Gegenwartsliteratur.
Live.
Nur im Internet.
Aus der Provinz.

# Startseite / Die Serie / Escape To Camazotz (S13:Ep16) (Teil 1)

Lesen

Escape To Camazotz (S13:Ep16) (Teil 1)

von | 2026 | 14. Februar | Die Serie, Staffel 13 - The Rest Of Us Just Live Here

Bild: New Dawns.

 

 

„Help me, why can’t this be love?
Tell me why can’t this be enough?
When is high ever high enough?
It’s all I ever hoped for.“

(Biffy Clyro: Medicine. 2016)

 

 

Teil 1

Running Scared But Holding Knives

 

In dem sich unsere Helden für einen kurzen Moment ein vorerst letztes Mal auf die gleiche Art in den Armen halten, wie sie es zu Beginn ihrer Reise getan hatten, als alles noch neu und so unendlich aufregend gewesen war. Dann trennen sie sich und gehen ihrer Wege, ohne dass weder sie noch er sich umdrehen. Denn ein Wiedersehen ist inevitable. Zu groß, zu wichtig sind die Abenteuer, die in der Zukunft noch auf sie warten.

 

 

Gut,
wenn Dinge neu anfangen dürfen.
Dass sie dazu
erst vergehen müssen,
habe ich heute
auch auf eine neue Weise erkannt,
die ihre Rolle
aber ausschließlich auf der anderen Seite
des Schwarzen Spiegels,
auf meiner,
behalten wird;
sorry,
not sorry.

Jedoch bereits genug von mir,
die Deadline guckt schon ganz angestrengt,
und das obwohl heute noch nicht Sonntag ist.
Aufmerksame Leser*innen ahnen warum:
Staffelfinale.
Zwischenstand ohne Schlusstrich.
Zum 13. Mal.
Nur einen Tag nach
dem ersten von zwei Freitagen,
den dreizehnten,
in Folge.
Und nicht nur das!
Denn mit dieser Episode
endet auch der sechste Band,
was heißt,
mir steht der verflixte siebente bevor.
Es bleibt veflucht,
dieses Jahrzehnt.
Aktueller Seitencount,
die jetzt noch zu schreibenden mitgezählt,:
ca. 2700,
verteilt auf,
wirklich wahr,
333 Texte.
So viel zu den Zahlen.

Zurück zu den Worten,
und damit mittenrein
in die letzten Zuckungen
der Gegenwart,
denn ich habe in der letzten Woche
mal wieder
ein neues gelernt.
Genauer gesagt zwei:
„Reptile Theory“.
Und, Leute,
auch wenn die zugrundeliegende Theorie
vielleicht noch nicht abschließend bewiesen ist,
was bin ich froh,
dieses Wort gelernt zu haben,
denn sonst wäre ich vielleicht
doch noch durchgedreht.
Aber zum Glück gibt es Anwält*innen,
die ihr Wissen gerne teilen,
ohne dafür Honorar zu verlangen.
In diesem Fall
ist nur ihr Spitzname bekannt,
weswegen er auch keine Rolle spielt.
Also,
ich muss es kurz halten,
die Deadline guckt mir gerade zu konzentriert in ihre Unterlagen,
die „Reptile Theory“
ist nämlich auch eine Kampftaktik
von moralbefreiten Strafverteidiger*innen,
die zwar verboten ist,
aber dennoch munter so lange angewendet wird,
bis sich ein Gericht überwindet,
dieser Foltermethode einen Riegel vorzuschieben;
was dem Obersten Bundesgerichtshof in den USA
hoffentlich auch mal jemand mitteilt,
denn nichts anderes passiert gerade
mit den Epstein Files.
Laut Theorie
werden dabei also viel zu viele Dokumente
als Beweis oder Gegenbeweis
zu einem bestimmten Fall
mit einem Mal
und ohne jegliche Einordung
vorgelegt.
Wenn sich diese dann,
auch noch gemischt mit schrecklichsten Details,
zu schier unglaublichen Anschuldigungen
verknüpfen lassen (oder eben auch nicht),
dann sind die Gehirne einer Jury
so dermaßen überlastet,
dass es in den sogenannten Reptilzustand wechselt
(das ist der Teil, der neurologisch noch umstritten ist).
Und diese jetzt ausschließlich instinktiv reagierende Jury
ist damit zu keinem vernünftigen Urteil mehr fähig
und mehr als anfällig
für jede noch so bescheuerte Erklärung
(dann natürlich im Sinne der Beschuldigten),
Hauptsache,
der Terror hört auf.
Tja, und genau das ist es,
was das US-Justizministerium und das FBI
vor einer guten Woche getan haben.
In den USA gibt es seitdem
eigentlich kein anderes Thema mehr,
auch weil so unbegreiflich ist,
dass es immer noch nicht
eine
zählbare Konsequenz gibt.
Aber bevor wir uns
noch tiefer in dieses Höllenloch begeben,
gebe ich noch schnell wieder,
wie besagte Anwältin
ihren Erklärtext abgeschlossen hat,
denn erst mit Hilfe dieser paar Worte
war es mir gelungen,
die Schreckenszauber endgültig zu brechen:
„The moment
you observe the pattern,
instead of being inside it,
the spell weakens.“
Sowas kriegt kein Abwehrzaubertrick hin,
selbst wenn ich drei W100 benutzen dürfte.

