Erinnert sich noch jemand daran,
als es in tiefsten Lockdownzeiten
schick war,
von der wahnsinnigen Chance
zu schwärmen,
die wir alle jetzt hätten?
Nun, viel ist davon nicht mehr übriggeblieben:
Das Meckern und Zetern ist schon wieder da.
Die Bruttosozialprodukte sind historisch eingebrochen,
die Schwurbler sind immer noch da
und wollen am Samstag in Berlin
das Ende der Pandemie feiern,
während niemand mehr ernsthaft
von einer zweiten Welle spricht,
denn es hat sich rumgesprochen,
dass die erste immer noch läuft.
Und wenn sich inzwischen viele
an die Masken gewöhnt haben,
wird sich jetzt eben über Pflichttests
nach der Urlaubsrückkehr aufgeregt,
und darüber, wer das schon wieder alles bezahlen soll.
Kurz, das Sommerloch war äußerst kurz
und von dem Umstieg auf grünen Wasserstoff
oder der Möglichkeit von Fusionsreaktoren in 20 Jahren
konnte nur ganz kurz mal berichtet werden,
denn ab nächste Woche
scheint es wieder und immer schneller
und weiter bergab zu gehen,
keine Zeit für Optimismus.
Weder hier,
noch im Lieblingsland der Pandemie:
Auch in den USA soll
die Schule bald wieder losgehen,
auch wenn dort noch weniger klar ist, wie.
Im Gegenteil,
die Lehrergewerkschaften rüsten sich
für landesweite Streiks.
Doch dazu mehr im Staffelfinale,
wenn klar ist,
wer die nächste Vizepräsidentin der Staaten werden soll,
wenn der #Frisurensohn
sich mit dem Vorhaben,
die Wahl zu verschieben
hoffentlich nicht durchsetzen sollte.
Dabei könnte das „Lincoln Project“ helfen,
aber auch dazu lieber später mehr.
Denn hier entdecken die Leute lieber alte Hüte wieder,
die normale Menschen nie vergessen hatten:
Das Picknick ist wieder da!
Damit diese Chance aber nicht ungenutzt verstreicht,
haben gewiefte Kulturunternehmer schon angebissen
und veranstalten Konzerte,
bei denen nicht getanzt wird,
sondern genüsslich Häppchen verspeist
und Weißwein aus Pappbechern geschlürft wird,
während Thees Uhlmann
die Picknicker dabei mit
„heiliger Atmosphäre“ belästigen will.
Opportunismus klang noch nie so langweilig.
Eine Chance haben die allemanischen Wortfrickler
aber doch genutzt:
Topkandidat für das Unwort des Jahres ist derzeit:
Entlastungsbiergarten.
P.S. Drei Gummipunkte für diejenigen,
die den Link zwischen
(geklautem) Titel und Inhalt der Folge benennen.
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