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Keiner von Euch (S14:Ep13)

von | 2026 | 23. August | Die Serie, Staffel 14 - Flipping The Script

Bild: Ich möchte das nicht! Quedlinburg, Kleerswiese, 23. August.

 

 

„Die ein’n schießen sich in‘ Weltraum,
die andern sich die grauen Zell’n raus.
Kein Glanz mehr auf dieser Party,
keine Vorbilder, keine Abis.
Sag, was liebst du an mir?
Die Nacht geht schon zu lang hier.

Es muss ihn noch geben,
ja, ein’n Weg hier raus.
Ich muss ihn nur seh’n,
ein’n Weg hier raus
Es muss ihn noch geben, ja,
ein’n Weg hier raus.
Ich muss ihn nur seh’n,
ein’n Weg hier raus.“

(Apsilon. 2026)

 

So,
nach einer knappen Stunde
hatte ich keinen Bock mehr.
Ich meine,
mal ehrlich:
Auf nen heiteren Sonntag Vormittag im Sommer,
im Schatten der Platanen auf der Bossewiese
mit Familie, Freund*innen und Bekannten
gemütlich am Picknicken sein.
Wer will das schon?
Die Antwort:
Mindestens 5.000 Menschen schon mal nicht.
Nämlich die gegenüber, auf der Kleerswiese.
Mindestens 500 davon
setzen sich in diesen Minuten
auf dreckig stinkenden Motorirgendwas
in Bewegung,
auf direktem Weg raus aus der Stadt,
eine große Runde über die Dörfer
gen Westen
und zurück.
Aber dazu später,
das „Volksfest“ läuft ja noch.

Und ja,
vielleicht stimmt „kein Bock mehr“
auch nicht ganz.
Eigentlich ist es ganz
anders:
Ich habe besseres zu tun.
Zum Beispiel das hier:
Zufrieden
mit der schnell absolvierten Treppenhausreinigung
am Schreibtisch sitzen,
endlich das neue Apsilon Album
auf der Anlage (CD, Stereo, laut) durchhören,
mich auf den Abend freuen
und mich bis dahin
der letzten Woche ergeben.
Alleine.
Wegen Gründen.
Sorry,
not sorry.
Sich um schöne Dinge kümmern
und so.

Am Mittwoch
hat es dann
endlich, endlich
ausreichend geregnet,
und es ist erstaunlich,
wie schnell sich Rasenflächen
wieder an ihre eigentliche Farbe erinnern.
Neuprovinzielle Influencerinnen
besingen voreilig das Sommerende,
da steht die Frage im Raum:
Wann ist ein Jahrhundertsommer
eigentlich noch ein Jahrhundertsommer?
In Deutschland
sind seit der ersten Hitzewelle in diesem Jahr
inzwischen 14.000 Menschen
wegen der neuen Normalität gestorben,
europaweit über 50.000.
Neu-Staatsminister Amthor
spricht sich allerdings
mit seiner ersten Wortmeldung als Staatsminister
aber natürlich deutlich
gegen
„abstrakte Diskussionen über eine Verfassungsänderung“ aus.
Kurz zuvor hatten verschiedene SPD-Ministerien dafür plädiert,
Klima- und Hitzeschutz
im Grundgesetz festzuschreiben.
So geht sie,
die Reaktion.
Hat der Phillip schnell gelernt.
Egal also die apokalyptischen Bilder aus Belgien,
wo der Hohe Venn,
sowas wie der Teutoburger Wald der Nachbarn,
Anfang der Woche,
also noch vor dem Regen
komplett abgefackelt ist.
Seinen ersten öffentlichen Auftritt
nach gefühlten drei Monaten Urlaub
hat Kanzler Merz
dann aber wenigstens
im deutschen Pendant des Jahres:
Wo der Hürtgenwald lag,
weiß jetzt sogar der Friedrich.
Wie lange diese sympathische Priorisierung vorhalten wird,
ist schwer zu sagen,
beziehungsweise zu leicht zu beantworten:
Nicht lange.
Denn nicht nur in Berlin
warten Herbst und Winter.
Die Gruselnachricht der Woche,
die deutschen Gasspeicher
sind gerade so zur Hälfte gefüllt,
bereitet schon mal seine Rückkehr
in die Regierungsrealität vor.

