Quasi-Staates auf iranischem Boden zuschauen wird,
ist ebenso fraglich wie z.B. der Willen Aserbaidschans,
der Versuchung zu widerstehen,
den Nordiran zu okkupieren.“
Vorsichtshalber verlegen der UK und Frankreich
Truppen ins östliche Mittelmeer.
Bilanz nach der ersten Woche:
Über 2000 Angriffe.

Dann wird Mojtaba Hosseini Khamenei,
der älteste Sohn des Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei,
zum neuen Obermullah gewählt.
Und über Syrien wird die erste Rakete von der Nato abgefangen.
Im US-Senat wird einem Marine-Veteranen
der Arm gebrochen,
nachdem er sich gegen den Krieg ausgesprochen hat,
weil der Großteil der Republikaner
einfach stumpf leugnet,
dass es überhaupt einen Krieg gäbe.
Dazu J.D. Vance:
„Ich weiß,
dass ihr euch Sorgen
über eine weitere Verstrickung im Ausland macht,
aber seid versichert:
Dieses Mal
haben wir ein Genie als Präsidenten.“
Okay. J.D.

Als erstes europäisches Land
bekennt Spanien Farbe:
Sanchez bleibt stabil gegen den Krieg.
Also springt „Kriegsminister“ Pete Hegseth
auf das nächste Kreuzzugslevel,
mit Action Reels auf Social Media
und deutlichen Worten in jede Kamera,
die er zu sehen kriegt.
Im Irak werden die ersten Kurden von Iran attackiert,
da fordert Trump die „bedigungslose Kapitulation“ des Iran.
Teherans Flughafen liegt da bereits in Schutt und Asche.
Auch die Zerstörung von Entsalzungsanlagen
(auf der iranischen Insel Qeshm) wird bereits geprobt.
Kein militärisches Ziel.
Keine Raketenbasis.
Kein Radar.
30 Dörfer ohne Wasser.
Die zweite Kriegswoche
beginnt mit den bis hierher heftigsten Bombardements auf Teheran,
vorrangig durch die IDF.
Dabei werden auch Ölanlagen zum Ziel
(in Deutschland klettert der Lieter Diesel auf 2,15€)
und schwarzer Regen überschwemmt die Straße in Teherean,
die vor apokalyptischen Flammenmeeren am Horizont kochen.
Der internationale Gaspreis steigt um 30%,
da sucht Trump am 9. März
einen ersten Exit.
Netanyahu hat aber noch reichlich Bock.
Also setzt Trump kurzerhand die Ölsanktionen gegen die Iran aus,
der Ölpreis sinkt wieder,
Investoren machen ihre Reißverschlüsse wieder auf.

Martin Sonneborn fasst bis hierher zusammen:
„Ein (ehem.) Krankenhausdirektor & Herzchirurg
(Massud Peseschkian, Präsident),
ein Geistlicher mit Hauptfach Ethik & Mystizismus
(Modschtaba Chamenei, Ayatollah),
ein Politikwissenschaftler mit Promotion
über die „Entwicklung des Konzepts der politischen Partizipation
im islamischen politischen Denken des 20. Jahrhunderts“
(Abbas Araghchi, Außenminister)
und ein Mathematiker, Informatiker & habilitierter Philosoph
(Ali Laridschani, Sekretär des Sicherheitsrats)
mit akademischer Schwerpunktsetzung auf Immanuel Kant
(„Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“)
stehen einem ganzkörpertätowierten Brutalo-Primitivling
namens Pete Hegseth („Kriegsminister“) gegenüber,
der glaubt, sein weißnationalistischer Suprematismus-Dachschaden
berechtige ihn dazu,
seinen 214 Einträge umfassenden Wortschatz
vor laufenden Kameras aufzusagen.“
Also kann Russland endlich eine UN-Resolution fordern.

