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When I Pretend To Fall (S13:Ep14)

von | 2026 | 1. Februar | Die Serie, Staffel 13 - The Rest Of Us Just Live Here

Bild: Vertigo Revisited.

 

 

„So leave this click in my head
And I will remember the words that you said
Left a clouded in mind and a heavy heart
But I was sure we could see a new start“

(Mumford & Sons: Hopeless Wanderer. 2012)

 

So,
und falls wirklich
noch jemand außer mir gedacht hat,
ich hätte die Chronik
doch noch tatsächlich
endlich
eiskalt versenkt,
weil immerhin schon ein ganzer Sonntag
nach dem letzten Text
textlos vergangen ist,
und ich somit beinahe
doch noch endlich
glücklich mit meinem Selbstanspruch
gescheitert bin,
für den habe ich hier
die folgende Einstiegsanekdote:
Vor ein paar Minuten erst
(hinter den dicken grauen Wolken
geht gerade die Sonne unter)
habe ich ein nagelneues Paar Socken
in die Schublade gelegt.
Irgendwann im Frühling
steht dann
über meiner linken Achillesferse
„Sorry“,
und über der rechten
„Not Sorry“,
oder auch mal andersrum.
Aber wo diese Socken
heute erst hergekommen sind,
dazu ist dann erst ganz am Ende der Episode
noch ein Hinweis versteckt.

Die Gründe für die „Verspätung“
lagen ja aber auf der Hand:
Die Zeugnisse sind inzwischen
nicht nur geschrieben,
sondern auch gelesen.
Und, wie immer,
habe ich währenddessen
auch wieder unendlich viel gelernt,
über mich,
Schülerinnen und Schüler,
Kolleginnen und Kollegen,
Freundinnen und Freunde.
Auf einiges hätte ich dabei gerne verzichtet,
auf vieles andere aber nicht.
Schulzeit vergeht
immer zu schnell
und zu langsam,
gleichzeitig.
Zum Fallenlassen
ist aber erst ab morgen Zeit,
und das auch nur so halbwegs
und nur für eine kurze, kalte Woche.
Aber immerhin denkt jetzt auch Frankreich
über ein Social Media Verbot nach,
und immerhin bis zum 15. Geburtstag.
Vielleicht wird mein Beruf
ja doch irgendwann
wieder etwas leichter.
Zur Notwendigkeit
dieser schon viel zu lange
aufgeschobenen Notwendigkeit
hier nur die beiden letzten Meldungen:
1. Wer seit der Übernahme von TikTok
durch Tik Tok US
die Worte „Epstein“
oder „ICE“ benutzt,
der wird umgehend zensiert.
2. Die EU sieht sich genötigt,
gegen Grok (X-KI) vorzugehen.
Elon will einfach nicht einsehen,
dass es uncool ist,
mit Grok, problemlos,
aus den Fotos von,
z.B. Mitschülerinnen und Mitschülern
Hardcore Pornos zu machen.
Genau,
stellt Euch jetzt nur mal kurz
einen Klassenraum
mit dreißig 16jährigen
an einem Montagmorgen vor.

Aber genug mit den schulischen Gruselgeschichten.
Die Welt hat sich unterdessen
ja bekanntlich weiter gedreht.
Auch wenn sie hierzulande
gerade immer noch ziemlich festgefroren ist:
Bis zum nächsten Wochenende
wir der Schnee noch liegenbleiben,
wenn nicht sogar noch neuer fällt.

Und damit kurz nach Hiddensee,
wo ebenfalls alle
unter dem immer dicker werdenden Eis leiden,
und wo sich Dramen abspielen,
die symbolträchtiger wieder mal
nicht sein könnten:
Der Rechtsausleger im Bürgermeisteramt
nutzt natürlich
die chaotischen Umstände
für den gewöhnlichen Populismusdünnschiss:
Für fast zwei Wochen
steht der Fährverkehr zur Insel still,
nur das allernötigste
wird einem kleinen Boot erledigt.
Die „Vitte“ liegt derweil auf dem Trockendock
zur Sanierung.
Da hätte ein Bürgermeister auch vor dem Winter
drauf drängen können,
aber dann hätte dieser
ja jetzt nichts zum Ausschlachten.
Dass er sich damit weiter zunehmend Feinde macht,
scheint ihm aber immer noch nicht
ganz einzuleuchten.
Schlimm,
so in der eigenen Kampagne
festzustecken.

