Gegenwartsliteratur.
Live.
Nur im Internet.
Aus der Provinz.

# Startseite / Die Serie / Smoke & Mirrors (S14:Ep1) (Teil 2)

Lesen

Smoke & Mirrors (S14:Ep1) (Teil 2)

von | 2026 | 3. April | Die Serie, Staffel 14 - Flipping The Script

Bild: Miau.

 

 

Teil 2 – Kein Weltkrieg ohne Deutschland

 

Timmy und der Wolf
(Hidden Story)

Kurz vor dem Strand der Insel Poel starb in der Ostsee ein Wal. Sein Name war Timmy. Fast eine Woche lang ließen die Menschen kaum etwas unversucht, um Timmy das Leiden noch zu verlängern, lockten, schoben und zerrten ihn zurück zum Meer, und schrieben und lasen sich ihre Finger und Augen wund. Als sein riesiges Herz endlich aufgehört hatte zu schlagen, verfielen sie in Trauer, manche weinten. Andere beklagten die Umstände. Oder sahen nur ein weiteres Omen für den Weltuntergang. Und wieder andere schrieben zynische Kurzgeschichten über die blasierten Krokodilstränen einer zynischen Endzeitgesellschaft. Alle aber dachten, wenn sie an Timmy dachten, wenigstens nicht an den Krieg.
Zur gleichen Zeit wurde mitten in Hamburg Altona ein Wolf erschossen, der gerade dabei war, eine Großmutter zu verschlingen. Er bekam keinen Namen. Fast eine Woche lang wurde er von den Menschen durch die Stadt gejagt, und wieder schrieben und lasen sie sich ihre Finger und Augen wund: Die erste Wolfsattacke auf einen Menschen in Deutschland seit der Rückkehr vor 28 Jahren! Als sein hungriges Herz ruckartig aufgehört hatte zu schlagen, verfielen sie in Wut, manche weinten. Andere beklagten die Umstände. Oder sahen nur ein weiteres Omen für den Weltuntergang. Und wieder andere schrieben zynische Kurzgeschichten über die blasierte Panik einer zynischen Endzeitgesellschaft. Alle aber dachten, wenn sie an den Wolf dachten, wenigstens nicht an den Krieg.

 

Und damit willkommen zurück
an der Heimatfront.
Es ist dreiviertel Zehn am Karfreitag Morgen
und die Top Meldung der Tagesschau
ist diese hier:
„Wirtschaftsweise Grimm
bringt Tempolimit ins Spiel“;
die Frau heißt jetzt bitte
noch Ilse mit Vornamen,
dann kann ich die Episode an dieser Stelle beenden,
das wäre einfach too much.
Aber nein,
ihr Name ist Veronika,
sie sitzt im
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
und sagt sowas hier:
„Das wäre kein Schaden –
vielleicht sogar ein kluges Signal,
damit die Menschen die Situation ernst nehmen.“