 

Kriegsprotokoll. Deutsche Heimatfront. Letzte Reihe.
Woche 229 (Nachtrag) und 230.
Eine Woche wie die andere. Montag: In Tartastan sterben ein Dutzend Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff. Dienstag: In Saporischija schlagen nordkoreanische Raketen ein, sechs Menschen sterben. In Deutschland wird nach weiteren Patriotraketen gesucht, die an die Ukraine weitergegeben werden können, oder auch nicht. Mittwoch: Ein russischer Marinestützpunkt am Schwarzen Meer wird getroffen. Saporischija wird weiter attackiert. Donnerstag: Die Schwarzmeerküste wird zum Hotspot des Drohnenkriegs, Noworossijsk und Sewastopol werden getroffen, ganze Handelsrouten werden zerstört. Freitag: Nichts Neues. Samstag: Nichts Neues. Sonntag: Kiew wird erneut mit ballistischen Raketen beschossen, in Russland halten die Drohnenattacken an, 16 Menschen sterben. Montag: Odessas Hafen wird angegriffen, zivile Schiffe werden zerstört. Auch in der Ukraine werden zunehmend Online-Versandhäuser getroffen. Dienstag: Bei Moskau wird ein weiteres Wildberries-Lager getroffen, auch mit britischen Drohnen. In Charkiw sterben zehn Zivilisten bei russischen Angriffen. Mittwoch: Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Fedorow fordert Wahlen. Donnerstag: Und wieder wird Kiew angegriffen, mindestens 13 Menschen sterben. Polen beginnt, seinen Luftraum zu sichern. Freitag: Ukrainer dürfen in ihrem Land nicht mehr die international bekannte russische Animationsserie „Mascha und der Bär“ sehen. Die Regierung belegt die Filmemacher mit Sanktionen und bezeichnet die Trickfilme als eine „Gefahr für die nationale Sicherheit.“ (Hintergrund: Nennenswerte Werbeeinnahmen, die zur Kriegsfinanzierung genutzt werden könnten.) Selenskyj muss sich gegen Korruptions- und Geldwäschevorwürfe wehren. In Krywyj Rih sterben 16 Menschen, als ein Einkaufszentrum getroffen wird. Samstag: Wadephul sichert der Ukraine in Kiew weitere humanitäre Unterstützung zu. Sonntag: Selenskyj rechnet mit einer Teilmobilisierug Russlands bis zum Herbst.

 

In Other Wars
gibt der israelische Vorzeigefascho Ben-Gvir
in einem Podcast
seine Meinung
zur Arbeit der IDF zum besten,
Stephen Miller gehen endgültig die Taschentücher aus:
Man solle »30 bis 40 (Palästinenser*innen) jede Nacht ausschalten«.
Es sollten nicht nur Menschen getötet werden,
von denen unmittelbar eine Gefahr ausgehe.
»Es gibt dort Menschen,
die des Lebens nicht würdig sind.
Sie sollten nicht leben.
Sie sind nicht einmal Menschen.«
Die Reaktion der Weltgemeinschaft:
Keine.

In Other Wars
verschärfen verschärfen die USA
ihren Kurs
gegen
den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag.
Außenminister Marco Rubio kündigt
Sanktionen gegen die Präsidentin des Gerichts,
die japanische Richterin Tomoko Akane,
und den derzeit leitenden Prozessanwalt, Abdoulaye Seye aus Senegal, an.
Rubio begründet den Schritt damit,
dass die beiden Juristen an „Bemühungen des Gerichts“
beteiligt gewesen seien,
gegen Regierungsvertreter von Staaten zu ermitteln,
die dessen Zuständigkeit nicht anerkennen.
Zu diesen Staaten zählen
neben den USA
auch Israel
und Russland.