Na ja,
und wenn wir schon
bis an den ganz rechten Rand abgestürzt sind,
schauen wir doch gleich mal nach den Rechten;
immer schön,
wenn die nicht der Höhepunkt
einer Episode sind.
Aber immerhin
ist es wieder ein Monat weniger
bis zur geplanten Machtübernahme
von Siegbert Ulmich
hier im modern denkenden Sachsen-Anhalt.
Seine „Partei“
setzt in diesen ersten Tagen
des Jahres X
also mit diesen Meldungen hier
die ersten Wegmarkierungen:
Am 22. Januar tritt niemand geringeres
als ein inzwischen auch nicht mehr
knackfrischer Martin Sellner
in einem ehemaligen Autobahn-Autohaus
im Spreewald auf
und kaut gelangweilt auf der „Remigration“ rum.
Mit auf der Bühne steht Monsieur Kotré (MdB)
und bekennt sich ganz offen zum Rassismus.
Am selben Tag kündigt Alice Weidel
bei ihrem Auftritt in Heilbronn an,
man werde,
wenn man als AfD in Regierungsverantwortung sei,
dem neu gegründeten Friedensrat von Trump beitreten.
Sie meint damit Trumps famosen „Board of Peace“,
für den bis jetzt nur Schurkenstaaten
die eine Milliarde Dollar Eintrittsgeld
hinblättern wollen.
Aber auch „Politik“
versucht AfD-Sachsen-Anhalt.
Das Wahlprogramm für den Herbst wird vorgestellt.
Ich erspare Euch den langweiligen Herrenmenschenmist
und erwähne nur (wegen Gründen),
dass Siegfried Mundlos
gerne an der Schulpflicht sägen möchte.
Derweil erfindet die Bild
das nächste vermeintliche Schreckgespenst:
Sollte die Brandmauer
im September dann doch aus
CDU, SPD und Linken bestehen,
könne das nur eine „Blutwurstkoalition“ sein
(außen schwarz, innen rot).
Dazu kann ich nur sagen:
Ich mag Blutwurst ganz gerne,
und die schwarze Pelle,
die mache ich vor Verzehr
eh meistens ab.
Sven Schulze (local hero trotz CDU)
ist jedenfalls geräuschlos Ministerpräsident geworden,
und wir können alle gespannt sein,
wie viel Landesvaterbonus
bei ihm hängenbleiben wird.
In Mecklenburg-Vorpommern
verliert die AfD im Moment jedoch
bereits spürbar (3% weniger als im Vorjahreszeitraum),
ein Trend,
der wohl bundesweit ähnlich sein soll.
Also müssen die ganz harten
wieder in die erste Reihe:
Björn Höcke höchstselbst
will Mario Voigt zu einer Kampfabstimmung herausfordern,
weil der angeblich bei seiner Doktorarbeit beschissen hat;
als ob es Landolf Ladig nie gegeben hätte.
Den schrillsten Vogel
schießt aber natürlich Marla Liebig ab:
Irgendwo im Untergrund
hat sie sich jetzt überlegt,
demnächst auch ihren Namenseintrag
ändern zu lassen.
Sie will dann
Anne Frank heißen.
Wie ich dieses Arschloch doch verachte.

Also verlassen wir die Faschoecke erstmal wieder
und wenden uns den großen Bühnen zu.
Und siehe,
da hängt auch schon der nächste rum,
immerhin aber wie
ein seltsam geknickter Ast,
ganz kurz vorm Abbrechen
und zu Boden Fallen.
Nach Trumps irren Auftritten
in Davos
traut sich der Guardian
als erstes zu fragen,
ob das die Woche war,
in der Trump
endgültig
zu weit gegangen ist,
immerhin hat er
sich in Opposition zur UNO begeben.
„Trump is the one book
you can judge by its cover,
and so the new body’s logo said it all:
as one wit observed,
it was basically the UN badge
“except dipped in gold
and edited
so the world only includes America.“
Die Folgen davon
werden im selben Artikel
so klar wie traurig benannt:
„Over these last 12 months,
Trump has demonstrated
that the formal restraints
designed to hold a US president in check
are easily swept away.
And if it can happen once,
it can happen again.
Which means
it is not just Trump
who is an unreliable ally.
Sadly, it is the US itself.“
Sag ich doch,
die USA brauchen eine Verfassungsreform,
und zwar immer noch ASAP,
sonst fallen sie
zurück ins 20. Jahrhundert
(oder noch weiter),
während der Rest der Welt
versucht im Heute anzukommen.
Aber wahrscheinlich
ist ja genau das
der Plan.

London und ich
telefonieren ja nur noch sehr selten,
aber dazu
mussten wir uns doch
kurz mal austauschen.
Und das ging ungefähr so:
„Hi. … You were calling … us … what? …
Friends? … Again? …
Because of him? …
Because of Nato? …
Repeat that please? …
An European Arm of Nato? …
To go against? …
Oh, I see. …
To protect us. … From the other Arm of Nato? …
Just kiddin! …
Starmer is already on it!“
Und das war der UK-Premierminister
dann auch,
wegen Gründen:
Kurz nach seiner Rückkehr nach Washington D.C.
dreht Trump nachts um Drei
auf Truth Social frei
und bezeichnet (direkt indirekt)
die UN und die Nato
als die wahren Feinde.
Starmer verlangt
also umgehend eine Entschuldigung,
und alle anderen sind auch really not amused.