Situation?
Welche Situation?
Ist der aktuelle Dieselpreis
(Allzeithoch)
denn nicht Situation genug?
Hilft das „Spritpreispaket“ etwa nicht?
Gibt es für die wieder steigende Inflation
etwa auch noch andere Gründe?
Ja?
Na wenn,
dann ja wohl die hier,
und das will ja nun wirklich absolut gar keiner:
„Scheiß Kommunisten!
Spanien hat gestern (Mitte März)
eine Reihe von 80 Maßnahmen
(mit einem Gesamtbudget von 5 Milliarden Euro)
zur Bekämpfung der Auswirkungen
des Krieges im Nahen Osten beschlossen.
Hauptmaßnahme ist eine Absenkung
der Energiesteuern von 21% auf 10%
für Strom, Gas & Kraftstoffe.
An der Zapfsäule wird sich der Liter Benzin
dadurch um 30 Cent verbilligen,
was einer Ersparnis von rund 20 Euro
pro Tankfüllung eines Mittelklassefamilienwagens entspricht.
Aus deutscher Sicht ist daran praktisch ALLES erstaunlich:
– Eine am Freitag getroffene Ministerratsentscheidung
kann am FOLGETAG in Kraft treten?
Ist so was nicht verboten?
– Waaaas? Man kann Steuern auch SENKEN?
– Wieeee? Man kann öffentliches Geld
auch FÜR BÜRGER ausgeben?
– Häääää? Eine Regierung kann
den Menschen das Leben einfach auch LEICHTER machen,
anstatt es ihnen ständig zu erschweren?
– Und warum füllt diese Meldung
in Frankreich ganze Fernsehberichte & Zeitungsseiten,
während in Deutschland nur eine
(ärgerlich unvollständige) Kleinstmeldung der dpa kursiert?
Übrigens:
Wenn das die „populistische“ Maßnahme
des „Kommunisten“ Sanchez ist:
was glauben Sie, wer ist unterm Strich besser dran:
ein Spanier mit seinem „Kommunisten“
– oder Sie mit „Merz“?
Und: Wie erklären Sie es sich,
dass es in der EU eine Regierung gibt,
die unter allen denkbaren Umständen
einfach intelligenter und würdevoller handelt
als Ihre eigene?“
(Martin Sonneborn)

Und apropos Regierung und Würde:
Der letzte Spitzname,
den sich der Kanzler verdient hat,
lautet verständlicherweise:
Eier-Lecke-Merz.
Und das kam so:
Auf einer der vielen kleinen Schüler-Demos
gegen die „Wiedereinführung der Wehrpflicht“
wurde ein 17jähriger verhaftet,
weil auf seinem Pappschild stand:
„Merz Leck Eier!“
Hat der dann
zwar fast wörtlich,
aber im falschen Kontext auch gemacht:
Anfang dieser Woche
wird der syrische „Übergangspräsident“
in Berlin empfangen.
Die beiden haben sich schnell darauf einigen können,
gute 80%(!) der nach 2011 hierher geflohenen Menschen
zu „remigrieren“,
auch wenn natürlich keiner von beiden
das so genannt hat.
Der Vizekanzler zeigt derweil ebenfalls,
wie man sich an Traditionalisten ranwanzt:
Anstatt das Nazierbe „Ehegattensplitting“
endlich mal zu entsorgen,
benennt er es lieber einfach nochmal um:
Fiktives Realsplitting.
Lars, was zum Fick?

Und so bleiben in Deutschland
Furcht und Sorge weiterhin
versteckt im Spiegelkabinett
aus Gruselgeschichten,
lowkey Panikmache
und zivilisatorischen Rückwärtsrollen.
Und natürlich Landtagswahlen,
davon kann es hier ja nie genug geben,
Kaiser sollen ihre neuen Kleider
ja bekanntlich nur im eigenen Spiegel sehen.
Der neue Landesvater von Baden-Württemberg
trägt demnach weiterhin Grün,
wenn auch schwer angeschwärzt:
Cem Özdemir kann also endlich
in Würde (kind of)
grau werden.
Die SPD holt das nächste
schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte,
die FDP fliegt aus dem nächsten Landtag
und die AfD holt (trotz/wegen Frohmaier) fast 20%;
kann Stuttgart Bürgerkrieg?
Die CDU fordert schnell noch die Teilung der Amtszeit,
aber Cem bleibt direkt ernst:
„Wir sind erwachsen hier.
Wir machen erwachsene Politik.
Die Situation ist einfach zu ernst
für Quatsch aller Art.“
Theo Müller(milch) hat das absichtlich falsch verstanden
und fordert offen eine Koalition
aus CDU und AfD.
So weit,
so Brandmauer.