In Other Wars
kündigt Trump die Koalition mit Süd-Korea auf,
will die Keystone-Pipeline
unter dem Grabstein hervorholen,
lässt sich von „Nurse Harp“
die Windeln wechseln,
und kündigt den nächsten Wirtschaftskrieg an,
sorry, Kriege,
gegen den Iran,
weil so gut läuft der normale nicht,
und gegen Kanada;
why not?

 

Das muss der Donald auch so machen,
denn sonst hat das konkret-Titelblat
vom April 2019,
das immer noch an meiner Wand hängt,
doch noch zurecht gefragt:
„Kommt nach Trump der Sozialismus?“
Denn nach letzten Umfragen
scheint die Stimmung in den Staaten
tatsächlich bereits umgeschwungen zu sein:
Die meisten der vielen „sozialistischen“ Kandidat*innen
würden aktuell jeden der MAGA-Kandidaten
bei einer Präsidentschaftswahl schlagen,
und das gar nicht mal knapp.
Jap, AOC würde momentan
deutlich mehr Stimmen kriegen
als irgendwer,
der schon mal unironisch
so eine rote Kappe getragen hat.
So schnell
kann kein November kommen.

Aber leider kommt erst mal der September,
und zwar schon in weniger als zwei Wochen.
Und das bedeutet:
Absoluter Landtagswahlkampfhöhepunkt!!
Zur Einstimmung
auf die gleich folgende Fortsetzung
der „Volksfestberichterstattung“
zunächst noch eine oberlustige Anekdote aus dem hohen Norden
und ein bisschen Namedropping:
Jo Schück
beteiligt sich ebenfalls
am Kampf um die Seele Sachsen-Anhalts.
Gemeinsam mit den weltberühmten Landessöhnen
(die Gebrüder Kaulitz)
denkt er im ZDF 45 Minuten lang
über den Kulturkampf in meinem Bundesland nach;
das akute Ergebnis lest Ihr gleich.
Viiiel lustiger ist aber das hier:
Am Montagnachmittag
ist es auf Hiddensee
im Zusammenhang mit einem Wahlkampfstand der AfD
zu einer körperlichen Auseinandersetzung
zwischen zwei Männern gekommen.
Nach Angaben der Polizei
soll ein 73-Jähriger,
der vor Ort seinen Protest äußern wollte,
einen 31-jährigen Teilnehmer des Wahlkampfstandes
beim Weggehen von hinten(!) geschubst(!!) haben.
Der 73-Jährige schildert
den eingesetzten Polizeibeamten wiederum,
dass er zuvor von dem 31-Jährigen
gekniffen(!!!) worden sei.
Nach Polizeiangaben soll es
Videoaufzeichnungen des Vorfalls geben.
Diese werden nun ausgewertet,
um den genauen Ablauf
und die jeweiligen Handlungen der Beteiligten zu klären.
Die Polizei ermittelt
wegen des Verdachts
der einfachen Körperverletzung.

Auch will ich aber niemandem vorenthalten,
was die sachsen-anhaltinische Hochintelligenz
im Vorfeld der Wahlen veranstaltet:
Natürlich ein Sommerfest.
Hier der Ankündigungstext,
kotzen dürft Ihr selbst:
„Auf der Zielgeraden zu den Septemberwahlen
wollen wir unser traditionelles COMPACT-Sommerfest
dieses Jahr (gestern)
noch eindrucksvoller machen:
Nach 400 Teilnehmern beim ersten Mal 2022
und knapp 700 im August 2025
wollen wir  in diesem Jahr  noch mehr. 
Wir konnten neben Jörg Urban
wieder weitere hochkarätige
Referenten und Diskutanten gewinnen:
Mit Oliver Kirchner
steht der Vize des Landesverbandes Sachsen-Anhalt auf der Bühne,
mit Alexander von Bismarck
der Wiedergänger des Eisernen Kanzlers,
mit Kayvan Soufi-Siavash alias Ken Jebsen
das rhetorische Maschinengewehr der Friedensbewegung,
mit MdB Matthias Moosdorf
ein profilierter Außenpolitiker
– und mit Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein
einer der streitbarsten jungen Influenzcer(sic).
Paul Klemm und Lea („Mädel mit Meinung“)
vertreten die Jugend,
außerdem sind natürlich alle weiteren COMPACT-Promis dabei
(Hampel, Reichert,  Poggenburg, die Elsässers).“

