Bild: Noch nicht.
So,
natürlich ist zum Staffelfinale
nicht Sonntag.
Nicht in dieser Staffel.
Wegen so vielen Gründen.
Nach so einem standesgemäßen Untergangsblues
steht mir aber auch
gerade irgendwie
nicht der Kopf.
Die erste Erkältung
des diesjährigen Deutschen Herbstes
hat mich vor zwei Tagen
aus dem Alltag gekegelt.
Es geht aber,
keine Kopfschmerzen,
kein Fieber,
nur eine geschwollene Mandel,
immer mindestens ein Nasenloch zu
und halt hässlichster Husten.
Aber noch gibt es nette Ärztinnen,
wirksame Medikamente,
bezahlte Krankentage und liebevolle Pflege
und ein kuscheliges Bett.
Sogar hier in Sachsen-Anhalt.
Die wirklich
Dunklen Zeiten
liegen immer noch
vor uns.
Es rieht noch nicht mal
nach Winter…
Und es ist
wie immer
auch immer noch
etwas Hoffnung übrig.
Die hebe ich mir aber natürlich
für das finale Finale auf.
Zuerst durchschreiten wir
wie immer
das lange Tal der Frustration.
Ohne Untergang
keine Wiederauferstehung.
Ohne Krankheit
keine Heilung.
Ohne Hinfallen
kein Wiederaufstehen.
Ohne Tunnel
kein Licht an dessen Ende.
Außer im Falle von Ulrich Siegmund.
Der darf nach seinem kommenden Sturz
gerne im Dunkeln liegen bleiben.
Und stürzen wird er;
bis jetzt sind alle gestürzt.
Hier meine aktuelle Theorie dazu:
Da sein Höhenflug
ihn sogar selbst überrascht haben dürfte,
wird er dem Druck
nicht so lange standhalten
wie sein dummes Grinsen
noch scheint zu hoffen.
Sollte es ihm gelingen,
seinen einzigen Ausweg
(Neuwahlen)
irgendwie doch hinzukriegen,
wird die Ernüchterung groß sein,
wenn es dann wieder nicht
mit der absoluten Mehrheit klappt.
Ein Grund dafür
heißt übrigens Suse,
die inzwischen schon
zu Recht
mitverantwortlich gemacht wird
für den bundesweiten
Wiederaufstieg der Grünen.
Um dann also von dieser Schmach abzulenken,
wird er sich aus der Opferrolle heraus
auf den finalen Feldzug
der Neuen Rechten begeben:
Ost-, Ost-, Ostdeutschland!
Sezession!
Endgame!
Faschismus oder nix.
Vielleicht spielt ja auch
eine Weltwirtschaftskrise
wieder mal eine Rolle,
oder Polen,
oder irgendein anderer
immer weiter
eskalierender
Krieg.
Ja, ein Horrorszenario,
ich weiß,
aber vorerst
bleibt festuzuhalten:
Die Spaltung des Landes
darf als abgeschlossen gelten.
Sinnbildlich dafür
grinst Pfarrer Michaelis nur dämlich
als es im Quedlinburger Stadtrat
um die sicher kommende Stornierungswelle geht.
Tja, US-Amerikanische Verhältnisse,
auch hier wird
der nächste Kanzler
die ewige Aufgabe haben,
das Land wieder zu „einen“.
Nur wer zur Hölle
sollte das sein?
Wenn die Rechten
falsche/linke Politik machen
und die Linken die richtige/rechte?
Wahrscheinlich kein/e Politiker/in.
Ein tatsächlich ganz viel versprechender Kandidat
macht seit vorgestern von sich Reden;
zu dieser „Überraschung“
aber auch erst zum Schluss.
Um der Event-Flaute
nach dem Wahlkampf
nicht das Feld zu überlassen,
machen die Faschos gerade,
was Faschos eben so können:
Ulrich schwingt gut gelaunte,
aber vergiftete Reden
auf Massenveranstaltungen
(in Mecklenburg-Vorpommern).
Der Rest der Partei
fürchtet sich vorm Parlamentarismus.
Und die GD (Generation Deutschland aka HDJ 2.0)
marschiert
am Dritten Oktober
auf den Brocken;
„Verbundenheit über Landesgrenzen hinweg“.
Goslar, pass gut auf,
sonst bist du auch bald Ostdeutschland.