In Süd-Korea werden unterdessen Raketenabwehrsysteme abgebaut,
um sie in den Nahen Osten zu bringen.
Die Straße von Hormuz ist zunehmend vermint.
Also werden globale Ölreserven freigegeben
(Benzinpreis sinkt unter 2 Euro),
so viele wie niemals zuvor.
Die USA lockern sogar die Sanktionen gegen Russland,
ganz Germany (außer der AfD) ist gar nicht amused.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
verurteilt die Angriffe des Irans
auf die Golfstaaten und andere Länder der Region.
13 der 15 Mitglieder des Rates
stimmen in New York dafür.
Russland und China enthalten sich.
Da stellt der Iran erste eigene Friedensforderungen,
u.a. Internationale Sicherheitsgarantien,
und schießt gleichzeitig weitere Ölanlagen
in den Golfstaaten in Brand.
Das FBI ermittelt derweil wegen irgendwelcher
iranischen Drohnenanschlagsplänen
auf California?

Innnerhalb des Irans sind inzwischen
gut 3.000.000 Menschen auf der Flucht.
Und die Presseabteilung der Regierung
trollt Trump mit KI-Videos,
bevor der neue Ayatollah etwas verlesen lässt:
Rache!
Hormuz bleibt zu.
Rache!
Andere Fronten könnten aufgemacht werden.
Rache!
3.000 Tanker stecken fest
in der größten Schiffahrtsfalle der Geschichte.
Rache!
In Montana müssen sich die Wähler*innen
schon fragen lassen:
„Is the current rise in gas prices
worth the long-term goal of freedom in Iran?
VOTE HERE.“
Dass Israel in diesem Krieg auch mit drin hängt,
wird in den USA nur dann klar,
wenn bei einem Angriff auf eine Synagoge in Detroit
der Attentäter getötet wird.

Als nächstes bombardieren die USA
Kharg Island („Öl-Insel“ von Iran)
ins Nirvana,
sagen sie:
„Wir haben die Insel Charg
völlig zerstört
und vielleicht schlagen wir noch ein paar Mal zu,
einfach zum Spaß.
Warum nicht?“
(Trump)
Im Irak werden weitere US-Basen angegriffen,
der UK stellt Fairford als Abschussrampe
für B2-Bomber (atomwaffenfähig) zur Verfügung.
Trumps neueste Idee:
Eine freiwillige Koalition
soll die Straße von Hormuz sichern.
In einem Podcast mit Jake Paul
wird behauptet,
Trump zerbombt den Iran für Schwulenrechte.
Und ja, auch diese Meldung ist wahr.

Nachdem im Irak auch die US-Botschaft getroffen wird,
werden alle US-Bürger aufgerufen,
das Land sofort zu verlassen.
Die USA geben ab sofort auch keine Opferzahlen mehr bekannt,
Hegseth hat was gegen „Panicans!“
und diktiert der Presse lieber eigene Schlagzeilen.
Und die US-Medienaufsicht
droht bestimmten Sendern mit Lizenzentzug.
Die B2-Bomber sind startklar.
Der Iran erklärt offiziell,
dass die Straße von Hormuz
NICHT für die Welt geschlossen ist
– sondern NUR für die USA,
Israel und ihre Verbündeten.
Der globale Schiffsverkehr kann frei passieren.
Also muss Trump den Nato-Partnern drohen,
wenn sie nicht helfen kommen.
Israel marschiert derweil
entsprechend unbemerkt in den Libanon ein,
denn Trump legt die nächste Pressekonferenz des Jahrzehnts hin:
„Sie werden uns nicht helfen.“
„Aber einige sind total begeistert.
Sie sind schon unterwegs.“
„Es geht hier nicht darum,
dass wir sie brauchen.“
„Wenn wir etwas brauchen,
sollten sie sofort aufspringen und uns helfen.“
„Wir wollen, dass sie kommen
und uns bei der Meerenge helfen.“
„Meine Haltung:
Wir brauchen niemanden.“
Aha.

