Der seltene Regen
scheint inzwischen
sämtliche Dämme brechen zu lassen.
Bodo Ramelow lehnt sich in Thüringen
so weit aus dem Fenster,
dass einem schon beim Hinschauen
ganz schwurbelig wird.
In Sachsen gibt es dutzende Festnahmen
nach rechtsextremen Angriffen auf die Polizei.
In Frankfurt werden inzwischen über einhundert Infektionen
nach einem Gottesdienst gemeldet.
Hier ein paar Menschen in Quarantäne,
dort wieder ein Schlachthof,
in dessen Massenunterkünften, oh Wunder,
schlechte Hygienebedingungen herrschen.
Ja, jede Grippewelle scheint gefährlicher.
Und jeder kleine Tellerrand wird unübersichtlicher.
Wie viele,
die jetzt meckern,
wegen Maskenpflicht,
dass Shoppen so auch keinen Spaß mache,
der Sommerurlaub voll langweilig werde,
oder die die Festnahme von Attila Hildmann
total überzogen finden,
wie viele von denen interessieren sich denn noch dafür,
was sonst so abgeht?
In Brasilien, den USA, Indien, Russland, Schweden oder Mexiko?
Inzwischen ist ein Plateau
von weltweit 100.000 Neuinfektionen pro Tag erreicht.
Innerhalb von 4 Monaten sind fast 350.000 Menschen
an den Folgen von Covid-19 gestorben.
Und das alles
trotz
der Vollbremsung,
die wir alle hingelegt haben.
Aber wenn dann ein selbsternannter
Märtyrer der Freiheitsrechte,
erst festgenommen, dann wieder freigelassen,
zu seiner Kundgebung
vor dem Kanzleramt
eskortiert wird,
wo er dann Corona-Bullshitbingo spielt,
dann laufen ihm die „Freiheit Sänger“ nach
und ziehen „Die Gedanken sind frei“
mal wieder hinter sich durch den Dreck.
Und der unvergleichliche Martin Lejeune filmt das Ganze.
Abgef*ckter geht es einfach nicht mehr.
Also bis jetzt.
Gegenwartsliteratur.
Live.
Nur im Internet.
Aus der Provinz.
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