Damit das mit dem Faschismus
aber auch nach dem Showdown von Magdeburg
munter weitergehen kann,
hat kein anderer als unser aller Zweitlieblingsösterreicher,
Martin S.,
eben in diesem Magdeburg
das „Institut für Remigration Martin Sellner“
gegründet,
das gerade eben erst seinen ersten eigenen Beitrag
zur Faschistenscheiße rausgequetscht hat.
Es gibt ein
Strategiepapier
für „Landes*Re*Migration in Sachsen-Anhalt“.
Wie viel Scheiße
passt in ein Gehirn?
Und lernt Svenja Liebich
im Knast demnächst auch Stenographie,
um bald in Magdeburg
dem Martin
seinen Stift zu halten?
Ein ganz anderes Wahlkampfthema
bleibt allerdings weiter Mode:
Die Spritpreise eskalieren erneut.
Anfang der Woche
sprudeln die Liter auf einem neuen Allzeithoch,
die Tagesschau prognostiziert drei Euro
noch vor Jahresende.
Kanzler Merz sagt seine Reise
zu den Vereinten Nationen ab,
kündigt staatsmännisch Entlastungen an
und ist der festen Meinung,
„dass wir handeln müssen“.
Am Mittwoch kündigt die Wirtschaftsministerin an,
die Mehrwertsteuer auf Sprit soll runter,
bis zu 25 Cent pro Liter sind drin,
über Gegenfinanzierungen
dürfen sich andere Gedanken machen.
Der Finanzminister hat sofort eine Idee:
Übergewinnsteuern!
Wie sich Probleme doch
weggewundert werden können.
Die Augen reiben müssten wir uns
ebenso über den Verteidigungsminister,
aber dazu sind die Aussichten wohl zu düster.
Während also die Kartoffeln
immer teurer werden,
ist Boris Pistorius
zu Besuch in Washington, D.C.
Schlimm genug,
dass er „Kriegsminister“ Hegseth
lächelnd die Hand gibt,
nein, man einigt sich
auf eine „engere Zusammenarbeit“.
Wobei genau,
bleibt ebenfalls im Dunkeln.
Deswegen doch schon
ganz kurz mal was
vom angekündigten Licht:
In Brüssel
sind die Lampen
nach der Sommerpause
auch wieder angegangen.
Und eine der besseren Neuerungen
dürfte die Annäherung
zwischen der EU
und Kanada sein.
Es seie denn,
man heißt Donald Trump,
dann droht man
natürlich postwendend
mit Mega-Strafzöllen;
wie schnell doch
aus so einem „Golden Age“
ein Dark Age werden kann.
Stephen Colbert
traut sich beim Gewinn des Emmys
für seine beerdigte Show
noch nicht wirklich zu lachen.
Unter anderem
auch wegen solcher Nachrichten;
wenn es auf Erden
nicht mehr dunkler werden kann,
können die Menschen ja immer noch
den Himmel verdunkeln:
Washington hat die Stationierung
von Waffen
im Weltraum
offiziell bestätigt.
Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink
will das als Warnung an China und Russland gewertet wissen.
Die Waffen seien zum Schutz von US-Streitkräften
und als Reaktion auf
«sich wandelnde Bedrohungen»
notwendig.
Details zu den Waffen
und zum Zeitpunkt ihrer Stationierung
lässt Meink natürlich offen.
Er betont stattdessen
die Bedeutung des Schrittes
für die «Abschreckung».
Es sei möglich,
dass das US-Militär
unter anderem über die Fähigkeit verfüge,
feindliche Satelliten zu zerstören,
sollten diese US-Truppen oder US-Satelliten
ins Visier nehmen.
Diese Ankündigung
rückt die 2019
unter Präsident Donald Trump
gegründete «US Space Force (USSF)» ins Zentrum,
deren oberster ziviler Chef Meink ist.
Chinas Aussenministerium fordert,
angesprochen auf die Einschätzung der Space Force der USA,
die Einstellung des Wettrüstens im All.
China setze sich konsequent
für die friedliche Nutzung
und die Wahrung der Sicherheit im Weltraum ein
und lehne dessen Militarisierung ab.
Und auch für das irdische US-Militär
lief es schon mal besser:
Die Vereinten Nationen
stellen über ein halbes Jahr
nach Kriegsbeginn fest:
Der Angriff auf die Kinderklinik,
mit dem dieser irrsinn
eingeläutet wurde,
war ein Kriegsverbrechen.
No Shit.