Vielleicht auch deswegen tritt der Chef der US-Terrorabwehr
(Kent, republikanischer Hardliner)
wegen des Kriegs zurück.
Und Trump:
„Cuba, it’s a beautiful island.
Great weather.
I will be having the honor of taking Cuba.
Whether I free it, take it.
I think I can do anything I want with it,
if you want to know the truth.“
Kurz darauf: Massiver Blackout in der Karibik,
das Öl geht zur Neige.
Fox News weiß inzwischen mehr über den neuen Iran:
„New Ayatollah is probably gay!“
Die UN sehen nebenbei
auch Anzeichen für ethnische Säuberungen im Westjordanland.
Aber Israel greift eben auch die iranische Gasindustrie an,
weswegen der Iran Gasanlagen in den VAE angreift,
und Trump droht, die Gasfelder im Persischen Golf anzugreifen.

Am 19.3. schließt auch Saudi Arabien
militärische Maßnahmen nicht mehr aus.
Bibi hat immerhin gesagt,
der Iran kann keine Raketen mehr bauen.
1.000e US-Soldaten werden danach offiziell
in den Nahen Osten verlegt,
während Polen und Deutschland
ihre letzten Soldaten aus dem Irak rausholen.
Denn nicht nur die Schlacht um Hormuz
liegt nur noch wenige Wochen entfernt,
sondern auch der Zerfall des westlichen Bündnisses:
Die Schweiz verkündet als erstes einen Stopp der Waffenexporte in die USA.
Der Iran feuert aber schon mal zwei ballistische Raketen
auf einen von Großbritannien und den USA
gemeinsam genutzten Militärstützpunkt
auf der Insel Diego Garcia ab
(im Indischen Ozean).

Dann, Samstag, 21.3., 23:44 Uhr.
Der Präsident der Vereinigten Staaten
tippt in Grossbuchstaben auf sein Handy:
„Wenn der Iran die Strasse von Hormuz
nicht in 48 Stunden öffnet,
werden die USA
ihre verschiedenen KRAFTWERKE AUSLÖSCHEN,
ANGEFANGEN MIT DEM GRÖSSTEN ZUERST.”
Iran antwortet am Sonntagmorgen.
Nicht mit Diplomatie.
Mit einer Liste:
Wenn ihr unsere Kraftwerke angreift:
Sämtliche Energieinfrastruktur
der USA und Israels in der Region – zerstört.
Entsalzungsanlagen – zerstört.
Das ist Trinkwasser für Millionen Menschen
in Israel, Saudi-Arabien, den Emiraten, Kuwait.
Die Strasse von Hormuz – nicht mehr selektiv geschlossen,
sondern komplett.
Unwiderruflich.
Trump liest das.
Und postet am Montag:
„I AM PLEASE TO REPORT…
VERY GOOD AND PRODUCTIVE CONVERSATIONS…
COMPLETE AND TOTAL RESOLUTION…”
Von Auslöschen zu Bitte-Bitte in 48 Stunden.
Vor der ganzen Welt.
In Grossbuchstaben.

Einige munkeln bereits
von ganz stumpfer Manipulation der Ölmärkte.
Die inzwischen größte Energiekrise seit Jahrzehnten
muss sich ja für irgendwen lohnen.
Iran droht dann,
den persischen Golf zu verminen.
Israels Verteidigungsminister kündigt an,
die Kontrolle über libanesisches Gebiet
bis zum Litani-Fluss übernehmen zu wollen.
Zuvor hat das israelische Militär
mehrere Brücken gesprengt.
Damit solle der Hisbollah der Weg abgeschnitten werden.