Zum Glück aber verfängt
dieser „Bruch des Völkerbundes 2.0“
nicht so recht im Mainstream;
dazu dreht sich die Welt einfach viel zu schnell:
Der Dollar verliert zusehends an Wert,
und die Börsen kommen gar nicht mehr
vom Eis runter.
Da wendet sich Trump wieder Kanada zu
und kündigt Zölle auf Flugzeuge an.
Juckt aber keinen mehr.
Dann soll der FED-Chef ausgetauscht werden
(next up Trumps Arsch: Kevin Warsh).
Und dann geht ihm auch noch
der nächste größere Markt flöten:
Deutschland scort das nächste große Handelsabkommen,
dieses Mal mit Indien.
Die Tagesschau darf nüchtern feststellen:
„Eine neue Handelsweltordnung entsteht“.
Trump antwortet darauf
wie das Buch-Cover,
das der Guardian ja bereits charakterisiert hat:
„Everyone knows
there is only one
daddy in the room.“
Freud hatte doch Recht.

Wie so oft in diesen kalten Tagen
kommen wir gleich noch mal zu Trump zurück,
vielleicht aber auch,
weil diese kleine Flamme
wieder größer ist,
die schon beim ersten Mal
nicht ausgehen wollte,
und die so traumhaft schön aussieht
an der Fackel,
die sich dem Schafott für Trump
langsam wieder nähert.

Aber auch in Deutschland
ist der Rückfall weiterhin in vollem Gange:
Während das Land
über die „Life Style Teilzeit“ debattiert,
die irgendeine CDU-Splittergruppe erfunden hat,
um gemeinsam mit Friedrich Merz
am Arbeitsrecht sägen zu können,
und der SPD nichts sozialeres einfällt
als bürgernäher und digitaler werden zu wollen,
frisst sich die Aufrüstung
bis in den Harz.
Es schreibt der Landrat:
„Die Bundeswehr
gehört in die Mitte der Gesellschaft.
Aufgrund der geopolitischen Unsicherheit
muss sich die Bundesrepublik Deutschland
neu aufstellen.
Dazu gehört auch die Bundeswehr.
Deshalb war es für mich eine Selbstverständlichkeit
das Camp Brocken
im Mai diesen Jahres zu gestalten.
Dazu gab es von mehreren Dienststellen der Bundeswehr
eine Lageerkundung auf dem Brocken.
An dieser Stelle schon einmal recht herzlichen Dank
für die guten Gespräche.
Der Landkreis Harz
wird die Bundeswehr mit ihren Angehörigen
nach Kräften unterstützen.
Im Harz gibt es immer etwas Neues.“
Na ja, soo neu
ist eine Armeepräsenz auf dem Brocken
ja nun auch wieder nicht.
Und: Kollidiert das nicht
irgendwie mit dem Konzept Nationalpark?
Oder einem Umbau der Brockenspitze
zum Unterhaltungsevent der Superlative?
Kann Walpurga
die Mächtigen
doch noch aufhalten?
Unterdessen
invesitiert Rhein-Metall
schlanke 40.000.000
in Silberhütte,
das damit
zur größten Schwarzpulverbude Europas wird.
Glückwunsch.
Nicht.

 

Kriegsprotokoll. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe.
Woche 199/200.
Gespräche über Gespräche. 23. Januar: Erste direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi (vorher waren Wittkoff und Kushner schon in Moskau), während extremer Kälte in Kiew (und andauerndem Beschuss). An der Front nichts neues, sagt die ukrainische Kollegin. 26. Januar: Die Gespräche werden beiderseits gelobt, ein nächstes Treffen angekündigt. 27. Januar: In Odessa sterben drei Menschen bei Bombenangriffen. 29. Januar: Trump bittet Putin um eine Waffenruhe wegen der Kälte. Putin scheint darauf einzugehen, aber nur für 2 Tage. Nach wenigen Stunden aber schon ist sie gebrochen. Dafür würde aber mehr Verkehrsinfrastruktur ins Visier genommen. Die nächste Gesprächsrunde wird erstmal verschoben.

 

Civil War Unfolding?