 

Here Comes the Fuckening!
Aus dem Tagebuch eines Elder Millenials (1)

dienstag, 10. februar 2026:
– auf halber höhe des theaterbergs,
um halb acht am morgen,
kriege ich erst mit,
dass der himmel blau ist,
nach gefühlten 5 wochen tiefstem winter
– entsprechend on fire
fühle ich mich bis zum mittag
berufen zu tun, was ich tue
– kurz nach dem essen erst
beginnt sich der himmel wieder zuzuziehen,
und ich erfahre, wie letzte zukunftspläne klingen,
wenn sie in tausende scherben zerspringen
– mit geschwundenem Licht
begebe ich mich das erste Mal wirklich
in die Tiefen der Dungeons,
nur die Dragons müssen noch warten
– es ist genauso aufregend, wie ich lange gehofft habe
– nur Basketball (am Abend)
ist noch besser,
erst recht dann,
wenn alle gerne und richtig gut spielen

samstag, 14. februar 2026:
– heute vormittag 4 stunden lang
mindestens 40 aufgetaute kids
und 2 hitzige Trainer geschoolt
– am Nachmittag dann etwas gelernt,
das vermieden wurde, dass ich es weiß,
oder das ich bereits wusste,
oder das ich vermieden habe zu wissen
(it hurts the same as before,
no less no more)

 

Und damit zum Sport.
Hinfallen ist nämlich
weiterhin schwer angesagt:
Das wenige,
das ich bis heute
von der Winter Olympiade in Italien
mitbekommen habe,
sind ein, zwei, drei und mehr Stürze
von US-Athlet*innen:
Gleich zu Beginn der Spiele
stürzt Lindsey Vonn bei der Abfahrt,
ihre gerissene Achillessehne
konnte sie nicht aufhalten,
also hat das ein Torpfosten übernommen,
jetzt ist also auch mindestens
noch ein Bein gebrochen.
Gebrochen ist auch
das Herz von Ilia Malinin,
und zwar direkt auf dem Eis:
Nach einer phänomenalen Mannschaftskür
gelingt ihm im Einzelfinale kein Sprung so,
wie er ihn wollte,
und ganze drei Mal
findet er sich auf dem kalten Boden wieder,
auf den dann seine Tränen tropfen.
Brutal, was Leistungsdruck anrichtet.

Völlig ohne Druck
wirkt dafür Bad Bunny
bei der Super Bowl Halbzeitshow
(die Seattle Seahawks,
geführt von der coolsten Socke der NFL,
gewinnen die Schüssel unspektakulär,
immerhin aber gegen
die New England Patriots).
Wirkt der aber nur,
denn mehr Druck
kann keine noch so dick eingepackte Schulter aushalten:
Nicht nur ein,
nicht zwei,
nein alle Americas
trägt er,
unter Feuerwerk
über dem Pazifik,
über den grünen Rasen,
die Scheinwerfer greller denn je.
Er trägt sie alle,
als wenn sich alle
Leichtigkeit der Welt
in einem Zuckerrohrfeld
auf Puerto Rico
zur Bomba Party trifft.
Und ohne dabei auch nur ein Wort
auf Englisch zu verlieren,
bis auf diese hier:
„The only thing
more powerful
than hate
is love.“
Copy that.

Und trotzdem
ist es mehr als angebracht,
die weiteren Entwicklungen
in dieser Unsagbarkeit von Weltgeschichte
genauso random
aneinanderzureihen.
Sucht Euch selber durch;
Dunkelsicht Stufe 21 empfohlen.

+++ größter Justizskandal der jüngeren Geschichte! +++ Way bigger than watergate! +++ Polen eröffnet Verfahren gegen Epstein-Kunden – Tusk is richtig sauer: “We are planning to put any powerful person found to have mistreated girls in the Epstein files in prison for life.“ +++ Gishlane Maxwell invokes the 5th – und würde Trump entlasten, wenn der sie begnadigt +++ Juul (Top Diplomatin in Norwegen) tritt zurück – ihre Kinder haben jeweils 5.000.000 von Epstein geerbt – der Skandal weitet sich aus – Norwegen ist entsetzt +++ Epstein still alive? (Mythologisierung?) +++ Angeblich wurde eine Tonne Acid nach Little St James bestellt, am Tag als der Fall aufflog +++ Wird Epstein für Keir Starmer zur Chance, sich eine Haltung wachsen zu lassen? Oder stolpert auch er? +++ Members of Cogress haben Zugang zu „unzensierten“ Akten – Lauren Bobert (MAGA Ikone) doesn’t like what she has seen +++ Top Demokrat Raskin: Trump is in the files „more than a million times“ (Jordan Klepper: „Trump Files feat. Jeffrey Epstein“) +++ Howard Lutnick hat wohl ganz dolle gelogen („one and done“ vs. „left the the island with all my kids“) +++ Trump: China is going to ban Hockey in Canada! +++ Weitere Details über weitere Kinderschänderimmobilien werden bekannt (Epsteins „Zorro Ranch“ in Texas) +++ Was nützt den Demokraten das Narrativ? +++