Der deutsche Bundespräsident
kann sich nach gut drei Wochen
endlich zu einer ersten Einschätzung einlassen,
wenn auch nur zu einer persönlichen:
völkerrechtswidrig!
Ach, gucke.
Weitere 3.000 US-Soldaten werden verlegt,
Kharg soll also tatsächlich besetzt werden?
Gleichzeitig legen die USA
einen „15-Punkte-Friedensplan“ vor
(pretty much the one before the war,
which Iran was willing to except),
Irans Antwort:
Räumung aller US-Militärstützpunkte
rund um den Persischen Golf
sowie Mautzahlungen aller Schiffe an Iran
für die Fahrt durch die Straße von Hormuz.
Ein Sprecher des iranischen Militärs reagiert
auf die US-„Bemühungen“ um ein Abkommen mit Spott:
„Sind Ihre internen Konflikte so weit eskaliert,
dass Sie mit sich selbst verhandeln?“,
fragt Ebrahim Solfaghari im Staatsfernsehen.
NBC News enthüllt,
dass Trump jeden Tag
eine „Kriegsporno-Montage“ gezeigt bekommt,
mit den größten Hits der letzten 48 Stunden.
Und während Trump sich über ein mysteriöses Geschenk des Iran freut,
von dem er nicht verraten könne,
was es sei,
sagt Hegseth, direkt neben ihm:
„We negotiate with bombs.“
Iran baut die Insel Kharg schnell noch zur Festung aus.

Russland spielt sich derweil wieder zum Helfer in der Not auf
und sendet Drohnen, Medizin und Nahrung in den Iran.
Trump verschiebt dann Anfang der letzten Woche
das „Ultimatum“ bis nach Ostern,
während sein „Kriegsminister“ (?) Hegseth
beim gestrigen Gottesdienst (??)
im Pentagon (???)
dafür beten lässt (????),
der „Allmächtige“ möge seinen „Zorn ausgießen“,
„den Gottlosen die Zähne ausschlagen“
und „überwältigende Gewalt“ über die bringen,
„die keine Gnade verdienen.“
Kurz vor Ostern im Jahre 2026 n.Chr.

Letzten Samstag dann
waren knapp 10.000.000 Menschen beim 3. No Kings Day
auf allen Straße der USA,
die ersten Marines quittieren ihren Dienst.
Und die Huthis treten dem Krieg bei.

Die ehemals Alliierten halten weiter dagegen,
Spanien wieder zuerst:
der iberische Luftraum wird für Militärflüge gesperrt.
Und auch der Papst hat noch was zu sagen:
„God does not listen to the prayer
of those who waged war.‘
Darauf angesprochen
darf sich Karoline Leavitt mal wieder entblöden:
„Our nation was a nation
founded 250 years ago, almost,
on Judeo-Christian values.
And we’ve seen, presidents,
we’ve seen, the leaders of the Department of War,
and we’ve seen our troops go to prayer,
during the most turbulent times in our nation’s history.
I don’t think there’s anything wrong
with our military leaders
or with the president
calling on the American people
to pray for our service members
and those who are serving our country overseas.
In fact, I think it’s a very noble thing to do.“
Der Rest der Osterwoche
ist dann bloß weiter die erwartbare Scheiße:
– die USA fangen eine russische Öllieferung für Kuba nicht ab
– ein Munitionsdepot in Isfahan fliegt in die Luft
– 200.000 fliehen aus dem Libanon nach Syrien
– auch Frankreich sperrt seinen Luftraum für Militärflüge
– die Knesset beschließt die Todestrafe für „Terroristen“
(wenn sie keine Israelis sind)
Israel will sich nicht an einer Bodenoffensive beteiligen
– die Schweiz schließt ihren Luftraum,
Italien auch
Trump will wirklich raus aus der Nato?
Trump: Iran bettelt um Waffenruhe,
Iran: nope
Iran kündigt an,
die Straße von Hormuz auch nach Kriegsende
nicht für Israel zu öffnen
– die EU-Außenminister treffen sich,
sie wollen dann nach dem Krieg helfen

Und ich breche diese Kriegsberichterstattung
dann für diese Woche ab,
so richtig richtig
geht es bestimmt erst nächste Woche los…
Als letzte Meldung für heute
dann nochmal die USA:
Pam Bondi
hat gerade eben ihren Job verloren.
Und im Zweiten Teil der Episode
wird der Name Trump möglichst ausgespart,
der lenkt ja auch bloß
von unseren eigenen Problemen ab.
Ich verrate so viel:
Die Hütten in Sachsen-Anhalt
fangen langsam Feuer.
Und wo viel Rauch ist, ist es auch gefährlich.

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