Als die Proteste in Minneapolis und St. Paul, Minnesota, den Twin Cities am Mississippi, ununterbrochen weiterlaufen, setzt ICE sinister nach: Die „Agenten“ benutzen ein 5jähriges Kind als Köder, um dessen Vater festzunehmen. Das ist so eklig, dass selbst Kristi Noem das nicht selber dementieren kann, das muss der Vize machen. Am 23. Januar findet der angekündigte Generalstreik statt. Bei -23°C und in einem heftigen Wintersturm (der große Teile der USA lahmlegt), werden die Demonstranten dabei von der Bundesstaatsgarde bewacht und mit Coffee und Hot Choclate versorgt. Als Vorbild für den Rest der Staaten doch schon ganz annehmbar. Im Internet wird den „Agenten“ schon mal viel Glück gewünscht, wenn sie demnächst wieder auf dem liberalen Arbeitsmarkt eine Anstellung suchen. Viele Arbeitgeber kündigen an, diese Loser nicht einzustellen. Das Oberwasser der neuen Bürgerrechtsbewegung steht den Faschos schon bis über die Knöchel. Also wird der nächste abgeknallt, dieses Mal ist sein Name Alex Pretti. Am 24. Januar stirbt der Krankenpfleger auf einer Intensivstation für Veteranen durch mindestens zehn Schüsse von „Agenten“ der „Border Patrol“ (also der SS, wenn man ICE als SA versteht). Pretti, dessen Gesicht sich die „Agenten“ offenbar gemerkt hatten (vor wenigen Tagen waren sie schon einmal aneinandergeraten), versucht eine Frau zu beschützen, die von den „Agenten“ misshandelt wird. Als er sich über sie wirft, um Schläge und Tritte abzuwehren, und als er sie mit seinen letzten Worten fragt: „Are you ok?“, nimmt ihm ein „Agent“ seine gesicherte Waffe aus dem Holster, feuert daraus einen Schuss ab, und Alex Pretti stirbt, auf dem Bauch liegend, im Kugelhagel. Von dieser Hinrichtung gibt es so viele Videos, dass Governer Walz umgehend die Nationalgarde aktiviert, die schnell Coffee und Hot Choclate abstellt. Das abendliche NBA-Spiel der Timberwolves gegen die Warriors wird abgesagt. Am nächsten Tag wird in 300 Städten protestiert, worüber aber kaum berichtet werden kann, denn die US-Regierung versucht krampfhaft das Narrativ wieder an sich zu reißen. Trotzdem gibt es Bilder davon, wie „Mayday“ in Minnesota ankommt, und wie „Agenten“ Menschen in Kirchen verhaften, die dort „Pray Ins“ abhalten, um gegen die lokalen Prediger zu protestieren, die immer noch mit den „Agenten“ sympathisieren. In Washington, D.C. kündigen die Demokraten den nächsten Shutdown an, sollte das DHS weiterhin Geld kriegen. Justizministerin Bondi sagt sagt daraufhin, dass ICE gehen würde, aber nur wenn Minnesota die Wählerdaten an Trump schickt, womit weiter klar wird, wie faschistisch die ganze Nummer wirklich ist. Und weil auch das sehr schnell bekannt wird, übernimmt der Chef persönlich: Trump teilt ein Foto der beschlagnahmten Waffe und schreibt dazu: “This is the gunman’s gun, loaded (with two additional full magazines!), and ready to go – What is that all about? Where are the local Police? Why weren’t they allowed to protect ICE Officers? The Mayor and the Governor called them off? It is stated that many of these Police were not allowed to do their job, that ICE had to protect themselves — Not an easy thing to do! Why does Ilhan Omar have $34 Million Dollars in her account? And where are the Tens of Billions of Dollars that have been stolen from the once Great State of Minnesota? We are there because of massive Monetary Fraud, with Billions of Dollars missing, and Illegal Criminals that were allowed to infiltrate the State through the Democrats’ Open Border Policy. We want the money back, and we want it back, NOW. Those Fraudsters who stole the money are going to jail, where they belong! This is no different than a really big Bank Robbery. Much of what you’re witnessing is a COVER UP for this Theft and Fraud. The Mayor and the Governor are inciting Insurrection, with their pompous, dangerous, and arrogant rhetoric! Instead, these sanctimonious political fools should be looking for the Billions of Dollars that has been stolen from the people of Minnesota, and the United States of America. LET OUR ICE PATRIOTS DO THEIR JOB! 12,000 Illegal Alien Criminals, many of them violent, have been arrested and taken out of Minnesota. If they were still there, you would see something far worse than you are witnessing today!” Und auch das ist so durchsichtig, dass das DHS den immer noch tobenden Blizzard benutzt, um abzulenken. Aber sogar die fucking NRA macht jetzt Druck und fordert eine offizielle Untersuchung. Nachdem dann auch einige Republikaner zu viel bei Trump angerufen haben, kündigt der diese Untersuchung tatsächlich an. Der Widerstand bleibt jedoch hart: Obama und Clinton rufen zu Protesten auf. Also muss Trump skipt schon mal den Super Bowl skippen, seine Sicherheitsberater sollen hochrote Köpfe gehabt haben, immerhin ist die Vorband von Bad Bunny niemand anderes als Green Day. Im Battlegrounstate treten derweil sechs Staatsanwälte zurück, weil sie nicht so ermitteln wollen, wie das Narrativ es verlangt. Am 26. Januar kriegt dieses den nächsten Volltreffer ab: Konzentrationslager in Baltimore werden bekannt. Trump schickt „Borderczar“ Homan nach Minnesota, vor allem aber um Ilhans Omars Vermögen zu überprüfen, und will plötzlich mit Walz „zusammenarbeiten“. Ganz optimistische fragen schon: Breaking Point erreicht? Dann wird sogar Bovino (Chief of Border Patrol, CBP) aus Minnesota abgezogen, der Gestapo-Mantel war wohl zu viel (wofür er von der Daily Show den Roast des Jahres nach Mexiko geliefert bekommt. Am 27. Januar sagt Trump dann öffentlich, Pretti war kein Terrorist. Seine Rhetorik hat trotzdem verfangen: Ilhan Omar wird bei einem Auftritt mit Apfelessig attackiert (und hätte dem Spritzer fast eine geschallert). Derweil fordert Trumps Nachfolger in spe (Gavin Newsom) offen den Kopf von Stephen Miller, auch weil rauskommt, dass Kristi Noem wortwörtlich vorliest, was der Fascho sich für sie ausgedacht hat. Und dann haut auch noch der Boss (Bruce Springsteen) eine neue Protestsingle raus, „Streets of Minneapolis“. Wäre es nicht so wichtig, könnte man es peinlich finden, aber noch am selben Tag werden tatsächlich zwei „Agenten“ suspendiert, und im Senat stimmen ganze sieben Republikaner mit den Demokraten gegen die weitere Finanzierung von ICE ohne „massive“ Reformen, was in der Folge den nächsten, begrenzten Shutdown nach sich zieht: zwei Wochen geben sich die USA für Zusatzverhandlungen. Am 29. Januar versucht Tom Homan weiter zu deeskalieren, also so wie es Trumpisten halt machen: Wenn die Gewalt nachlasse, könne man die Ressourcen zurückfahren. Dafür müssten aber „die hasserfüllte Rhetorik und die Einmischung“ von Demonstranten in die Arbeit der Einwanderungsbehörden aufhören. Er habe „null Toleranz“ dafür, wenn sogenannte Unruhestifter Bundesbeamte angriffen oder in ihrer Arbeit behinderten. Gaslighting, Dein Name ist Trumpismus. Eine Anschlussverwendung für überschüssige „Agenten“ ist ebenfalls bereits gefunden. Kein Witz, ICE-Beamte sollen bei den in wenigen Tagen beginnenden Olympischen Winterspielen in Italien für Sicherheit sorgen. Fox News muss im Moment auch alles geben, um noch einen griffigen Spin zu finden: „PLAYBOOK FOR CHAOS: The anti-ICE mobilization that unfolded around the killing of Alex Pretti in Minneapolis last week mirrored the methods used to overthrow governments and spark bloody revolutions around the globe, according to a FOX News Digital analysis. Close analysis of guidelines distributed online by anti-ICE groups and the minute-by-minute events surrounding Pretti’s death reveal tactics and strategies well-known to military and intelligence analysts as elements of global insurgencies. All of the evidence indicates to me that the insurgency is funded by foreign adversaries who want to see violence and Americans fighting each other“, sagt ein gewisser Mr. La Torre, ein ex-CIA.Agent. Genau, George Soros ist Schuld. Die Berichte über noch mehr Lager (umgebaute Warenhäuser) hält sowas aber gerade nicht auf. Also wird weiter an der Deeskaltionsschraube gedreht: Don Lemon (ex CNN) wird von „Bundesagenten“ festgenommen (weil er über Minnesota berichtet hat), kommt jedoch schon nach wenigen Stunden frei und freut sich bereits auf den Prozess. Die Bürgermeisterin von Seattle (Sanctuary City) blockt dann nicht nur jegliche ICE.Aktivitäten in der Stadt an der Bucht, sie geht sogar noch weiter: „The Seattle Police is requried to track and document reported federal immigration enforcement actions, including validating agent IDs and gathering evidence for prosecutors.“ Und am letzten Freitag, am 31. Januar, finden dann massive Anti-ICE Demonstrationen und Schülerstreiks im ganzen Land statt, als Teil des landesweiten „National Shutdown“ in Solidarität mit Minneapolis. Fridays against Fascism.

 

Gut.
Natürlich geht es gleich weiter,
Trumps Absturz, ach wäre es doch wirklich einer,
wird noch viel finsterer,
und ich weiß,
wie viel zu vielversprechend
das klingt…

Denn es gibt da ja noch eine andere Nebelkerzenarena,
in die der Frisurensohn immer dann feuert,
wenn er gar nicht mehr weiter weiß,
weil er dann wenigstens die „Alten Falken“
noch hinter sich weiß.
Der Nahe Osten
kommt das Gegenteil
von nicht zur Ruhe.
Jetzt gerät auch der Irak,
oder was von ihm übrig ist,
wieder zwischen die Fronten,
denn Trump mag den neuen,
iranfreundlichen Präsidenten Nuri al-Maliki
einfach nicht.
Derweil wächst der Flottendruck der USA
weit über das normale Maß hinaus aus,
und die Revolutionsgarden
sind jetzt eine „Terrororganisation“,
was anscheinend auch der EU
jetzt erst aufgefallen ist.
Linke Antifagruppen in Deutschland
feiern den bevorstehenden Regimechange
durch die Befreiungsmacht USA;
was maximal paradox klingt.
Als dann ganze 10 Flugzeugkreuzer
den Iran einkesseln,
gibt es nach Angaben von beiden Seiten
Verhandlungsbereitschaft.
Trump verschwindet bei Fox dann vollends im Nebel
und orakelt in Richtung Teheran:
„Redet mit uns.
Wir werden sehen,
ob wir etwas tun können.
Andernfalls werden wir sehen,
was passiert.“
Irans Präsident Massud Peseschkian beteuert,
sein Land habe „niemals einen Krieg angestrebt“
und strebe auch weiter keinen Krieg an.
In einem Telefonat mit Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi
betont er die Notwendigkeit,
„diplomatische Prozesse einzuleiten.“
Mit Trump.
Aha.