Und ja,
immer noch
ist nichts nennbares passiert.
Außer:
Der einzige Kopf,
der in dieser Woche dafür hingehalten wird,
gehört erneut nicht zu einem Mann,
sondern erneut wieder zu einer Frau.
Nämlich zu Pam Bondi,
noch US-Justizministerin.
Die hat am Dienstag
eine Anhörung im Kongress hingelegt,
die ebenfalls schon wieder historisch ist;
ebenfalls historisch schlimm:

Hinter ihr sitzt ein Dutzend Survivors,
und sie fuchtelt mit dem Zeigefinger
vor dem Komitee rum,
attackiert alle und jeden
(außer Jim Jordan mit der Gavel),
noch bevor
sie keine einzige Frage beantwortet.
Ob sich hier schonmal irgendwer
bei Trump entschuldigt hätte???
Die Reihe an absurden Szenen
reißt über Stunden nicht ab.
Immer wieder geben Republikaner
ihr ihre gesamte Befragungszeit,
die sie dann mit Pep Rally Points zuscheißt,
dass sie sich selber das Lachen verkneifen muss.
Es tut mitunter psychisch weh,
ihr dabei zuzusehen,
wie sie sich vor der gesamten (halbwegs gebildeten) Welt
zum Miststück machen lässt.
Machen lässt,
weil der Durchfall,
den sie da vorliest,
so dermaßen dünn ist
und nach Stephen Miller stinkt,
dass ich es förmlich spritzen höre.
Da sich aber immer noch niemand
bei Trump entschuldigen will,
der ja wohl größte Präsident aller Zeiten ist,
und sie jetzt auch noch beim Lügen unter Eid erwischt wird
(well played Mr. Lieu),
fährt sie unbeirrt fort,
die Schuld mit Hilfe ihres Burn Books umzukehren
und gleichzeitig eine zusammenhangslose politische „Rede“
über „The Golden Age“ abzufeuern,
die nur so gespickt ist mit MAGA Buzzwords.
Nach diesem Auftritt ist eines klar:
Spätestens jetzt hängt sie bis zum Hals mit drin.
Kein Wunder also,
dass noch am selben Tag
nicht wenige Mitarbeiter des DOJ zurücktreten.
Und unterdessen
haben „russische Hacker“ ihren ganz eigenen „Spaß“
mit den immer wahnsinniger werden Inhalten der Files,
und Social Warriors generieren damit dann Rage Bait,
das für garantierte Reichweite sorgt.
So viel schlafen,
wie man vergessen möchte,
kann man in tausend Jahren nicht.

Bondi muss sich aber nicht nur
wegen der Files „rechtfertigen“,
auch die ICE-Einsätze verteidigt sie
mit allem Nagellack,
den sie auftragen konnte.
Derweil gibt es einen neuen
Wintertrendsport in den USA:
Denn während die ICE-Raids in Minnesota
unvermindert anhalten,
treffen sich Menschen zum „ICE-Fischen“,
also dem Verfolgen und Filmen
der „Einsätze“.
Erst am Donnerstag sieht der neue Gestapo-Chef, Tom Homan,
genug „Erfolge“,
der Einsatz soll beendet werden;
Stephen Miller googelt Viagra.

Na ja,
und dann erleben die Americas
eben ihr nächstes School Shooting
(Britisch Columbia, Kanada:
12 Opfer,
einschließlich der Mörderin,
die vorher auch ihre Mutter und ihren Bruder
erschossen hat);
inzwischen schon lange eine ganz normale Tragödie.
Als Segway zum nächsten
Axthieb des US-Faschismus
dient das aber allemal:
Warum immer nur Epstein, Epstein, Epstein,
wenn man auch gleich die ganze Welt
verheeren kann:
Trump dereguliert den Klimaschutz endgültig,
kriegt dafür schonmal
den „Undisputed Champion of Beautiful, Clean Coal Award“,
und die Trilliarden der Fossilindustrie können wieder fließen.

Und damit zum Ende für heute,
gleich ist dieser Valentinstag endlich vorbei,
wieder zurück nach Europa,
im Multiversum
ist es überall gleich schlimm:
150.000 Menschen sind
ohne Obdach in Marokko
(Überschwemmungen).
Erdrutsche verwüsten Sizilien.
Im UK regnet es ununterbrochen
seit Jahresbeginn,
und hier hat es heute
auch schon wieder geschneit.
Vielleicht sollte ich doch
über eine Charakterklasse nachdenken,
die ein bisschen kälteresistenter ist?

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert