Bild: Blut ist dicker als Wasser.
„go row the boat
to safer grounds
but don’t you know
we’re stronger now
my heart still beats
and my skin still feels
my lungs still breathe
my mind still feels“
(Aurora: Running With The Wolves. 2016)
Here Comes The Unfuckening!
Aus dem Tagebuch irgendwelcher Millenials 1
sonntag, 3. mai, lehofklippe:
– wenn der zweifel
endgültig die fresse hält
– weil das einzige,
das er höchstens noch sagen könnte:
Why. The Fuck. Not?!;
so listen up,
thing called happiness:
haben wir nämlich bock,
uns ganz
bis zum ende
durchzuspielen*
(*kein Fragezeichen)
So,
just another week
in the beautiful month of may?
Na, sagen wir erstmal so:
Ab Mitte der der Woche
hat es erstmal geregnet,
durch, bis vorgestern.
Das Grün ringsum
ist dadurch aber nur noch endgültiger explodiert
und das Wochenende
ist schon wieder trocken,
heute kam am frühen Abend
die Sonne auch schon wieder kurz zurück.
Das Weltkulturerbe ist dementsprechend gut besucht;
keine Ahnung, wie viele Leute
hier von jetzt bis Weihnachten
jedes Wochenende
durchschländern,
aber viele dürften es sein.
An dieser Stelle
muss dann auch endlich
in dieser Chronik
mal noch
erwähnt werden,
dass Quedlinburg
seit ein paar Monaten
jetzt endlich, endlich auch eine eigene Influencerin hat,
die es in der letzten Woche
sogar bis in den Harzboten der MZ geschafft hat:
Theresa K.
hatte direkt nach ihrem
allerersten Wochenendausflug hierher
die Umzugskartons zusammengefaltet
und stellt jetzt auf Instagram
ein Neues Leben aus,
das voller Entdeckungen
und Werbung für den Quedlinburger Tourismus ist.
So ähnlich wie Der Schwarze Poet,
nur mit bisschen weniger „darkness“ und „deepness“,
dafür aber mit mehr „happiness“ und „cuteness“.
Na ja,
sie weiß eben noch nichts von ihrem letzten Heimatort,
sie staunt noch, muss sie auch.
Was soll das erst werden,
wenn sie den Osten der Stadt entdeckt,
da wo die Sonne jeden Morgen neu aufgeht?
Sie wird es uns wohl wissen lassen.
Aber noch macht sie Urlaub hier.
Was wird sie dann posten,
wenn sie lange genug hier lebt,
um ihre eigenen Quedlinburger Tragödien zu erleben?
Geschichten von gescheiterten Träumen,
von enttäuschten Erwartungen,
von immer langsamer heilenden Narben auf ihrem Herzen,
oder wenn sie wieder Abschied nehmen muss,
wenn Menschen langsam wieder verschwinden,
die mensch Tag um Tag weiter um sich hat,
oder wenn vierbeinige Familienmitglieder*innen
irgendwie doch zu früh einschlafen.
Wenn das Leben das Leben ist,
und kein Urlaub vom letzten mehr.
Gut,
Ihr ahnt richtig:
Vor lauter echtem Leben
kommt bis zu mir
im Moment wirklich nur noch wenig durch.
Aber wem das gute Leben
nicht die beste Ausrede ist,
der hat Living Well is the Best Revenge
immer noch nicht verstanden.
So just let’s begin
the feverish Rumgespringe!
Ich verspreche:
es wird wild,
und auch noch kurz.
#DieDoppeltenZwanziger
reiten heute mal
die größte Strecke
par force.
Es ist Mitte Mai.
Sorry,
not sorry.
Deutschland I:
– Amokfahrt zum Wochenbeginn:
ein 33-Jähriger tötet neben der Universität zu Leipzig
zwei Menschen mit seinem Auto,
weitere verletzt er schwer.
Weder politisch,
noch religiös,
sondern vor kurzem aus der Psychatrie entlassen
und nach dem Besuch beim Haftrichter
direkt wieder eingewiesen. Woyzeck reloaded;
das System funktioniert schlecht.
– SPD, Grüne und Linke
verlassen zeitgleich X.
– Jens Spahn bleibt selbstverständlich
und wird auch noch
zum Fraktionsvorsitzenden wiedergewählt.
– Die „Entlasungsprämie“ (1.000€ steuerfrei vom Arbeitgeber)
wird im Bundesrat abgeschmettert;
mehr Schaden als Nutzen.
Dritter Weltkrieg, Teilkrieg 3,
USA/Israel vs. Iran/Menschenrechte:
Am Montag beginnt die US-Marine damit,
Schiffe aus der Straße von Hormuz zu „befreien“,
da kommen direkt die ersten iranischen Raketen geflogen.
Deswegen am nächsten Tag lieber erstmal eine „Begleitpause“,
weil angeblich wieder irgendein Abkommen verhandelt werde.
Zwei Tage später bricht der Krieg erneut aus,
die USA beschießen einen iranischen Hafen,
der Frisurensohn redet von Waffenruhe.
Dass Talarico in Texas inzwischen wirklich vorn liegt,
dürfte immer mehr Republikaner interessieren.
Bis dahin aber weiter Krieg,
logisch.
Klima:
– In New Orleans beginnt offiziell der Rückbau.
Die Umsiedlungszahlen steigen
noch etwas schneller als der Meeresspiegel.
Seuchen:
Das Hanta-Virus sucht
ein Kreuzfahrtschiff im Atlantik heim,
überträgt sich wieder etwas leichter
von Mensch zu Mensch.
Deutschland II:
– Mittoch, sehr früh:
fette Razzia gegen die Nazijugend.
– Die AfD
liegt inzwischen deutlich vorn
(40%+ in S-A,
bundesweit deutlich vor der CDU).
Und damit nach Thale,
da ist ja auch gerade Mai.
AfD-Stadtrat Möhring
läuft nach dem vermeintlichen Coup im Klubhaus
mit vor Aufplusterung fast platzendem Kopf
durchs Rathaus
und vergisst,
sich zu fragen,
ob und wie er die Geister wieder loswird,
die er dachte rufen zu müssen.
Und sowas muss ich
nur einen Tag
nach dem Tag
der Befreiung vom Faschismus
schreiben.
Über Thale.
Im besten Sinne deswegen
also auch noch mal
alles Gute zum Muttertag!
Der Plan meiner eigenen
sieht im Moment vor,
direkt nach der Landtagswahl im MV
aus lauter Dankbarkeit
ein Stück Land auf Hiddensee
geschenkt zu bekommen.
Und ihr digitaler Rettungsfeldzug gegen Gens
scheint immer wieder frischen Wind zu bekommen;
die Luft an der Ostsee ist so schön klar.
Und dass Maiwochenenden
wirklich nur immer mehr
Leben mit sich bringen,
zeigt sich sogar auf Trauermessen.
Eine sooo große Abschiedsrede,
die auch noch mit „singen und tanzen“ endet,
ein kurzes und umso innigeres Händehalten
zwischen Rede und letztem Gesang,
kleine Geschwister
und ihre Mutter,
die sich für immer verliebt anstrahlen.
Wenn das nicht Bock macht
auf den nächsten Montag,
also eigentlich doch schon morgen,
was dann?
Das Leben nimmt Fahrt auf,
auch und erst recht
an Montagen
im Mai.
Zwei Cola reichen,
die Abende werden immer
noch länger.

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