Bevor ich diesen
dann gleich zumindest für heute final abschieße,
vergessen wir auch nicht die anderen
„vergessen Kriege“ im Nahen Osten,
der so schön heimelich weit weg ist.
Rojava, die letzte autonome kurdische Hochburg,
und mit ihr deren eigentliche Hochburg, Kobané,
sollen offensichtlich wieder Teil von Syrien werden.
Wie sich Hardcore Islamismus
und eine der modernsten Demokratien unserer Zeit
miteinander vereinbaren lassen sollen,
und was Erdogan dazu sagt,
weiß im Moment wohl nur Allah selbst.

Und dessen Konkurrent
muss derweil
in gleich zwei Zeitungen aus Jerusalem lesen,
wie sein auserwähltes Volk,
beziehungsweise dessen Abschaum,
inzwischen ganz offen zugibt,
dass bei seinem bisherigen Feldzug gen Küste
mindestens 71.000 palästinensische Zivilist*innen
getötet wurden.
Sein Gesicht würde ich nicht mal beschreiben,
wenn ich es ungestraft dürfte.
Wahrscheinlich als Wiedergutmachungsgeste
wird heute der Grenzübergang
nach Rafah geöffnet.
Die ersten dorthin strömenden Flüchtlingsströme
werden zum Abschied
mit schweren Luftangriffen
im Süden Gazas begleitet.
Gott sieht alles?

Wie egal das allerdings
dem Frisurensohn
schon immer gewesen sein muss,
dazu kommen wir dann jetzt;
immerhin ist inzwischen schon Montag;
der zweite textlose Sonntag in Folge
ist auch schon wieder Geschichte.
Zuvor jedoch
ein absolut notwendiger Disclaimer:
Folgenden Absatz
bitte nur dann lesen,
wenn Ihr was mit de Sade anfangen könnt,
und Ihr das kommende dementsprechend
aushalten könnt und wollt.
Und sollte Euch das nichts sagen,
dann erst recht nicht.
Bitte.
Denn wenn auch nur
ein minimaler Bruchteil
des Inhalts der Epstein-Files
auch nur im Ansatz stimmen sollte,
fällt mir absolut kein Grund mehr ein,
wofür Donald Trump
denn dann noch fallen sollte.
Und zwar bis an den äußersten Rand
des allerletzten Höllenkreises,
von wo er offensichtlich kommt.
Die jetzt freigegebenen drei Millionen weiteren Dokumente
lesen sich
als ob der Marquis selbst
ganz schlimme Alpträume gehabt hätte.
Und ich sträube mich,
auch nur eine
der abstoßendsten Anschuldigungen zu reproduzieren,
aber diese hier zeigt Trump
eben in all seiner Niedertracht und Boshaftigkeit:
Nirgendwo anders
als auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago,
bei einer offensichtlichen Versteigerung
von minderjährigen (die jüngsten waren 13) Mädchen,
soll Trump
diese Mädchen vor Publikum „getestet“ haben,
beziehungsweise die eigentliche Ware,
die „Enge“ der jeweiligen Vagina.
Jap, der Pädophilenring,
den MAGA so gerne in der Hölle sehen würde,
genau der selbe führt sie an;
der Teufel
kennt die schmutzigsten Tricks.
Des Weiteren bieten die Epstein-Files,
und noch immer fehlen weitere Millionen Dokumente,
genügend Stoff
für die nächsten zehn Jahrzehnte
an Schwerverbrecherdokus.
Struktureller,
schwerer
sexueller Missbrauch
von Minderjährigen.
Über Jahrzehnte.
Ungezählte Morddrohungen.
Wahrscheinlich sogar mehrere Auftragsmorde.
Kunden von Bill Gates bis Noam Chomsky.
Nur Elon wurde wohl nie eingeladen.
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt, Todd Blanche,
muss zu den erneut massiven Schwärzungen
in den Epstein-Akten sogar noch verlautbaren:
„Dokumente,
die Misshandlungen,
Kindesmissbrauch und Tod beinhalten,
haben wir nicht veröffentlicht.“
Tja, sind wohl einfach zu viele.
Und ich frage mich,
warum es nicht schon so lange
weitreichende Ermittlungen gibt,
denn wenn das wirklich alles so gewesen sein soll,
dann würde das bedeuten,
dass selbst Roms letzte Tage
nur ein lächerlicher Prolog gewesen sind,
und Nero
neben Trump
wie der nette Kerl von nebenan erscheint.
Letzterer kriegt vorgestern
aber schon mal den nächsten Tiefschlag:
Der Demokrat Taylor Rehmet
gewinnt in Texas seine Distriktswahl
mit 17% Vorsprung;
der Distrikt ist seit Bush I. (1991)
nicht blau gewesen.
Also muss sich Trump
wohl oder übel
doch wieder selbst um die Epstein-Files kümmern.
Und wie macht er das?
Genau,
er klagt.
Und zwar gegen die Epstein-Nachlassverwalter,
die ihm ja nur was anhängen wöllten.
20.000.000 Dokumente
haben sie also dafür gefälscht,
damit die Menschheit glauben soll,
er ist ein pädophiler, faschistischer Supermafiaboss,
den sich der letzte Bond-Autor jemals nicht hätte ausdenken wollen.