Bevor die Landtagswahsommerpause
bis zum heißesten Herbst aller heißesten
deutschen Herbste
seit 1932
beginnt,
darf dann auch noch Rheinland-Pfalz
zum routinierten Intelligenztest.
Ergebnis:
Ebenfalls durchgefallen,
auch dort wählen
knapp 20%
die Faschos,
die ihren Spitzenkandidaten
nur wenige Tage nach der Wahl
ohne Vorwarnung absägen.
Immerhin tritt nach dem nächsten Abflug der FDP
deren komplette Bundesspitze zurück
und München hat ab sofort
einen Grünen als Bürgermeister,
der noch keine 40 Jahre alt ist.
Und während hier in Quedlinburg
schon die Werbeplakate für das „Oktoberfest“ hängen,
freue ich mich auf die dumme Fresse von Markus Söder,
wenn der beim ersten Fassanstich des Jahres
neben Dominik Krause steht.

Völlig neben sich
(und trotzdem noch verliebt in sein Spiegelbild)
steht ebenfalls seit Wochen schon
Wolfram Weimer,
Staatskultursekretär oder sowas in der Art.
Denn nach der eigensinnigen Streichung von Juryvorschlägen
für den Deutschen Buchhandlungspreis
gab es „Kritik“,
also hat er kurzerhand die ganze Preisverleihung abgesagt.
Sein Vorgehen sei wohl auch juristisch umstritten.
Und jetzt ratet doch mal,
was für Juryvorschläge
der Wolfram hat streichen lassen.
Ausgerechnet gegen zwei Läden,
in Göttingen und Bremen,
lagen Geheimdienst-Erkenntnisse (Antifa!) vor.
„Und so entschied Kulturstaatsminister Weimer,
sie vom Wettbewerb auszuschließen
und ihnen per standardisierter Mail vorzutäuschen,
die Jury habe sich leider
diesmal nicht für sie entschieden.
Eine glatte Lüge.“ (SZ)
Wolfram, Bücher sind zu Lesen da.

 

Here Comes The Fuckening!
Aus dem Tagebuch eines Elder Millenials (3)

freitag, 20. märz 2026:
– wäre ich gestern lieber hier gewesen,
und hätte mich an den buhrufen für weimer beteiligt,
anstatt mit marc-uwe, dem känguru
und anderen geliebten
dem system ein lachen entgegen zu schmeißen?
nein.
– würde ich jetzt, die mittagssonne kommt gerade raus,
lieber die beiden auf der bank neben mir ansprechen
(judith holofernes und bob blume,
funny cause its true),
oder lieber in „Das Feld der Rosen“ (Pullman) weiterlesen,
das es hier auf der buchmesse
schon drei tage vor veröffentlichung
mit bargeld zu kaufen gibt?
blöde frage eigentlich.
– ach, hätt’ ich doch nur zeit
romane zu schreiben:
mit mitte vierzig wird das Leben
noch mal anders intensiv,
die Enttäuschungen und Verluste
schlagen ein wie Drohnenschwärme.
Die „Sniper’s Alley“ ist eng,
ihre Mauern werden höher;
wer braucht noch Romane,
wenn er ein Leben hat?

 

Oder das Internet.
Denn dessen Bewohner*innen
scheinen tatsächlich
so ganz langsam
mitzukriegen,
dass da was faul ist
mit ihren Schwarzen Spiegeln,
auch wenn die noch nicht
angefangen haben zu qualmen.
Ezra und Naomi Klein stellen dazu
vor ein paar Wochen nochmal fest:
„We’re all living in the mirror world now.“
Aber:
Big Tech steht anscheinend
vor seinem ganz eigenen
Big Tobacco Moment.
Die internationalen Milliardenklagen
reißen nicht ab,
im Gegenteil.
Sogar ein US-Gericht verdonnert
Meta zu 375.000.000,
wegen Kindswohlgefährdung
durch schwer süchtig machende Produkte,
in einem einzigen Fall.
Wenige wundert es da noch,
wenn berichtet wird,
dass die GenZ in den USA
die erste Generation ist,
die dümmer ist
als die davor.
Aber da liegt die Latte
ja auch extrem hoch,
oder, my fellow Millenials?
Prime GenXerin Melania Trump
zeigt unterdessen,
dass es immer noch dümmer geht:
Sie stellt eine KI vor,
deren Namen „Plato“ ihr nur entfernt was sagt,
und zwar ganz offen als Ersatz für Lehrer*innen:
“Literature, art, science, mathematics, history…
the entire corpus of knowledge…
at home.”
Na, ob das den Rechtspopulisten
wirklich gefallen kann?
Ich meine,
wenn sogar Provinzlehrer
die besten Übersichten
zu Manipulationstechniken auf Social Media
ausgerechnet auf einem Pro-Proteine-Blog finden,
dann dreht sich der Wind im Netz
ja vielleicht wirklich doch noch.