Dass sich der Rachekrieg Israels
(mit Unterstützung der USA)
gegen die Hamas
so langsam auch
für die letzten Geschichtsverweigerer
nicht mehr gut reden lässt,
zeigt sich auch weitab der Schlachtfelder
im Nahen Osten:
Ed Sheeran
gehen sämtlichste Vorprogrammacts seiner Welttournee
von der Fahne,
nachdem er sich deutlich gegen
Solidarität mit den Kriegsopfern in Gaza
ausgesprochen hat,
indem er einen der prominenteren
Befürworter dieser Solidarität
deswegen aus seinem Vorprogramm
geschmissen hat.
Musik kann gar nicht
nicht politisch sein.
Und das weiß der Ed auch.
Oder wusste es zumindest mal.
Aber wahrscheinlich ist auch der,
wie wir alle,
nur ein weiteres Opfer
der KI,
die uns gerade übernimmt.
Der „AI-Doomsday“
rückt immer schneller
immer näher.
Sagen jetzt sogar die Entwickler.
Und zwar alle.
Sogar Elon.
Also muss etwas daran nicht stimmen.
Denn Impotente
behaupten ja auch nicht einfach,
sie würden nicht mehr können,
weil er einfach mal zu groß ist.
Obwohl ich Elon
sowas sogar zutrauen würde,
wenn das Viagra bald auch nicht mehr hilft.
Sorry,
not sorry,
so dunkel sollte es eigentlich
doch gar nicht werden.
Denn auch an der Digitalfront
werden wieder kleine Siege gefeiert:
Die EU hat sich geeinigt:
„Unter 13, bis 15 und bis 18“
– in diesen Schritten soll
die Nutzung Sozialer Medien
durch Minderjährige geregelt werden:
Das ganze heißt „EU Kids Act“.
Süchtig machende Funktionen
sollen ganz verboten werden.
Warum dann nicht gleich
das Gesamtkonstrukt „Social Media“
in seiner aktuell vorherrschenden Ausführung?
Und ja, Ihr vermutet mal wieder richtig,
mit diesem Hoffnungsschimmerchen
bereitet sich diese Episode darauf vor,
zum Ende der Staffel zu kommen.
Und das sollte ja immerhin
etwas positiver ausfallen;
das Licht am Ende des Tunnels
muss ja jeden Moment um die Ecke kommen,
so dunkel
wie es hier gerade ist.
Und bis dahin
werde ich dieses Jahrzehnt
ganz einfach
mal wieder
sich selbst überlassen.
Dunkler wird es
von ganz allein,
wie wir wissen.
Kriegsprotokoll. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe.
Woche 234.
An der Schwelle zum Vernichtungskrieg? Montag: Die Drohnenangriffe auf Kiew, besonders die Vororte, werden weiter intensiviert.Dienstag: Nichts Neues. Mittwoch: In Nikopol, nahe der Südfront, werden ein Linienbus und zwei Züge getroffen, mindestens fünf Zivilisten sterben. Donnerstag: Donald Tusk warnt vor einem „russischen Plan“, bei dem sein Land, Polen, das nächste Ziel sein könnte. Freitag: Wie immer Nichts Neues.
Und damit
endlich ins Licht,
oder wenigstens zu den paar Nachrichten,
die ins Hoffnungsnarrativ passen wollen:
Schweden sagt als nächstes Land
Tschüss zu Faschos.
Die Achse Ungarn-Polen-Schweden
ist wieder demokratisch.
Bei der Stadtratswahl in Göttingen
fliegen die Faschos brutal auf die Fresse.
Für die Wahlen
im MV und in Berlin
am Sonntag
sehen die Prognosen
ebenfalls so aus,
als ob der Niedergang
der Faschos überfällig ist.
Und ausgerechnet dabei hilft dann
seit dieser Woche
auch der eingangs angekündigte
Überraschungskandidat
um die Deutungshoheit
der deutschen Farben.
Jürgen Klopp,
damit endgültig
beim Hyperlegendenstatus angekommen,
traut sich,
was keiner mehr machen will:
„Wir holen uns unsere Fahne zurück.“
Der Mann weiß
wie man die wichtigen Spiele gewinnt.
Ach,
wäre das alles
doch eins.
Here Comes The Unfuckening!
Aus dem Tagebuch irgendwelcher Millenials 7
freitag, 18. september:
– eine nachbarin ist sich sicher,
hat sie sich schon gedacht,
dass sich da bald was ändert
– „erfolgreich“ ein auto gekauft und eins verkauft,
4,7 liter verbrauch,
das nächste wird elektrisch
– warten auf nachrichten
von der recording session
in den bergen
– warten auf das licht
eines sonnenuntergangs,
die nächte sind jetzt
wieder länger
End Of Season

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