Die „Compact-Promis“
sind natürlich auch
beim heutigen Sturm auf Quedlinburg dabei,
aber um die Spannung noch etwas zu steigern,
sie hat es nötig,
noch eine bezeichnende Geschichte
aus der Ostprovinz:
Der Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe,
Bernd Prange,
hat der AfD Sachsen-Anhalt
nach eigenen Angaben
insgesamt 10.000 Euro gespendet.
Wie die Volksstimme berichtet,
bestätigte der CDU-Politiker
einen entsprechenden offenen Brief.
Ein Sprecher des AfD-Landesverbandes
bestätigte der Zeitung den Eingang von zwei Zahlungen
über jeweils 5.000 Euro.
(Prange sitzt seit 2004 für die CDU im Kreistag Stendal.
In seinem Schreiben begründet er die Spenden
mit dem aus seiner Sicht zu linken Kurs seiner Partei.
Bei der Landtagswahl am 6. September
wolle er selbst die AfD wählen.
Er wünsche sich eine absolute Mehrheit der Partei,
damit die CDU ihren Kurs ändere
und die sogenannte Brandmauer zur AfD aufgebe.

Und damit zu den totalen Helden
der Machtübernahme:
Siegmund Ulrich
und Hanns-Thomas Tüllschneider.
Ersterer fährt heute nicht nur maximal lächerlich
auf seiner blauen Landesvater-Schwalbe
auf der Kleerswiese ein,
sondern hat auch was gegen Pflegekräfte.
Denen unterstellt er nämlich in dieser Woche,
den alten Leuten in den Heimen
oder zu Hause
beim Wählen den Stift zu führen,
wahrscheinlich noch für irgendeine
von diesen kommunistischen Alt-Parteien,
denen wenigstens noch ein bisschen was an ihnen liegt,
auch wenn sie nichts zu vererben haben.
Sein künftiger Kultusminister
bricht derweil medienwirksam einen Podcast ab,
weil er sich ärgert,
dass nicht über ihn und sein Buch geredet wird,
dass tatsächlich „Kulturpolitik“ heißt,
als ob er auch nur eine einzige Idee hätte,
wie diese nicht nach Vergangenheit riechen könnte.

Aber,
es gibt auch noch Licht,
kurz bevor es so dunkel wird,
dass ich erneut kurz davor bin,
keinen Bock mehr zu haben.
Am Mittwoch
gibt es „Fun Facts“
in der Reiche.
Das aufstrebende Aufklärungsformat
der freien deutschen Satire
macht erfolgreich im KuZ Station.
Athener Eulen gähnen,
schmunzeln dabei aber immerhin.
Nur einen Tag später
schlägt auf dem Markt
ein riesiges, weißes Herz,
und zwar für die Seele.
Die Bilder davon
sollen wohl ein alternatives Narrativ
zum Horror von heute setzen,
nicht dass die Wessis noch denken:
ach, auch bloß so ne blaue Stadt im Osten.

Und damit zurück auf die Kleerswiese,
inzwischen dürften die meisten Mopeds
wieder abgeknattert sein.
Und was war das doch für ein Volksfest!
So groß,
dass es kurzfristig sogar noch
verlegt werden musste
(wahrer Grund:
Keine Genehmigung für so einen Krach
in der Innenstadt).
Bratwurstgeruch,
Zuckerwattegeruch,
Softeisgeruch,
Schweiß- und schlechtes Deogeruch,
Auspuffgeruch.
Hüpfburg,
Infostand,
schlechte Musik.
Und schlimme Reden,
bei denen keiner zuhört
und nur bei den richtig laut gebrüllten Buzzwords klatscht.