Davon werden aber
zwei deutsche Superbrains
ganz sicher nichts mehr mitkriegen:
Am Endes des Winters
haben Alexander Kluge und Jürgen Habermas
die Schreibtischlampe ausgeknippst.
Wieder ist es spürbar dunkler geworden
und der „Maskenball im Dunkelfeld“ (ZMR)
kann noch ein bisschen leichter
neuen Horror auf die Spiegel bringen.

In Deutschland wurde genau das dann
in den vergangenen drei Wochen
auch noch breitgelatscht:
Der Fall Fernandes gegen Ulmen
(„Digitale Vergewaltigung“)
verlangt auch noch vom letzten eine Stellungnahme,
und die wenigstens kommen dabei
ohne „mutmaßlich“ und/oder „Unschuldsvermutung“ aus.
Diejenigen, die auch in ihrer Freizeit
ausschließlich 8D-Schach spielen,
erkennen in dem „Rosenkrieg“
ein abgekartetes Spiel,
um eine Klarnamenpflicht im Internet zu erzwingen.
Mich müsste da immerhin keiner zwingen.
Aber um dem ganzen
noch den letzten richtig deutschen Drall zu geben,
nutzt der Kanzler die aufgeheizte Situation,
um gegen „Migrantengewalt“ zu wettern.
Oberpeinlon Christian Alman
lässt nach einer Woche per Medienstaranwalt Scherz dementieren,
aber da hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe
die eingestellten Ermittlungen schon wieder aufgenommen.

Gut,
Auszeit.
Denn bevor es absolut enddeutsch
(weil provinziell) wird,
verlangt die Schönheit ihr Recht.
Natürlich in Gestalt eines orangenen Balles
und der Menschen,
die damit regelmäßig Liebe machen.
Ausgerechnet heute Nacht haben die Lakers
ihr Mojo mal in der Kabine gelassen
(bittere Klatsche in Oklahoma City,
Luka verletzt),
aber bis gestern sahen sie noch so aus
als hätten sie sich wirklich gefunden,
auch weil Lukas Scoring im März
gaaaanz wenige Vergleiche findet.
Der Aprilscherz von LeBron,
das wäre jetzt doch seine letzte Saison
kommt dementsprechend flach.
Dafür könnte das MVP-Race kaum steiler gehen,
und sollte Luka nicht doch noch mal zaubern,
dann stehen die Chancen für Wemby
tatsächlich schon ganz gut.
Aber Defensive Player of the Year
UND MVP,
wenn er sogar noch jünger ist
als es Derrick Rose damals war?
Was soll das die nächsten Jahre noch werden?
Und überhaupt,
Caitlin Clark legt in ihrem US-Debut
gegen die Senegalesinnen
ein Double Double auf,
und der Backcourt mit ihr,
Kelsey Plum
und Paige Bueckers
wird auf Jahre nicht zu schlagen sein.
What a time to love this game.