Ihr seht,
es wird höchste Zeit,
meine Trumpfixierung
für heute wieder fallen zu lassen.
Und weil der Zeitgeist
nun mal der Zeitgeist ist,
kann ich am Ende
eine echte Geschichte davon erzählen,
wie leicht mir das
schon am vergangenen Wochenende gefallen ist.

 

Equilibrium
(Hidden Story)

Bloß nicht hinfallen!, dachten sich die drei Touristen aus der Harzer Provinz, als sie über die Brühlsche Terasse schlidderten, von der Elbe wehte ein eisiger Wind zu ihnen herauf. Der Brillenträger musste an diesem Wochenende auch abseits der rutschenden Weltlage dringend auf andere Gedanken kommen, denn weiße Kleintransporter in dunklen Weltkulturerbegassen sind ein Garant für neue Narben auf älter werdenden Herzen, und für schlaflose Nächte. Aber davon erzählte er den anderen nichts und hoffte, sie würden seine Gedankenverlorenheit nicht allzu offensichtlich ansprechen. Und weil es seine Familie ist, taten sie das auch nicht.
Stattdessen hielten sie sich im Gleichgewicht und blieben am Südufer des Flusses alle drei zeitgleich stehen: Wie konnte bei diesen Temperaturen überhaupt jemand hier Straßenmusik machen? Die Melodie erkannten sie alle drei aber sofort und konnten für viele Takte gar nicht glauben, dass der Sänger sich selbst wirklich zu „Hopeless Wanderer“ begleitete. Das Echo ihres Applauses brach sich an den Fassaden der Hochschule für Bildende Künste, bevor es vom kalten, sächsischen Wind erfasst wurde.
Ganz bei sich (oder eben nicht) musste auch der mittelalte Mann sein, der sie auf den Treppen hinab zum Schlossplatz überholte. Seine Schuhe trug er in einem Beutel, mit dem er für Barfußlaufen Werbung lief. Alle drei starrten ungläubig auf seine nackten, dreckigen und sicherlich erfrierenden Füße.
Vor der Frauenkirche zog gerade ein Demonstrationszug auf, als sie sich auf den Weg in die Neustadt machen wollten. Gelb, Rot und Grün waren die Farben, die Martin Luther unter die Nase gehalten wurden, während der Gesang einer Menschenmasse kaum rhythmischer hätte sein können. Rojava! Oh, wie schön wäre Rojava.
Mitten auf der Augustusbrücke, der die kleine Schwester Carola zur rechten Seite verloren gegangen war, überholte sie ein fast nackter Läufer, Kabel an Armen und um die Brust, der auf der Suche nach irgendeiner Erlösung sein musste, um nichts sonst in der Welt würde man sich sonst so geißeln. Die schamvollen und mitleidigen Blicke erwiderte er nicht, hinter seiner Sonnenbrille (bei -5°C Celsius, dicker Wolkendecke, kurz vor Sonnenuntergang) starrte er sicher bereits ins Nirvana. Aus den Lautsprechern in seinen Ohren musste Weißes Rauschen kommen, denn anders konnte sich der Brillenträger diesen Irrsinn nicht mehr erklären. Der nackte Läufer lief bis zur Neustädter Markthalle noch zwei mal an ihnen vorbei, jedes Mal schüttelten mehr Menschen mit dem Kopf. Aber er stolperte nicht ein einziges Mal.
Auf der Alaunstraße atmeten sie endlich auf, bis hierhin konnte ihnen der schneidende Januarwind nicht mehr folgen, und alles fühlte sich zu schnell zu gut an. Bisschen Schönhauser kurz nach den 90ern (nur ohne S-Bahn), bisschen Plagwitz in 10 Jahren, bisschen Paulusviertel in seiner Phantasie, bisschen fremde Heimat, bisschen Asphalt unter den Füßen. Im Durchgang zur Queerstraße zur Görlitzer Straße fand der Brillenträger nach 20 Jahren auch den zweiten gestreiften Wollpullover seines Lebens (Farben sind alles), und dieses Mal sogar ohne Trotz.
Keinen Block mehr von der Schauburg entfernt warteten sie dann auf Adana auf Brot, Adana in Brot und Lammstew auf Auberginenmus; die Getränke überteuert, das Essen ein Traum. Am Nebentisch, dem größten in der Mitte des Raums, zog gerade der queere Stammtisch auf, um sich dort dann für viele Stunden beim Anderssein beobachten zu lassen. Die Clanführer des Lokals versammelten sich bald am hinteren Ecktisch und verließen das Restaurant erst lange nach ihnen.
Und als sie endlich den Sergio Leone-Saal betraten, den größten der bald hundert Jahre alten „Schauburg“, ärgerten sie sich nur kurz, nicht bedacht zu haben, dass freie Platzwahl herrschte, eine viertel Stunde vor Beginn waren die allermeisten Plätze schon besetzt. In den folgenden guten zwei Stunden, zweifelten sie dann gemeinsam mit Claus von Wagner an Sinn und Realität der Demokratie. Ohne zu lachen war das natürlich nicht auszuhalten. Und es wurde gelacht. Sehr viel sogar. Und sich gleichzeitig gefragt, was, außer Selbstvergewisserung so ein Abend in der Schauburg noch bringen könnte. Die Antwort blieb Claus von Wagner nicht lange schuldig: Lösungen. Und ganz einfache noch dazu. Jedenfalls wenn man seinem Proseminar in Global-VWL folgen wollte, und nicht nur auf die Lacher wartete. Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, luftleere SUV-Reifen. Zack, fertig: Ökonomische und in deren Folge soziale Gerechtigkeit. Flächendeckend. Der Hoffnungslosigkeit darauf waren sich alle im Saal bewusst, aber Claus von Wagner wollte einfach stur nicht aufgeben. Und dafür wurde er bis in die letzte Reihe geliebt. Es sagte in diesen Tagen viel, wenn es mal keine Standing Ovations gab. Aber nach Vaclav Havel und The Beatles blieben alle sitzen. Und vielleicht war Sitzbleiben ja auch das neue Aufstehen.

Die Frauenkirche stand auch am nächsten Morgen immer noch vor den klirrenden kalten Fenstern ihres Hotelzimmers. Nach einem etwas mehr als ausgewogenen Frühstück wollten sie noch nicht gleich wieder zurückfahren. Und so saßen sie im sonntäglichen Gottesdienst der evangelisch-lutherischen Gemeinde mit dem hübschen Gotteshaus im wieder auferstandenen Herzen von Dresden. Direkt nach der Predigt (wenig Luther, viel evangelikal), gingen sie wohlsam erschöpft zurück zum Neumarkt, wo ihr Auto auf sie gewartet hatte.
Zum Mittag stand der Brillenträger dann auf schon wieder auf wackligen Beinen in Karl’s Erdbeerhof bei Döbeln, wo sie etwas essen wollten. Hätte er gewusst, was ihn erwarten würde, was er erstaunlicherweise nicht gewusst hatte, er hätte sich einen Schock erspart. Erst gestern hatte er doch noch kurz von einer Erlösung vom Kapitalismus geträumt, und schon jetzt saß er neben zwei Rummelkarussels in einer riesigen Holzscheune, die übersät war mit Merchandise jeglicher Art, Erdbären bis zum Sauerwerden, Lieder über Erdbären, Erdbärshampoo, Erdbärfeuerzeuge, Erdbärplastespielzeug und ungezählte weitere erdbärgebrandete Waren. Nur keine einzige frische Erdbeere; immerhin war ja aber noch Januar; Naomi Klein konnte keine düsteren Alpträume gehabt haben.
Um kurz vor Drei war es dann soweit: Für ein paar Minuten riss der Himmel auf. Nach Wochen ohne wirklichen Sonnenschein, machte der letzte Sonntag nach Epiphanias, also der letzte Tag der Weihnachtszeit, seiner Bestimmung alle Ehre: „Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja, 60,2) Die Sonne blinzelte sie von der Seite an und erinnerte sie an die Zukunft. Der Brillenträger sah aber selbst dabei immer wieder gedankenverloren zur anderen Seite hinaus, und sein Blick verlief sich in den gefrorenen Weiten der Vergangenheit, wo seine Erinnerungen für immer bleiben wollten, egal wie viel kälter es noch werden würde.

 

„They said: Do you remember when you saw her last?
I said: Her skin is cinnamon, her skin is cinnamon.“

(The Long Winters. 2003)

 

Am späten Sonntag Nachmittag kamen sie wieder im Harz an: Die Gassen immer noch vereist, das Vogelfutter auf dem Balkon wieder etwas weniger. Und ihre Erinnerungen waren wieder etwas neuer. Gleichgewicht hält sich besser, wenn jemand neben uns ist, bevor wir fallen.

 

 

Schön,
es ist inzwischen
schon kurz nach Deadline (nach 20:26 Uhr),
aber die befindet sich anscheinend
eh weiterhin im Winterschlaf,
da fällt das
also auch nicht weiter auf.
Die Winterferienwoche
liegen also noch zu einem guten Teil vor mir,
und außer dem Tod von Rita Süßmuth (gestern)
ist noch nichts weltveränderndes passiert.
Und ich werde den Teufel tun,
jetzt noch mal zu schauen,
ob ich mich damit nicht irre.

Stattdessen gibt es noch
eine letzte „lustige“ Hiddenseeanekdote,
immerhin hat Thomas Gens’ Bewerbungskampagne
für den schlotternden Vollpfosten des Jahres
schon wieder ein neues Ass in petto:
Der unvermeidliche Uwe Steimle
liest im Internet seinen Take
zum Hate auf den Inselbürgermeister
aus der Sächsischen Zeitung vor,
bevor der selbe nochmal erklären darf,
was die Kriegstüchtigkeit
mit seinem eigenen Versagen zu tun hat.
Und was passiert eigentlich,
wenn so ein Bürgermeister
auf viel zu dünnem Eis hinfällt?

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