Ich erspare mir jedoch weitere Details,
auch weil ich die Gelegenheit nutzen will,
dem heutigen Titel noch etwas mehr Tiefe zu geben.
Denn auch auf der Gegenseite
war die Stimmung zwar gut,
aber eben auch etwas zu schal,
vielleicht macht der Frust
das so mit dem Glück;
ein Picknick ist nicht das gleiche,
wenn es sein muss.
Und von systemstabilisierendem Protest
schreibe ich nur nicht,
weil es die Vorwegnahme des Albtraums wäre,
vor dem sich alle auf der Bossewiese gefürchtet haben.
Aber was bleibt uns denn?
Hinnehmen,
dass es wieder hauptsächlich
westdeutsche Kennzeichen sind,
die während der Ankunft des Zirkus
auf der Kleerswiese zu sehen sind?
Hinnehmen,
dass Menschen, die wir kennen
und eigentlich gut leiden können,
braune Scheiße in die Ohren gerotzt wird?
Hinnehmen,
dass selbstverliebte Egomanen
ein ganzes Bundesland
in den Dreck ziehen,
nur um sich selbst beim Wichsen zuzugucken?
Hinnehmen,
dass unsere Beste, Suse,
vor aller Welt dumm und hässlich gemacht wird?
Hinnehmen,
dass unschuldige und naive Jungs
für diese ganze Scheiße
auf schändlichste benutzt werden?
Hinnehmen,
dass nach dem Jahrhundertsommer aller Jahrhundertsommer
die sich gerade erholende Kleerswiese
von Dreckschleudern plattgewalzt wird?
Hinnehmen,
dass an einem Sonntagmittag
alle umliegenden Dörfer
mit Lärmbelästigung und Luftverschmutzung
überfahren werden?
Hinnehmen,
dass die hiesigen Einsatzkräfte
auch an diesem Wochenende
mal wieder keine Pause haben?
Hinnehmen,
dass der Kampf aussichtslos erscheint?
Ja.
Hinnehmen.
Hinnehmen und Weitermachen.
Die Wahl ist erst in zwei Wochen,
und, wie es Siegesheilmund vorhin selbst gesagt hat:
„Es ist egal, wie die Wahl ausgeht.“
Genau,
denn große Fresse haben
und wirklich regieren,
sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Es geht ihm also nicht wirklich um Sachsen-Anhalt,
sonst würde er ja gewinnen wollen,
es geht ihm ums Spalten.
Immer weiter spalten.
In knapp drei Jahren schon
ist immerhin Bundestagswahl.
Und ich hab jetzt schon wieder
keinen Bock mehr.
Aber sei’s drum.
Quedlinburg,
Sonntag Nachmittag,
17 Uhr,
es geht weiter,
immer weiter.
Es gibt kein Außen mehr.
Oder?

Denn eigentlich sollte das große Finale
des Sturms auf Quedlinburg
eben jetzt auf dem Markt beginnen,
so hatte es der Buschfunk durchgegeben.
Aber:
Nichts.
Nur ein paar einsame Simmen,
ein paar wenige Gutmenschen,
die letzten Aufgebote
eines erschöpften Wochenendes.
Und während Tino Chupalla
im letzten Sommerinterview der Sommerpause
den Klimawandel zu „Nebensache“ verklärt,
singt ein Sonntagsbarde
gar nicht mal so schlecht
Hits aus fünf Jahrzehnten
und Familien trinken heiße Schokolade;
es ist immer noch Sommer,
nur es zieht schon mächtig.

 

Here Comes the Unfuckening!
Aus dem Tagebuch irgendwelcher Millenials 5

samstag, 22. august:
– hunderte Augen- und Ohrenpaare staunen
in einer frisch eröffneten Schulturnhalle,
die Jugend tanzt
und meint das auch noch todernst
– zwei Augenpaare treffen sich bei „Black Bird“,
wissen schon alles voneinander
und doch noch so wenig
– ein Objektiv fängt Träume ein,
von einer Zukunft,
alles kann ganz leicht sein

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