 

Wir könnten uns um schöne Dinge kümmern (2)
(Hidden Story)

Der Brillenträger saß lowkey undercover bei der Haushaltssitzung des Stadtrats, auf welcher der lang und breit ausgehandelte Haushalt für das kommende Jahr endlich verabschiedet werden sollte, und beobachtete den AfD-Stammtisch des Weltkulturerbes dabei, wie der sich immer weiter in sein Spiegelbild verliebte. Dass nebenbei auch die Schließung des Kindergartens „Eigensinn“ beschlossen werden musste, hob die Faschos gar nicht weiter an. Während der von ihnen gewählte Mann auf dem Podium beinahe in seiner linken Hand einschlief, trugen sie ihr Hauptargument für ihre Stimmenverweigerung vor: Dieses verdammte Einheitsdenkmal mit dem hölzernen Namen kostet viel zu viel, und sowieso: Einheit, Freiheit, Vaterland! Dass sie damit alle anderen gegen sich zusammentrieben, muss ihnen egal gewesen sein, Pfarrer Michaelis war doch noch eingeschlafen.
Am selben Tag, 26. Februar, verkündete das Verwaltungsgericht Köln: Die AfD ist doch noch nicht „gesichert rechtsextremistisch“, die Entscheidung wurde in den Sommer oder Herbst vertagt. Und keinen Monat später besuchte Sachsen-Anhalts finest, Ulrich Siegmund, unter keiner Flagge, die „Walzengießerei Quedlinburg“, um die dort hart arbeitenden Männer beim Stahlschmelzen zu unterstützen und sich dabei filmen zu lassen, wie er auf absolut gar keinen Fall einer von diesen Politikern ist, die sich nur mit hart arbeitenden Männern filmen lassen, um deren Stimmen einzufangen. Der Siegmund doch nicht! Und erst recht nicht zur x-ten Wahlkampferöffnung! Sein Filmchen machte natürlich schnell die Runde, und boy, oh boy, die CDU-Quedlinburg hatte seitdem einen weiteren fies stinkenden Batzen am rechten Lederschuh. Der Brillenträger saß gefühlt immer noch in der Stadtratssitzung und bastelte KI-Videos mit den rauchenden Ruinen der Brandmauer für irgendwelche Schwarzen Spiegel. Wann würde auch das „Gutmut Saatgut“ wieder zum Opportunismus übergehen? Cannabis (aus Quedlinburg) in deutschen Supermärkten klang ja aber auch viel zu schön, um wirklich wahr zu sein.

 

Sind wir also auch
im tiefsten Dunkeldeutschland angekommen.
Und es wird gleich noch dunkler:
Für den 6. Mai
ist im Thalenser Klubhaus
ein AfD-Bürgerdialog angekündigt,
mit Siegmund
und Tillschneider.
Sollte ich meine Zuckertüte noch finden,
müsste ich sie auf den Treppen zum Klubhauspark verbrennen,
oder wenigstens den Leuten vor die Füße spucken,
die auch nur einen Fuß
in diesen Naziunterschlupf setzen.
Und das wären dann gute 40%
der näheren Umgebung:
Die INSA-Frühlingsumfrage
für ganz Sachsen-Anhalt:
AfD: 38.
CDU: 25.
Linke: 13.
SPD: 6.
BSW: 5.
Grüne: 4.
FDP: 3.
Brombeerkoalition oder Faschismus?

Eine letzte Meldung noch,
aber nur damit klar bleibt,
dass sich nicht nur im Osten
Menschen vor den faschistischen Karren spannen lassen:
Mit der Generation Deutschland
baut die AfD ihre Jugendorganisation neu auf.
In Hessen wurde nun
ein weiterer Landesverband gegründet.
An der Spitze steht ein 27-Jähriger,
Nafiur Rahman.

So,
war sonst noch was,
oder können wir wieder
zum Tagesgeschäft übergehen?,
die Osterferien sind ja quasi vorbei.

 

Kriegsprotokoll. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe.
Woche 209.
Tagesschau, Gründonnerstag: „Auch in der Ukraine geht der Krieg weiter.“ Sonntag: Putin „zittert in seinem Palast“: Heute will Gen Z auf die Straße gehen. Deswegen gibt es seit Wochen kaum noch funktionierendes mobiles Internet in Moskau und St Petersburg. Selenskyj wird für den Friedensnobelpreis nominiert. Dienstag: Zum vierten Mal wird der Opfer von Butscha gedacht. In Russland brennen seit zehn Tagen mehrere Ölanlagen nach ukrainischen Drohnenschlägen. Gründonnerstag: In Saporischija und Sumy schlagen russische Drohnen ein. Die Tagesschau ist sich nicht sicher, ob sich der Krieg zum vierten oder schon zum fünften Mal jährt. Karfreitag: 1.500 Tage Krieg: Charkiw steht unter Dauerbeschuss.

In Other Wars
– bricht in Mexiko der Nachfolgekrieg der Drogenkartelle aus,
nach der Ermordung von El Mencho
– gehen sich Pakistan und Afghanistan zu Halse,
seit ebenfalls sechs Wochen
– geraten Ungarn und die Ukraine aneinander,
aber noch nicht militärisch,
es gilt noch eine Wahl abzuwarten
– verhindern vor allen die jungen Wähler*innen
eine rechte Justizreform in Italien

 

Na gut,
damit wären #DieDoppeltenZwanziger
wohl erstmal wieder im Doppelgleisbett angekommen,
und das sogar noch vor Ostern;
was sagst Du jetzt, Deadline?
Was? …
Nochmal bitte? …
Es gibt einen neuen Eintrag im Internet,
wenn jemand nach unserem Namen sucht?
Moment …
Tatsächlich:
„Die doppelten Zwanziger:
Wenn zwei Jahrzehnte aufeinandertreffen“
titelt „Der Patriot“ aus Lippstadt
(bei Soest, NRW)
am Freitag, 13. März.
An dem gleichen Tag
an dem ich also mein Debut
als DM im Weltkulturerbe gegeben habe,
kam es auf der Lippstädter Studiobühne
zu folgendem Spätauffahrunfall:
„Die 1920er- und die 2020er-Jahre
treffen heute Abend
in dem kabarettistischen Theaterstück
„Davon geht die Welt nicht unter…“
aufeinander.
Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr.
– In der einen Berliner Wohnung
kämpft der aufstrebende …“
… und mehr
brauche ich
darüber
auch nicht zu wissen …
Puh, da kommt die Wiederauferstehung dieser Chronik
ja gerade noch rechtzeitig.
Trotzdem schaue ich
schnell noch mal in den Spiegel:
Jap, der Tabakqualm
steht mir noch.

In diesem Sinne dann:
Frohe Ostern!
Ich mache schon wieder Kurzurlaube,
morgen in Camazotz
und dann in Brandenburg.
In Mecklenburg-Vorpommern steigt übrigens
ein bekannter Name dieser Chronik
„überraschenderweise“ in den dortigen Landtagswahlkampf ein.
Unter dem inoffiziellen Tarnnamen „Typ XXIII“
beschippert Thomas Gens
nun also bis zum Herbst
die Häfen der Osteseeprovinzen.
Am 1. April verkündet er in Bergen seine Kandidatur,
seine Gäste, Tino Chupalla
und die geschlossene AfD-Landtagsfraktion
wussten darüber nicht mal Bescheid;
der Bürgermeister von Hiddensee
schafft es,
sogar die Faschos noch zu trollen.
Glückwunsch!

Ganz zum Schluss für heute
die letzten Breaking News
von vorgestern:
Ein neues Gutachten
füllt die Titelseite des Quedlinburger Harzboten:
„Keine Gefährdung des Welterbestatus
durch das Zukunftsprojekt Morgenrot“.
Na bitte,
so einfach ist das.
Also,
dann kommen sie mal wieder rein!
Hier gibt es nichts zu sehen,
das ihrem Kleinbildungsbürgertum
allzu sehr zusetzen würde.
Schießen sie reichlich Bilder
von dieser Idylle
für die Schwarzen Spiegel
ihrer Liebsten,
die es noch nicht bis hierher geschafft haben.
Drücken sie ab,
noch mal und noch mal,
schießen sie Bilder,
auch wenn der Handyakku schon raucht.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert